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business-on.der: Interview Heinz Schmitz

Business-on im Gespräch mit Heinz Schmitz

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"Es sind bundesweite Entwicklungen festzustellen, die Anlass geben, auf eine weiterhin steigende wirtschaftliche Entwicklung in Frankfurt zu setzen", so Heinz Schmitz, Geschäftsführer CityForum Pro Frankfurt e.V.

business-on.de: Herr Schmitz, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in Frankfurt in diesem Jahr?

Heinz Schmitz: Es sind bundesweite Entwicklungen festzustellen, die Anlass geben, auf eine weiterhin steigende wirtschaftliche Entwicklung in Frankfurt zu setzen:
- die Mehrwertsteuererhöhung ist weitestgehend „überstanden“ und zeigt nur noch schwache „Nachwehen“ beim Konsum
- konjunkturell hält das Hoch an
- die Arbeitslosenzahlen sind in den Wintermonaten deutlich niedriger als im Vorjahr
- es wird vermehrt investiert und gebaut.

business-on.de: Wie wird sich der Arbeitsmarkt in Frankfurt entwickeln?

Heinz Schmitz: Angesichts der genannten bundesweiten Rahmenbedingungen hat Deutschlands Wirtschaftsstandort Nummer 1 natürlich zusätzliche Wettbewerbsvorteile, die insbesondere von den Dienstleistungsunternehmen mit ihren weitreichenden internationalen Verflechtungen sicher genutzt werden. Das wird meines Erachtens sehr positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Frankfurt haben. Hinzu kommen bedeutsame Standortentscheidungen für Frankfurt und die Region aus der jüngsten Vergangenheit. Als Stichwort sei hier nur der Ausbau des Frankfurter Flughafens genannt, der mittelfristig u. a. mit der neuen Start- und Landebahn und einem weiteren Terminal schätzungsweise 40.000 neue Arbeitsplätze im und um den Flughafen schafft.

business-on.de: Welche Faktoren zeichnen Frankfurt besonders aus?

Heinz Schmitz: Weltoffenheit, Dynamik, absolute Erfolgsorientierung und das sympathische Nebeneinander von Traditionsbewusstsein und Moderne.

business-on.de: Wie schätzen Sie die Perspektiven für 2008 ein? Hält der Aufschwung an?

Heinz Schmitz: Ja, da bin ich ganz sicher. Dort, wo soviel gebaut wird, wie wohl in keiner anderen Stadt in Deutschland – und das betrifft öffentliche wie private Träger – muss es einfach weiter aufwärts gehen.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Frankfurt bringen?

Heinz Schmitz: Das einzig Beständige in einer sich immer mehr vernetzenden Welt ist der Wandel. Ein Metropole wie Frankfurt lebt aufgrund ihrer Internationalität seit jeher viel stärker im Wandel als andere Standorte. Und sie kann damit deshalb auch besser umgehen. Einflüsse aus aller Welt haben hier eine lange Historie - mehr als 180 Nationen machen Frankfurt zu dem, was es heute ist und in Zukunft sein wird: einen einzigartigen multikulturellen Standort am Puls der Zeit. Das ist für mich auch immer die Chance und das Zukunftspotenzial dieser faszinierenden Stadt. Natürlich gibt es auf der anderen Seite immer auch Risiken. So ist Frankfurt von einer sich rasant verändernden Weltwirtschaft stärken betroffen und abhängiger als Städte, die nicht diese ausgeprägte internationale Facette haben. Aber, es gibt in Frankfurt genügend kluge und erfahrene Köpfe, die das perfekt ausbalancieren.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die Steuer- und Abgabenlast an dem Standort Frankfurt? Besteht hier Handlungsbedarf seitens der Politik?

Heinz Schmitz: Gute Produkte haben ihren Preis – das gilt auch für Städte. Natürlich ist es immer eine Frage der Perspektive und Betroffenheit wie man Steuern und Abgaben bewertet. In Frankfurt kann man als Unternehmer wie als Arbeitnehmer gutes Geld verdienen. Die Ausstattung mit Verkehrsinfrastruktur (Flughafen, Bus, Bahn, Schiff, Straßenverbindungen), Ver- und Entsorgungsunternehmen und -standards, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und -angeboten, Messe u. v. w. m. sucht national und international für eine Stadt dieser Größenordnung seinesgleichen. Ich habe den Eindruck, dass sich die Politiker in Frankfurt ganz große Mühe geben, hier die richtige Balance zwischen der notwendigen Einnahmegröße zur Sicherung der hohen Standards einerseits und der unvermeidbaren Belastung der Bürger und Unternehmen andererseits zu finden. Einen Königsweg wird es nie geben können.

business-on.de: Und wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit von Frankfurt aus? Reichen Engagement und Förderung oder müsste hier noch mehr getan werden?

Heinz Schmitz: Ich halte es da mit Ludwig Erhard, der einmal gesagt hat „Man kann die Wirtschaft weder gesund beten, noch kaputt reden, aber man kann den Trend in die eine oder andere Richtung emotional verstärken.“ Natürlich kann oder könnte immer noch mehr getan werden als tatsächlich passiert. Unternehmerfreundlichkeit lässt sich nach meiner Auffassung aber nicht einfach an Gewerbesteuerhebesätzen und Grundstückspreisen für gewerbliche Nutzung nach dem Motto „Billiger ist freundlicher“ messen. Das ist schlicht zu kurz gesprungen. Wie schon erwähnt, Qualität hat ihren Preis. Man kann nicht einerseits erstklassige Standortbedingungen im privaten wie geschäftlichen, bei den weichen wie den harten Standortfaktoren, erwarten und andererseits glauben, das sei mit einer Belastung wie in einem beschaulichen Mittelzentrum zu haben. Frankfurt spielt wirtschaftlich in der Champions League. Wer hier mitspielen und davon profitieren will, der muss, wie überall, die Spielregeln lernen und akzeptieren.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die im kommenden Jahr einen maßgeblichen Einfluss auf Frankfurt haben werden?

Heinz Schmitz: Wenn ich diese Frage verlässlich beantworten könnte, hätte ich vermutlich einen anderen Job. Ich kann dazu nur soviel sagen: In Frankfurt werden seit vielen Jahrzehnten Trends gemacht, die um die Welt gehen. Die Werbe- und Kreativbranche ist hier eine der stärksten in ganz Deutschland. Forschung und Wissenschaft sind durch die Hochschulen und Institute von Weltrang bestens besetzt. Die größte Konsumgütermesse der Welt, die Ambiente, findet ebenso jährlich in Frankfurt statt wie die weltgrößte Buchmesse. Hinzu kommt die IAA als weltgrößte Autoschau im Zweijahresrhythmus, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle diese Potenziale stehen im Zusammenhang und entwickeln ungeheuere Synergien für Frankfurt. Davon gehen letztlich unzählige Trends hinaus in die Welt.

(Redaktion)



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