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Börsenkompass

Die tägliche Einschätzung der Börse

Das Topthema des Tages dreht sich um die gestiegenen Verbraucherpreise und den Rückblick auf das letzte Jahr. Der Aktienmarkt überraschte zum Jahresbeginn. Der Rentenmarkt und die Konjunktur starteten den Jahresbeginn recht verhalten, aber dennoch positiv.

Rentenmarkt / Konjunktur

Der gestrige Handelstag war geprägt durch die Feiertage in Großbritannien und den USA. Auch Makrodaten standen kaum zur Verfügung. Somit konnte die positive Stimmung zum Jahresauftakt bei geringen Umsätzen Fuß fassen. Gestützt wurde das Umfeld lediglich von einem zumindest in Deutschland mit 48,8 Punkten leicht über den Erwartungen liegenden Einkaufsmanagerindex (Euroraum: 46,9 Punkte). Bunds gaben im gesamten Laufzeitenspektrum nach. 10-jährige Bundesanleihen rentierten knapp über 1,90% (2-jährige knapp über 0,2%). Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr hingegen weisen seit einigen Tagen eine negative Rendite auf. Insgesamt hat die Risikoaversion also über den Jahreswechsel nochmals zugenommen. Das musste auch Italien verspüren. Das Land konnte am 29.12. noch einmal erfolgreich neues Kapital am Markt aufnehmen, allerdings mit einer Rendite von rund 7% für die 10-jährige Anleihe erneut zu hohen Kosten. Am heutigen Dienstag stehen zunächst die Arbeitsmarktdaten des Dezembers aus Deutschland auf der Agenda. Saisonbe-reinigt sollte auch im Dezember ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit gemeldet werden. Am Nachmittag steht mit dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe (USA) das erste Makro Schwergewicht dieser Woche an. Insofern auch dieser Stimmungsindikator die positiven Erwartungen erfüllt, sollten die als sicher geltenden Staatsanleihen weiter unter Druck geraten.

Aktienmarkt

Die Erwartungen für den Jahresstart an den internationalen Aktienbörsen waren sehr verhalten gewesen. Angesichts weniger kursbildender Nachrichten und der Tatsache, dass mit New York, Tokio, London und Zürich einige wichtige Börsen feiertagsbedingt noch geschlossen waren, hatte man eher mit leichten Abgaben gerechnet. Doch bereits zur Eröffnung konnten die europäischen Börsen leichte Gewinne vorweisen, die im Tagesverlauf stetig ausgebaut wurden. So konnte der Dax locker die Hürde von 6.000 Punkten übersteigen und auch auf den Tageshöchstkursen schließen. Trotz eines Anstiegs von 3% kann dabei nicht unbedingt von Euphorie gesprochen werden. Eher traf hier erstes Interesse zum Jahresstart auf relativ leere Orderbücher. So überrascht auch nicht, dass gerade die Verlierer des letzten Jahres wie RWE (+5,3%) und ThyssenKrupp (+4,5%) zu den Favoriten zählten, während die defensiven Outperformer von 2011 mit kleineren Gewinnen am Ende der Kursliste standen. Im EUROSTOXX 50 zeigte sich ein ähnliches Bild. Alle Branchen lagen im Plus, wobei die zyklischen Grundstoffe (+4,1%) noch vor den Automobilen (+3,5%) die beste Entwicklung vorlegten. Auch hier waren defensive Branchen wie die Pharmaindustrie (+1,3%) weniger gefragt. In Asien herrscht heute Morgen noch Feiertagsstimmung, in Japan und China bleiben die Börsen geschlossen. Dagegen können die Indizes in Hongkong und Südkorea dank guter Konjunkturdaten deutlich zulegen. Die europäischen Börsen dürften nach den starken Avancen erst einmal eine kleine Verschnaufpause einlegen. Mit Spannung dürfte die Eröffnungstendenz an der Wall Street und die Bekanntgabe des ISM-Index (Verarbeitendes Gewerbe) erwartet werden.

Topthema des Tages

Wie im Dezember üblich, stiegen die deutschen Verbraucherpreise auf Grundlage von Daten aus sechs Bundesländern im Vergleich zum Vormonat kräftig an (+0,7% M/M). Das lag vor allem an den deutlich gestiegenen Preisen für Hotelübernachtungen und Pauschalreisen, was saisonüblich ist. So erhöhten sich die Preise für Freizeitaktivitäten (inkl. Pauschalreisen) um 4,5% M/M und für Hotel- und Restaurantdienstleistungen um 5,5% M/M. Dagegen gingen die Energiepreise aufgrund des niedrigeren Ölpreises im Vergleich zum November zurück, sodass der jährliche Preisanstieg im Dezember in Deutschland von 2,2% J/J auf 2,1% J/J zurückging.
Im weiteren Jahrsverlauf sollten die schwachen Wachstumsaussichten für Deutschland den Preisdruck dämpfen. Bereits im Januar ist ein Rückgang der Inflationsrate auf unter 2% wahrscheinlich. Dies resultiert nicht zuletzt aus dem schwachen Kreditwachstum. So meldete die EZB für November nur noch ein Kreditwachstum von 2,1% J/J (nach 2,2% J/J im Oktober) an private Haushalte und von 1,6% J/J (nach 1,8% J/J) an Unternehmen. Die vor allem aufgrund der starken Sparmaßnahmen vieler EWU-Länder gedämpften Wachstumsaussichten - wir rechnen mit einer milden Rezession für den Euroraum - der hohe Kapitalbedarf vieler Banken aufgrund von Basel III-Anforderungen sowie der Ergebnisse der EBA-Stresstests sprechen allesamt gegen eine rasche Erholung des Kreditwachstums. Insofern dürfte die Liquidität, die die EZB mit ihren unkonventionellen Maßnahmen den Märkten zur Verfügung stellt, zunächst nicht inflationär wirken. Wir rechnen in 2012 nur noch mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 1,6% (nach 2,3% in 2011).

(ots / Commerzbank AG)


 


 

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