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Börsen mit Rally im späten Geschäft

Nach einer volatilen Handelssitzung ging der Dow-Jones-Index am Dienstag mit einem Aufschlag von 889 Punkten aus dem Handel. Short-covering, „Schnäppchenjäger“ und die Hoffnung auf eine erneute Zinssenkung durch die Fed sorgten für eine beispiellose Kursrally an den US-Märkten. Dies obwohl das US-Verbrauchervertrauen auf den schlechtesten Stand aller Zeiten abrutschte.

Heute steht die FOMC-Sitzung auf dem Programm. Eine Zinssenkung um 50 Bp. auf 1,00 % ist vor dem Hintergrund der Finanzmarktturbulenzen und deutlich steigender Konjunkturgefahren wahrscheinlich. In dem der Zinsentscheidung begleitenden Statement dürften die Konjunkturrisi-ken betont werden. Spannend ist die Frage, ob die Fed die Tür für weitere Zinssenkungen offen hält. Von konjunktureller Seite werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht. Der leichte Anstieg der Boeing-Bestellungen und die positiven Auftragskom-ponenten im Index der Frühindikatoren sprechen für einen Anstieg. Insofern machen wir gegenüber der Konsensschätzung positives Überraschungs-potenzial aus. Rezessionsängste lassen sich dadurch aber nicht vertreiben. Mit dem extremen Kursanstieg hat sich das technische Bild des Dow verbessert. Insbesondere die Tatsache, dass das letzte Tief nicht mehr erreicht wurde ist positiv zu bewerten. Hingegen wird sich in den kommenden Tagen zeigen müssen, wie nachhaltig die zwei-felsohne übertriebene Kursbewegung tatsächlich ist.
Der deutsche Aktienmarkt hat sich den zweiten Tag infolge kräftig zugelegt. Der DAX schloss bei 4.823,45 Punkten mit einem Plus von 11,3 %. Der spektakuläre Höhenflug der VW-Aktie hielt den Markt in Atem. So legten die Aktien der Volkswagen AG vorübergehend um 100 % zu. Sie kosteten in der Spitze 1005 Euro, verabschiedeten sich dann aber mit einem Plus von 81,73 % aus dem Handel. Zeitweise war die VW-Aktie der einzige Gewinner im DAX. Der Sportwagenher-steller Porsche hat die Verantwortung für den fulminanten Höhenflug von sich gewiesen. Es wür-den bei den Kursausschlägen der VW-Stämme Ursache und Wirkung verwechselt. Verursacher seien diejenigen, die mit riesigen Summen auf fallende VW-Kurse gesetzt haben, so ein Sprecher des Konzerns. Zu den großen Verlierern im DAX zählten die Aktien von Continental. Das Papier gab 14,83 % ab. Meldungen zufolge will sich der Familienkonzern Schaeffler von einem Teil der Aktien des Automobilzulieferers trennen. Deutlich nach unten ging es auch für die Deutsche Bank (- 13,33 %), Commerzbank (-13,25 %) und die Deutsche Post (-10,19 %). Von konjunktureller Seite stehen heute die vorläufigen deutschen Verbraucherpreise zur Veröffentlichung an. Auf-grund der deutlich nachgebenden Energiekosten ist ein Vormonatsrückgang wahrscheinlich. Die Jahresrate wird sich aufgrund eines günstigen Basiseffekts um etwa 0,5 %-Punkte auf 2,4 % redu-zieren. Zur Erinnerung: Im Juli lag die Teuerung noch bei 3,3 %. Weiter sinkende Rohstoffkosten und günstige Basiseffekte werden die Teuerungsraten in den kommenden Monaten weiter fallen lassen. Damit tritt die Inflation, die Mitte des Jahres noch das Hauptthema an den Finanzmärkten war, in den Hintergrund. Insofern stehen auch hierzulande weiteren Leitzinssenkungen nichts im Wege. Das technische Bild des Dax wurde in den letzten Tagen durch die „Sondersituation“ bei VW regelrecht verzerrt. Entsprechend müssen für eine fundierte Beurteilung die kommenden Tage abgewartet werden.

Quelle: Helaba Volkswirtschaft/ Research

(rheinmain)


 


 

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