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Interview mit Prof. Weirich

Business-on im Gespräch mit Prof. Dieter Weirich

Die Fraport AG geht davon aus, dass der Aufwärtstrend in der Luftverkehrswirtschaft anhalten wird: „Bis 2020 ist weltweit mit einer Verdoppelung des Luftverkehrs zu rechnen“, meint Prof. Dieter Weirich.

Die Rhein-Main-Redaktion stellt Prof. Dieter Weirich 8 Fragen über die künftige Wirtschaftslage in der Rhein-Main-Region:

business-on.de: Herr Professor Weirich, wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Entwicklung Ihrer Branche in diesem Jahr?

Prof. Weirich: Die Luftverkehrswirtschaft ist im Aufwind. Sie ist bei Passagieren wie Fracht über die Dekaden hinweg weltweit zwischen fünf und sieben Prozent gewachsen. Dieser Trend wird anhalten. Bis 2020 ist weltweit mit einer Verdoppelung des Luftverkehrs zu rechnen.

business-on.de: Wie wird sich Ihe Auftragslage/Ihr Umsatz im kommenden Jahr entwickeln?

Prof. Weirich: Wir haben ein starkes Jahr abgeliefert. Das wollen wir wiederholen. Dabei werden wir von der guten Marktlage im Luftverkehr ebenso profitieren wie von der immer mehr wachsenden Bedeutung unserer Marktsegmente Retail and Properties.

business-on.de: Wie schätzen Sie Ihre Perspektiven für 2008 ein?

Prof. Weirich: Wir müssen die Durststrecke bis zum Ausbau unseres Flughafens intelligent überwinden. Die Nachfrage nach Slots übersteigt unser Angebot bei weitem. Nur eine rasche Erweiterung sichert unsere Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. Bis dahin heißt es: Kapazitäten optimal auszunutzen, Ausbau vorantreiben, neue Geschäftsfelder entdecken, das internationale Geschäft forcieren.

business-on.de: Welche Chancen und Risiken wird das Jahr für Ihr Unternehmen bringen? Werden Sie expandieren?

Prof. Weirich: Expansion ist angesagt. Unser Weltflughafen soll spätestens im Winterflugplan 2011 eine neue Landebahn in Frankfurt erhalten. 2008 warten wir auf die Entscheidungen der Gerichte zu den Klagen von Kommunen und Umweltverbänden, um dann mit dem Bau beginnen zu können. Unabhängig davon wollen wir unsere Chancen im wachsenden externen Geschäft nutzen. Wir gehören zu den drei größten Flughafenbetreibern der Welt, bieten an über 60 Standorten Flughafendienstleistungen an. Unser Fokus liegt vor allem auf den Wachstumsmärkten in China, Indien und Vietnam. Natürlich gibt es auch immer Risiken. Die Luftverkehrswirtschaft ist besonders krisenanfällig, sei es die terroristische Bedrohung oder eine Abschwächung der Weltkonjunktur.

business-on.de: Sind Sie zufrieden mit dem Standort Rhein-Main und welche Faktoren schätzen Sie besonders? Planen Sie, künftig weiter in Rhein-Main zu investieren?

Prof. Weirich: Wir sind unverzichtbarer Bestandteil und Vorzug der Region Frankfurt Rhein/Main. Unser Bemühen ist es, gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur die Attraktivität des Standortes zu verbessern. Wir investieren in den Ausbau über vier Milliarden Euro. Das ist eines der größten privatwirtschaftlich finanzierten Investitionsvorhaben in Deutschland. Hinzu kommen Investitionen von über 300 Millionen jährlich in den Bestand. Weitere Milliarden-Engagements gibt es für die Airport-City.

business-on.de: Wie beurteilen Sie die Steuer - und Abgabenlast an Ihrem Standort und wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt? Was müßte seitens der Politik in diesem Bereich getan werden?

Prof. Weirich: Richten wir den Blick nach vorne. Die Phantasie von Politikern sollte sich nicht auf das Drehen an Steuerschrauben konzentrieren.

business-on.de: Wie sieht es mit der Unternehmerfreundlichkeit aus? Reichen Engagement und Förderung aus oder müsste hier noch mehr getan werden?

Prof. Weirich: Die Luftverkehrswirtschaft darf nicht erneut mit Steuern oder sonstigen Abgaben befrachtet werden, sonst verliert sie ihre Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit. Der Frankfurter Flughafen steht nicht in erster Linie im Wettbewerb mit München, sondern mit den europäischen Airports in London, Paris, Amsterdam und Madrid oder den Konkurrenten der Top Ten der Welt.

business-on.de: Was sind die wichtigsten Trends, die Ihre Branche im kommenden Jahr maßgeblich bestimmen werden?

Prof. Weirich: Privatisierung mit Liberalisierung von Flughäfen in vielen Ländern, verschärfter Wettbewerb beim Flughafenausbau, Klimaschutz, Zunahme des Low-Cost-Verkehrs.

(Redaktion)


 


 

Prof. Dieter Weirich
Fraport AG
Fraport Airport Services Worldwide
Unternehmenskommunikation

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