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Machtwechsel

BXR neuer Mehrheitsgesellschafter der Tower Group

Nach der erfolgreichen Restrukturierung der in Dänemark gelisteten Immobiliengesellschaft Tower Group A/S hat die niederländische BXR Real Estate Investment B.V. (BXR) Ende März eine Aktienmehrheit von 59 % erworben und damit die bis dato größte Wohnportfoliotransaktion dieses Jahres in Deutschland getätigt.

Die Tower Group bewirtschaftet in Deutschland ein Wohnportfolio mit rund 9.900 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Das Portfolio wurde in den Jahren 2006 bis 2009 über Einzelankäufe und kleinere Portfoliotransaktionen aufgebaut und umfasst derzeit bei einer Gesamtmietfläche von etwa 674.000 m² rund 9.200 Wohneinheiten, 700 Gewerbeeinheiten und 2.850 Stellplätze. Die wichtigsten Portfoliostandorte sind Berlin (42 % der Wohn- und Gewerbeeinheiten), Wuppertal (27 %) sowie weitere Städte in Nordrhein-Westfalen (26 %).

Im Zuge des allgemeinen Abschwungs der Immobilienmärkte zeigten sich zahlreiche operative Probleme und die Liquiditätssituation der Tower Group war zuletzt überaus angespannt. Um frisches Eigenkapital in die Gesellschaft einzubringen, bemühte sich das Management der Gesellschaft daher um einen neuen Investor. Primäres Ziel war es, die benötigten Mittel für eine Modernisierung der Bestände zu erhalten und folglich eine Reduktion der Leerstandsquote zu erreichen, die Ende des Jahres 2009 bei 12,1 % stand.

Aufgrund der überaus komplexen Kapitalstruktur der Gesellschaft - mit fünf deutschen Banken als vorrangig besicherte Kreditgeber (Senior Lender), sechs dänischen Banken als nachrangig besicherte Kreditgeber (Junior Lender), nachrangigen Anleihegläubigern (Bondholders) sowie institutionellen und privaten Aktionären aus Dänemark - gestalteten sich die Verhandlungen überaus kompliziert. Ende Januar dieses Jahres konnte allerdings eine neue Vereinbarung mit den Anteilseignern geschlossen werden, die im Wesentlichen die Abschreibung des Grundkapitals der Gesellschaft, die Auflösung von unternehmenseigenen Aktienpositionen, die Umwandlung von Schulden in neues Grundkapital durch Überführung der Schuldansprüche von Anleihegläubigern und der Junior Lender (so genannter Debt to Equity Swap) und die Erhöhung des Grundkapitals durch Herausgabe neuer Aktien vorsieht.

Mit den deutschen Banken als vorrangig besicherte Kreditgeber wurde ferner ein Stillhalteabkommen über einen Zeitraum von drei Jahren getroffen, um BXR/Tower Group ausreichend Zeit für eine Neuausrichtung des Unternehmens zu geben.

Nach Stabilisierung des operativen Geschäfts plant der neue Mehrheitsaktionär BXR, die Gesellschaft als Plattform für weitere Investitionen in deutsche Wohnimmobilien zu nutzen. Die Zentrale der Tower Group wird zukünftig in Berlin angesiedelt sein. Im Zuge der Neubesetzung des Aufsichtsrats Ende März hat BXR fünf der insgesamt sechs Positionen besetzt und plant eine aktive Rolle beim Turnaround der Gesellschaft einzunehmen.

„Im Rahmen unserer zu Beginn der Finanzkrise getroffenen strategischen Entscheidung, über den Ankauf von notleidenden Wohnportfolios in Westeuropa unser bestehendes Portfolio in Osteuropa zu diversifizieren, sehen wir in dem Portfolio der Tower Group eine ideale Gelegenheit, unseren Markteintritt in den deutschen Wohnimmobilienmarkt vorzunehmen“, kommentiert Derk Stikker, Chief Financial Officer der BXR-Gruppe.

Im Mai 2009 stellte Cushman & Wakefield (C&W) die Investmentgesellschaft BXR als potenziellen Eigenkapitalpartner vor und die deutsche Corporate-Finance-Abteilung von C&W beriet BXR im Folgenden bei der immobilären Due Diligence und Ausarbeitung des Businessplans. Dewey and LeBoeuf LLP zeigten sich für die rechtliche Due Diligence verantwortlich. Arcadis Deutschland GmbH war Berater im Rahmen der technischen Due Diligence und die KPMG AG beriet BXR bei bilanziellen und steuerlichen Themen.
„Seit Ausbruch der Finanzkrise ist diese Transaktion die erste erfolgreiche Restrukturierung einer deutschen Immobiliengesellschaft, die alle Anteilseigner, Kreditgeber und Anleihegläubiger vollumfänglich einbezieht. Aufgrund des ganzheitlichen und innovativen Ansatzes kann sie als Anleitung für ähnlich gelagerte Restrukturierungsthemen dienen“, kommentiert Matthias Franz,

(Redaktion)


 


 

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