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So steigern Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit

Kunst und Wirtschaft sollten enger zusammenarbeiten. Davon profitieren nicht zuletzt die Unternehmen. Was in der Zusammenarbeit mit Künstlern zu beachten ist, erklärt Dr. Roland Geschwill.

Erfolgreich zu sein, bedeutet für Unternehmen heute mehr denn je: Sie müssen kreativ, innovativ und anders sein. Entscheider in Unternehmen stellt das vor neue Herausforderungen. Sie müssen in der Lage sein, mit unübersichtlichen Situationen umzugehen, für überraschende Problemstellungen schnell Lösungen zu finden und Widersprüche zu überbrücken. Die bekannten Managementmethoden reichen für diese komplexen Anforderungen nicht mehr aus, daher ist das Methodenspektrum zu erweitern.

Erfolgreich zu sein, bedeutet zudem, improvisieren zu lernen, kreativ zu sein. Wirtschaft und Kunst sollten aus diesem Grund enger kooperieren. Denn Künstler können nicht nur gut improvisieren, erfolgreiche Künstler können auch sehr gut planen. Es empfiehlt sich somit, das Verhältnis von Kunst und Managementpraxis neu zu formulieren: als Kopplung. Kopplungen beziehen sich aufeinander und irritieren sich gegenseitig. Dadurch entstehen neue Sichtweisen, wenn auch noch kein neues Wissen. Häufig sind sie jedoch die Initialzündung, um neues Wissen zu generieren.

Status quo analysieren

Noch spielen Kreative in vielen Unternehmen eine eher untergeordnete Rolle, Künstler so gut wie gar keine. Dabei klagen viele Organisationen über mangelnde Innovation. Doch würden die Personalabteilungen denn Künstler rekrutieren? Wie soll man jemanden steuern, der gerade deshalb eingestellt wurde, weil er nur schwer steuerbar ist? Und wie misst man hier die Zielerreichung? Fragen, mit denen sie sich die Verantwortlichen befassen sollten.

Zunächst gilt es, alle Aktivitäten des Unternehmens in Hinblick auf echte Kreativität und Innovation auf den Prüfstand. Fragen Sie:

  • Was verstehen wir unter Kreativität und Innovation?
  • Welche Geschichte hat unser Unternehmen hinsichtlich Kreativität und Innovation, und was können wir daraus lernen?
  • Was hat in der Vergangenheit funktioniert, was nicht?
  • Wo sind wir Fabrik, wo sind wir Wissensgesellschaft und wo haben wir Y-Kulturen?
  • Wo binden wir Kunst und Künstler bereits im Unternehmen ein?
  • Welche Künstler haben wir bereits im Unternehmen als Manager oder Mitarbeiter, und wie werden ihre Fähigkeiten für Kreativität und Innovation genutzt?
  • Was machen wir auf diesen Feldern?

  • Finden wir mit unseren Aktivitäten wirklich unsere Lösungen?
  • Sind wir radikal genug?

  • Welche Zukunftsideen haben wir als echte kreative und/oder innovative Organisation?

Überlegen Sie sich dann: Welche Künstler können echtes kreatives Denken in unserem Unternehmen in Gang setzen? Eine Vielzahl von Geschichten zeigt, wie Kunst in all ihren Formen – von der Musik über das Theater bis zur Malerei –, die Kreativität und Innovationen in Unternehmen befördern kann.

Anlässe, Künstler zu engagieren, gibt es etliche: für Workshops, Managementtrainings, Mitarbeiter- und Kundenveranstaltungen, Events, Teamentwicklung. Künstler können zudem neue Sichtweisen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte einbringen und Impulse für festgefahrene Projekte geben. Sie können in Teilzeit mitarbeiten, an Besprechungen teilnehmen oder Teilprojekte beraten.

Der Mitarbeiter als Künstler


Was häufig gern vergessen wird: In jedem Unternehmen arbeiten Künstler: Mitarbeiter, die privat schreiben, die sich im Chor oder auf Theaterbühnen engagieren, die malen, Musik machen, sich in der Kunst engagieren usw.. Diese Ressourcen können Sie nutzen, um echtes kreatives Denken in Unternehmen zu entwickeln und zu stärken.

Echtes kreatives Denken sollte auch Einzug halten in die Qualifikation von Managern, in innovative Projekte und besonders in kreative Events und Gesprächsformen. Beide Extreme – das des Künstlers als methodenfernes und unstrukturiertes Genie wie auch das des wirtschaftlichen Erfolgs durch messbares Management – nähern sich einander immer mehr an. Das Bild des weltabgewandten kreativen Spinners als Künstler war nie mehr als ein Mythos und hatte seit der Renaissance wenig mit der Realität des Künstlers zu tun. Der Mythos der Planbarkeit in der Wirtschaft hat in den vergangenen Jahren ebenfalls deutlich an Erzählkraft verloren.

Durch Kopplung von Kunst und Wirtschaft können schlummernde Potenzial abgerufen werden. Steve Jobs zeigte auf seinen legendären Präsentationen immer zwei Straßenschilder: „Technologiestraße“ und „Kunststraße“. Apple war lange Zeit das teuerste und innovativste Unternehmen der Welt. Dort war die Kopplung geglückt – ein Ansporn für alle, die etwas verändern wollen!

Checkliste: Wenn Sie Innovation in Ihr Unternehmen implementieren wollen

  • Bestimmen Sie, in welchen Unternehmensfeldern Sie Innovation benötigen. 

  • Entwickeln Sie ein innovatives Anforderungsprofil bei Einstellungen. Stellen Sie umsetzungserfahrene Mitarbeiter ein, die gut vernetzt sind. 

  • Stellen Sie sich darauf ein, dass Projektmitarbeiter ein starkes Ego haben und gleichzeitig Teamplayer sind; bevorzugen Sie Y-Typen 

  • Bilden Sie Führungskräfte für die Aufgabe aus, leistungsstarke Innovatoren zu führen. 

  • Setzen Sie auf Spitzenkräfte. 

  • Setzen Sie auf Projektmanagement . 

  • Arbeiten Sie in Teams und Workshops. 

  • Verfolgen Sie den Erfolg der Projektteams und setzen Sie hohe Ziele und kurze Zeitvorgaben. 

  • Lassen Sie Mitarbeiter, die nicht mit Innovationen zum Erfolg im 
Unternehmen beizutragen brauchen, mit dem Thema in Ruhe. 

  • Geben Sie den Innovatoren die Möglichkeit, sich in der Organisation, außerhalb des Unternehmens und vor allem mit Kreativen zu 
vernetzen. 

  • Seien Sie großzügig mit Budgets, Innovation gibt es heute nicht 
mehr für kleines Geld. 


Buchtipp:
Roland Geschwill
Der Rhythmus der Innovation
Was Manager und Unternehmen von Jazzern und anderen Künstlern lernen können
Springer Gabler 2015
230 Seiten
ISBN 978-3-658-08455-4
39,99 € (D)

Der Autor
Dr. Roland Geschwill ist Mitgründer und Geschäftsführer der „Denkwerkstatt für Manager“, die über Expertise sowohl in der angloamerikanischen als auch in der deutschen Managementkultur verfügt. Bereits seit 1986 berät der Diplom-Psychologe Führungskräfte. Sein Standardwerk „Employer Branding“ (gemeinsam mit Florian Schuhmacher) erschien bei Springer Gabler. Darüber hinaus engagiert sich Roland Geschwill ehrenamtlich als Vorstandssprecher des Fördervereins „Friends“ beim renommierten Festival „Enjoy Jazz“.

(Redaktion)


 


 

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