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Abgeltungssteuer optimal nutzen

Chancen und Risiken für langfristige und kurzfristige Anleger

(bo/ddp.djn). Mit der Einführung der Abgeltungssteuer im nächsten Jahr kommen auf die Anleger eine Reihe von Neuerungen zu. Doch nicht alles wird sich für Aktionäre zum Guten wenden. So werden zukünftig Dividenden voll besteuert. Bisher wurden sie nur zu 50 Prozent mit dem individuellen Steuersatz belegt. Entfielen auf 100 Euro Dividende bei einem individuellen Steuersatz von 35 Prozent also 17,50 Euro Steuern, ist damit in Zukunft Schluss. Ab Januar werden auf eine Dividende in gleicher Höhe 25 Euro Abgeltungssteuer fällig. Nur bei einem individuellen Steuersatz von weniger als 25 Prozent, besteht die Möglichkeit, die Dividende entsprechend geringer besteuern zu lassen. Im Übrigen entfällt durch die Abgeltungsteuer die Möglichkeit, Aufwendungen im Zusammenhang mit Dividenden steuerlich abzusetzen.

Zudem wird mit Einführung der Abgeltungssteuer die Regelung zur
Spekulationsfrist abgeschafft. Bisher hatten Aktionäre gute Karten,
wenn sie die Aktien länger als 12 Monate hielten. Denn nach Ende dem
Ende der dieser sogenannten Spekulationsfrist konnte der Anleger den
Gewinn einstreichen. Doch ab 2009 spielt die 12-Monats-Frist absolut
keine Rolle mehr. Die Gewinne aus dem Verkauf von Aktien unterfallen
grundsätzlich zu 25 Prozent der Abgeltungssteuer. Dabei gilt erneut,
dass nur bei einem individuellen Steuersatz von weniger als 25
Prozent die Steuerbelastung etwas geringer wird. Diese Neuregelung
gilt natürlich nur für Aktien, die ab dem 1. Januar 2009 gekauft
werden. Bei «Altaktien» bleibt es weiterhin bei der bisherigen
Regelung. Werden sie nach Ablauf der 12-monatigen Spekulationsfrist
veräußert, bleibt der Ertrag steuerfrei.

Allerdings bietet die Abgeltungssteuer auch Sparmöglichkeiten.
Denn mit ihrer Einführung können aktuelle Gewinne mit Verlusten
verrechnet werden. Verluste durch den Verkauf von Fondsanteilen
mindern zugleich entsprechende Zinseinkünfte. Allerdings gibt es eine
Ausnahme bei Aktien. Verluste aus Spekulationsgeschäften mit ihnen
können allein mit Aktiengewinnen verrechnet und nicht etwa mit
Zinserträgen verrechnet werden.

Mit dieser Regelung will die Bundesregierung Steuereinbrüche nach
schlechten Börsenzeiten vermeiden. Umgekehrt gilt aber, dass Gewinne
aus dem Aktienverkauf in vollem Umfang mit anderen Verlusten -
beispielsweise aus dem Verkauf von Fondsanteilen - verrechnet werden
können.

Für Anleger kommt es nun darauf an, sich geschickt zu verhalten.
Sind Aktien langfristiger Bestandteil der Vorsorge, empfiehlt es sich
noch 2008 Aktien zu kaufen und diese dann so lange wie möglich zu
halten, um die Steuerfreiheit auszureizen. Wer hingegen häufiger
umschichtet und eher ein kurzfristiger Aktienanleger ist, für den
dürfte die Abgeltungssteuer eher vorn Vorteil sein. Denn es sinkt ab
2009 individuellen Steuersatz von bis zu 45 Prozent auf die Höhe der
Abgeltungssteuer von «nur» noch 25 Prozent. Außerdem können Gewinne
und Verluste besser und länger als bisher verrechnet werden.

(rheinmain)


 


 

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