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Brexit

Es wird nicht einfacher – Wie der Brexit die Start-Up Industrie betrifft

Großbritannien ist das Land der Selbstständigen in der EU: 4,5 Millionen haben ihr eigenes Unternehmen gegründet, sei es zunächst als Ein-Mann Betrieb oder als Start-Up im Team. Sie sind Visionäre und Impulsgeber – ihr wirtschaftliches, innovatives und politisches Gewicht wird in der EU fehlen, besonders uns Deutschen.

Wie wird sich der Paukenschlag der Briten auf die Start-Up Industrie auswirken, in Deutschland und Europa? Im Detail und in der europäischen Wirtschaftspolitik?

Faktor Unsicherheit

Er lässt sich nicht berechnen, sitzt aber jedem Unternehmer im Nacken. Der Faktor Unsicherheit ist gerade für Start-Ups ein großes und oft entscheidendes Hemmnis für Investitionen, zum Beispiel für einen Markteintritt in Großbritannien. Noch kann niemand vorhersagen, wie genau der Brexit passieren wird.

Es ist ungewiss, welche Bedingungen die Briten und die EU für den gegenseitigen Marktzugang aushandeln. Ein Rückfall in protektionistische Zölle hätte direkte negative Auswirkungen. Vermutlich viel schwerer wird die erhöhte Bürokratie ins Gewicht fallen, die aus neu zu verhandelnden Ein- bzw. Ausfuhrbestimmungen entsteht. Wer heute in die Schweiz als Nicht-EU Land exportiert, weiß um den höheren Aufwand. Großbritannien ist der zweitgrößte Handelspartner Deutschlands. Das Risiko eines schlecht verhandelten Abkommens ist eine Gefahr für die Unternehmen und bedeutet jetzt Unsicherheit pur.

Kreative Köpfe

Die Start-Up Szene profitiert enorm von der Freizügigkeit in der EU. Dass diese in Großbritannien bzw. für Briten in Deutschland außer Kraft gesetzt wird, ist heute noch unvorstellbar und wäre fatal für junge Unternehmen deren größtes Kapital oft kreative Köpfe sind. Die bisher relativ unproblematische Beschäftigung von Briten wird sich erschweren. Ob es im Gegenzug tatsächlich zu einer Verlagerung von Ideenschmieden aus Großbritannien nach Deutschland kommt, kann man heute nicht seriös vorhersagen. Europa kann aufgrund solcher Verwerfungen nur verlieren.

Die politischen Hebel

Ohne Großbritannien entstehen neue Mehrheiten in der EU – zugunsten von Ländern wie zum Beispiel Italien und Spanien, die vor allem eine auf Umverteilung basierende Gemeinschaft anstreben (siehe Grafik). Wettbewerbsorientierte Länder wie Deutschland müssen neue Verbündete für ein liberaleres, wettbewerbsfähiges Europa gewinnen.
Ein zweiter Punkt wird in den nächsten Monaten entscheidend für die Beziehungen zu Großbritannien sein: Wenn sich die Politik altgedienter Köpfe wie Kommissionspräsident Juncker in der EU durchsetzt, Großbritanniens für ihr Votum abzustrafen, werden Deutschlands Unternehmer inklusive der Start-Ups die größten Verlierer sein. Ein Exempel im Falle Großbritanniens zu statuieren wäre schädlich für Europas Wirtschaft.

Der Hebel der Start-Ups

Gerade die junge Generation muss jetzt lautstark dafür werben, dass sich die Politik der Abstrafung nicht durchsetzt. Wettbewerbsorientierung, Arbeitnehmer-Freizügigkeit und ein gutes wirtschaftliches Klima für Gründer sind essentiell für alle, die mit Visionen und neuen Impulsen an und in Start-Ups arbeiten.

(Hubertus Porschen)


 


 

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