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Neues Stadion

Abschied vom altehrwürdigen Bieberer Berg

(bo/dapd). Die Fußballreporter werden ihre viel bemühte Floskel vom "altehrwürdigen Bieberer Berg" entsorgen müssen. Denn fast auf den Tag genau 90 Jahre nach der Einweihung des Stadions an der Bieberer Straße legt die Stadt Offenbach am Montag, 16. Mai, den Grundstein für einen Neubau.

An der Stelle des maroden Stadions mit morbidem Charme soll bis zum 30. Juni 2012 eine funktionale und fanfreundliche Arena entstehen.

Jahrzehntelang hatten sich die Offenbacher Kickers mangels finanzieller Mittel mit einem heruntergekommenen Stadion und notdürftigen Sanierungen begnügen müssen. Ausgerechnet jetzt, wo die Mannschaft schwächelt und der Zug Richtung 2. Liga längst abgefahren ist, erhält der OFC nun aber doch eine moderne und zweitligataugliche Spielstätte. Aus dem Bieberer Berg wird dann das "Sparda-Bank Hessen Stadion".

Die Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro teilen sich das Land Hessen (gut zehn Millionen) sowie das Geldinstitut als Namenssponsor, die Stadt und die Stadtwerke mit jeweils rund fünf Millionen Euro. Der Verein, seit den 1990er Jahren Besitzer des Stadions in Erbpacht, wird zukünftig wieder Mieter und der eigens gegründeten Stadtwerke-Tochter "Stadiongesellschaft Bieberer Berg" (SBB) monatlich rund 490.000 Euro überweisen.

Zuschauerzahlen rückläufig

Ob der Drittligist das für 20.500 Zuschauer ausgelegte Stadion in naher Zukunft allerdings auch nur halbwegs füllen kann, ist unklar. Zum Saisonschluss verloren die Kickers beim letzten Spiel am alten Ort mit 2:3 gegen Dynamo Dresden und landeten damit auf dem siebten Tabellenplatz. "Wir müssen erstmal verspielten Kredit zurückgewinnen", sagt Michael Sternkopf. Der Ex-Profi war bislang Marketingleiter des OFC und firmiert künftig als Organisationsleiter Profiabteilung. Der Zuschauerschnitt war nach dem sportlichen Misserfolg der vergangenen Monate und dem verpassten Aufstieg zuletzt deutlich unter die angepeilte Marke von 7.000 gesunken. Am Samstag kamen nioch einmal rund 8.000 Zuschauer. Die Misere habe ein Loch in die Kasse gerissen. "Wir werden kleinere Brötchen backen müssen", dämpft Sternkopf die Erwartungen der Fans auf einen baldigen Aufstieg.

Der OFC hegt jetzt die Hoffnung, mit dem neuen Stadion eine Aufbruchstimmung erzeugen zu können. "Jeder Verein, der ein neues Stadion gebaut hat, verzeichnet einen Zuschauerzuwachs", glaubt Sternkopf. Immerhin bietet das Stadion neue Vermarktungsmöglichkeiten. Von den zehn Logen, die schon ab Anfang 2012 zur Verfügung stehen sollen, seien bereits sechs verkauft.

Stadt hofft auf Imagegewinn

Und um die treuen Fans mit dem Fertigbaustadion nicht zu vergraulen, waren die traditionsbewussten Anhänger in die Planungen der neuen Spielstätte mit eingebunden. "Wir haben einen ganzen Forderungskatalog der Interessengemeinschaft Stadion erhalten", sagt SBB-Projektleiter Frank Jalowy. Bundesweit einmalig für ein neues Stadion dürfte etwa die hohe Anzahl von Stehplätzen auf der Gegengerade sein. Insgesamt bis zu 10.100 Fans können die Auftritte der Kickers ab der übernächsten Saison im Stehen verfolgen und damit fast die Hälfte aller möglichen Besucher.

Die von Imageproblemen geplagte Stadt Offenbach erhofft sich von dem Neubau auch "Signalwirkung", sagt Jalowy und ergänzt: "Neben der Hochschule für Gestaltung ist der OFC das einzige echte Markenzeichen der Stadt." Auf das Markenzeichen Bieberer Berg wird sie in Zukunft aber verzichten müssen.

Oliver Teutsch

(dapd )


 


 

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