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Koch dankt Köhler für dessen Arbeit - Bei Opposition stößt Rücktritt auf Unverständnis

(bo/ddp-hes). Die Vertreter der hessischen Landespolitik haben den überraschenden Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler mit Respekt aufgenommen. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bedankte sich bei Köhler für dessen Arbeit.

Hessens FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn sagte: «Wir haben Horst Köhler sehr geschätzt.» Die Opposition zeigte sich dagegen auch bestürzt und äußerte Unverständnis über Köhlers Entscheidung. Die Linken sprachen von einer politischen Krise in Berlin.

«Bei seinen Besuchen im Land war immer wieder zu spüren, wie viel
Sympathie ihm die Menschen entgegenbrachten. Und durch sein Auftreten außerhalb der Landesgrenzen hat er das Ansehen Deutschlands in aller Welt gemehrt», sagte Koch am Montag über Köhler in Wiesbaden.

Hahn bezeichnete Köhlers Rücktritt als überraschenden Schritt, den
die FDP sehr bedauere. «Wir müssen grundsätzlich darüber nachdenken, wie der Umgang in der Politik untereinander ist.» Die drei
Parteivorsitzenden von CDU, FDP und CSU hätten «eine besondere
Bringschuld, durch menschlich gutes Miteinander die Grundlage für
eine stabile bürgerliche Regierung unverzüglich zu legen".

Grünen-Chef Tarek Al-Wazir zeigte sich hingegen «fassungslos».
«Weder das, was Herr Köhler zu Bundeswehreinsätzen gesagt hat, noch
die Kritik daran sind Gründe für einen Rücktritt. Deshalb ist der
Rücktritt absolut unverständlich», sagte Al-Wazir.

Auch SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel wertete den Rücktritt als
«überraschend und unergründlich». Zwar sei eine derart persönliche
Entscheidung zu respektieren, was ihn jedoch zu dem Rücktritt bewogen
habe, «erschließt sich bislang nicht», sagte Schäfer-Gümbel. Die
Linke-Fraktion sieht in Köhlers Rückzug eine generelle «Ratlosigkeit»
von Schwarz-Gelb. Es gebe nicht nur eine Finanz- und
Wirtschaftskrise, sondern auch eine politische Krise, die eine neue
Weichenstellung für mehr soziale Gerechtigkeit erfordere, sagte
Linke-Chef Willi van Ooyen.

Köhler hatte seinen Rückzug mit der jüngsten Kritik an seinen
Äußerungen zum Einsatz der Bundeswehr begründet, die «jeden Respekt» vor seinem Amt habe vermissen lassen. Nach seinem Kurzbesuch in Afghanistan vor über einer Woche hatte das Staatsoberhaupt mit Äußerungen über wirtschaftliche Gründe für solche Einsätze für Empörung gesorgt.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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