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Ausgewählte Termine des Tages

Überblick Aktienmarkt

Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete am gestrigen Handelstag trotz dünner Umsätze einen leichten Aufschlag und konnte über der Marke von 5.000 Punkten schließen. Der größte Tagesgewinner war die Aktie von VW, nachdem Porsche bekannt gegeben hatte über 50% der Anteile erworben zu haben. Die Marktteilnehmer spekulierten auf einen raschen Ausbau des Anteils auf das angestrebte Niveau. Die Stahlproduzenten Salzgitter und ThyssenKrupp gehörten ebenfalls ohne nennenswerte Nachrichten zu den größten Gewinnern. Die Automobilhersteller zeigten sich nach schwachen US-Absatzzahlen uneinheitlich. Während BMW leicht verlor, profitierte Daimler vom starken Absatz
des Kleinstwagen Smart. Laut einem Zeitungsbericht könnte die Dresdner Bank trotz der bevorstehenden Übernahme durch die Commerzbank Staatshilfe beantragen. Die beteiligten Finanzinstitute gaben im Zuge dieser Nachrichten nach. Für Bestürzung bei den Börsianern sorgte der Selbstmord des Industriellen Adolf Merckle. Die wichtige Beteiligung des Unternehmers HeidelbergCement konnte sich dem negativen Sog dieser Nachricht nicht entziehen. Die amerikanischen Börsen schlossen fester.
Nachdem es im späten Handelsverlauf an den amerikanischen Börsen zu Gewinnmitnahmen kam, dürften die wichtigsten europäischen Aktienindizes leichter in den Handel starten. Rohstoffwerte könnten nach neuen Meldungen aus dem Sektor unter Druck geraten, nachdem der führende USAluminiumkonzern Alcoa ankündigte 13.500 Stellen im Zuge der globalen wirtschaftlichen Eintrübung zu streichen. Chemietitel dürften zudem auf die Pleite des Konzerns LyondellBasell reagieren. Dieser hatte am Vorabend Gläubigerschutz in den USA beantragt.

Überblick Rentenmarkt
Die US-Anleihen haben am Dienstag uneinheitlich tendiert, während die Rentenfutures in Deutschland sehr schwach geschlossen haben. Die 10-jährigen US-Anleihen schlossen nach anfänglichen Kursverlusten stärker. Hintergrund waren zunächst Sorgen über das ansteigende Anleiheangebot auf
dem US-Markt, zur Finanzierung des sich konkretisierenden Konjukturprogramm. Im späten Handel lag der Fokus auf dem Protokoll der letzten Notenbanksitzung und den entsprechend düsteren konjunturellen
Ausblicken – entsprechend stark zeigte sich der Rentenmarkt in den USA zum Ende des Handels. Im Tagesverlauf veröffentlichte Kunjunkturdaten waren uneinheitlich, so ist der ISM-Index überraschend auf 40,6 (erwartet 36,5) gestiegen. Der Auftragseingang der US-Industrie sank jedoch
unerwartet stark um 4,6% (erwartet 2,2%). Im Euroraum eröffnete die auf 1,6% gefallene Inflationsrate der EZB weiteren Spielraum für Zinssenkungen. Gleichfalls heizt der kräftige Rückgang der Verbraucherpreise aber auch die Deflationsdiskussion an.
Für heute stehen in den USA mit dem ADP-Beschäftigungsbericht Zahlen zum Arbeitsmarkt an. Dieser
Index gilt als richtungsweisender Vorbote für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht.
Bei der Veröffentlichung der Arbeitslosenzahlen in Deutschland wird erstmals seit langer Zeit wieder ein Anstieg erwartet.

Topthema des Tages
Krisenzeiten zwingen zum Umdenken! Die Absatzzahlen der wichtigen Automobilhersteller sind in den letzten Monaten des vergangenen Jahres dramatisch eingebrochen und die Nachfrage nach kleineren, spritsparenden Modellen hat relativ zugenommen. Insbesondere die US-Autobauer sind
von dieser Entwicklung betroffen, da eine verfehlte Produktpolitik in den letzten Jahren eher auf Modelle mit höherem Verbrauch gesetzt hat. Die Absatzmärkte in Europa und USA werden in 2009 weiter schrumpfen – eine Entwicklung die auch nicht von den aufstrebenden Märkten in Russland und Asien aufgefangen werden kann. Die Automobilindustrie ist nun zum Umdenken gezwungen.
Über die Weihnachtsfeiertage und Anfang des neuen Jahres wurden die Mitarbeiter bei vielen großen Konzernen in verlängerte Ferien geschickt, um die Produktion zu drosseln und damit der verminderten Nachfrage Rechnung zu tragen. Zudem ist zu erwarten, dass die Hersteller in der Entwicklung
ihr Augenmerk auf kleinere bzw. verbrauchsärmere Modelle richten werden.
So wird Porsche ab diesem Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens ein Diesel-Fahrzeug vertreiben. Der beliebte Geländewagen Cayenne soll bereits ab Februar auch als Diesel im Handel erhältlich sein. Investments in dieser Branche sind trotz zu erwartetender Absatzrekorde
von Kleinwagen wie BWM Mini oder Smart als spekulativ zu betrachten. Die Automobilindustrie hat somit aus unserer Sicht ein schwieriges Jahr vor sich.

Originaltext: Commerzbank AG

(Redaktion)


 


 

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