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VW-Aktie

Börse begrenzt Einfluss

(bo/ddp.djn). Die Deutsche Börse zieht Konsequenzen aus dem massiven Kursanstieg der Volkswagen-Aktie. Der Anteil der Aktie an der DAX-Indexgewichtung soll auf zehn Prozent verringert werden, teilte die Deutsche Börse in der Nacht zu Mittwoch in Frankfurt am Main mit. Die Neueinstufung werde zum Handelsstart am kommenden Montag wirksam. Unterdessen lehnte der Sportwagenbauer Porsche als größter VW-Aktionär die Verantwortung für den Kursanstieg ab. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) als Vertreter des zweitgrößten VW-Aktionärs forderte indes mehr Transparenz bei Aktiengeschäften.

Die im DAX notierte Aktie hatte am Montag und Dienstag einen
drastischen Kurssprung verzeichnet, sich mehr als verdreifacht und
war bis auf über 1000 Euro angestiegen. Zum Handelsende am Dienstag
hatte VW damit einen Anteil am Börsenleitindex DAX von 27 Prozent.
Von Experten war dies scharf kritisiert worden, da die Entwicklung
einer einzigen Aktie die Aussagekraft stark verfälscht.

Porsche hatte am Wochenende überraschend mitgeteilt, bereits 42,6
Prozent der VW-Anteile zu halten und Optionen auf weitere 31,5
Prozent zu besitzen und damit den fulminanten Kursanstieg ausgelöst.
In den kommenden Wochen wollen die Stuttgarter die 50-Prozent-Hürde
nehmen. Für 2009 ist ein Beherrschungsvertrag geplant. Dann will
Porsche 75 Prozent an VW halten.

Am Mittwoch lehnte Porsche die Verantwortung für den Kurssprung
allerdings ab. Dem Unternehmen lägen Informationen vor, wonach
spekulativ handelnde Leerverkäufer, so genannte Shortseller, zur
Erfüllung ihrer Lieferverpflichtungen VW-Stammaktien kaufen mussten,
teilte der größte VW- Aktionär in Stuttgart mit. Dies habe zu dem
massiven Anstieg geführt. Um weitere Kursturbulenzen zu vermeiden,
beabsichtige Porsche - je nach Marktlage - Kurssicherungsgeschäfte in
Höhe von bis zu fünf Prozent der VW-Stammaktien aufzulösen. Das könne
dazu führen, dass sich die Liquidität der VW-Stammaktie erhöhe.

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff sprach sich für mehr
Transparenz aus. «Wir sind der festen Überzeugung, dass es mehr
Transparenz geben muss, dass es Register geben muss, wo man einsehen
kann, welche Optionen wo vereinbart sind», sagte er im
ARD-«Morgenmagazin». Zudem regte er eine Überprüfung von sogenannten
Leerverkäufen an. Das Land Niedersachsen ist nach Porsche der
zweitgrößte VW-Aktionär und hält 20,1 Prozent an dem Unternehmen.

Einen Verkauf seiner Beteiligung lehnt Niedersachsen allerdings
ab. «In der Sekunde, wo wir beginnen würden, Aktien zu verkaufen,
würde der Kurs ins Bodenlose stürzen«, erläuterte Wulff. »Wir halten
die Beteiligung ja nicht um Gewinne zu machen, sondern aus
strategischen Gründen, weil VW von überragender Bedeutung für das
Land Niedersachsen ist«, fügte er hinzu. Die Reduzierung der
Gewichtung der VW-Aktie im Börsenleitindex DAX durch die Deutsche
Börse bezeichnete Wulff als »absolut richtig«.

(Redaktion)


 


 

Börse VW-Aktie; Konsequenz VW-Aktie; Einfluss VW-Aktie Börse

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