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  • 12.05.2016, 09:12 Uhr
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  • Rhein-Main
Cloud

Deutsche Internetwirtschaft 2016 – Cloud als Wachstumsträger

Die deutsche Internetwirtschaft boomt – zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie des Branchenverbands ECO. Im vergangenen Jahr konnten entsprechende Unternehmen knapp 73 Milliarden Euro umsetzen, bis 2019 soll diese Zahl jährlich um 12 Prozent steigen und 114 Milliarden Euro erreichen. Zu den Grundpfeilern dieses Wirtschaftszweigs gehören beispielsweise Webhosting-, Mobilfunk- oder Cloud-Anbieter.


Bildrechte: Flickr 3D Cloud Computing Chris Potter CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Aber auch Softwareentwickler, der E-Commerce und Streaming-Dienstleister werden dazu gezählt und machen einen großen Teil der Branche aus. Größter Profiteur des Wachstums sind vor allem Anbieter für Webhosting und Cloud Computing. Schließlich ist die Internetwirtschaft auf die leistungsstarken Server der Provider angewiesen, um ihre Dienstleistungen und Services online anbieten zu können. Die Verantwortlichen der ECO-Studie gehen daher bei entsprechenden Anbietern sogar von einem Umsatzwachstum von 42 Prozent bis 2019 aus. Um diese Zahlen zu erreichen, wird es allerdings nötig, die Dateninfrastruktur in Deutschland zu stärken und massiv in den Ausbau zu investieren. Andernfalls könnte das Wachstum der gesamten Branche darunter leiden.

Weltweit gefragt

Europäische und insbesondere deutsche Cloud-Dienste sind weltweit gefragt. Grund dafür sind vor allem diverse Geheimdienstaffären und der massive Vertrauensverlust, den US-amerikanische Anbieter dadurch erlitten haben. Das strenge deutsche Datenschutzrecht schützt die Privatsphäre der Cloud-Nutzer. Diese Datensicherheit führt zu einer großen Nachfrage nach hiesigen Diensten, wodurch einige Provider wie 1und1.de seit einiger Zeit massiv in ihre Services investieren. Dass diese Investitionen sich auszahlen, zeigte zuletzt auch die Cloud Spectator Studie. Die Verantwortlichen der Studie testeten das Cloud-Angebot von 17 international tätigen Providern. Dafür wurden jeweils Server mit identischer Hardware gemietet und einem 24-stündigen Intensivtest unterzogen. Die daraus gewonnenen Performance-Daten der Anbieter wurden anschließend ausgewertet und gegenübergestellt. Dabei setzte sich das aus Deutschland stammende Unternehmen 1und1 durch und landete in den Benchmarks weit vorne.

Datenschutz aus Deutschland

Nach Informationen von Spiegel Online plant auch die EU-Kommission ein länderübergreifendes Cloud-Angebot: Profitieren sollen davon vor allem mittelständische Unternehmen und die Forschung. Dazu stellt die zuständige Forschungskommission insgesamt 2 Milliarden Euro zur Verfügung, weitere 4,7 Milliarden sollen aus öffentlichen und privaten Mittel hinzukommen. Zunächst soll diese "Europäische Cloud" nur für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung gestellt werden, später sollen dann auch Unternehmen Zugriff auf die sicheren Speichersysteme erhalten. Die Inbetriebnahme dieser EU-Cloud wird allerdings noch dauern. Erst 2020 soll die sichere europäische Infrastruktur aus Rechenzentren und Datennetzen fertiggestellt werden – bis dahin müssen die Unternehmen noch auf Cloud-Angebote von kommerziellen Anbietern setzen.

(Redaktion)


 


 

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