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Dresdner Bank-Übernahme

Commerzbank-Chef: Alle Kunden behalten ihre Berater und Kontonummern

(bo/ddp.djn). Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Blessing hat zugesichert, dass alle Kunden auch nach der Übernahme der Dresdner Bank ihre Berater und Kontonummer behalten. Der «Bild»-Zeitung (Dienstagausgabe) sagte Blessing auf die Frage, ob die Kunden neue Berater bekommen: «Nein, nur in Ausnahmefällen! Wir wollen nur Filialen zusammenlegen, die in unmittelbarer Nachbarschaft liegen. Ganz wichtig auch: Wir werden dafür sorgen, dass jeder seine Kontonummer und Bankleitzahl behält.» Die Zahl der Filialen der beiden Banken soll von derzeit rund 1900 auf zirka 1200 reduziert werden.

Blessing stellte klar, dass die neue Großbank den Namen
Commerzbank tragen werde. Das Institut werde «am Ende des
Zusammengehens den einheitlichen Namen Commerzbank haben. Das wird
aber bestimmt noch zwei Jahren dauern, bis Filialnetz, Technik und
Verwaltung zusammengelegt sind», sagte Blessing. Beim Jobabbau seien
zudem beiden Häuser betroffen. Es würden keine Quoten festgelegt. Im
Zuge der Fusion ist der Abbau von 9000 Stellen geplant. Bis 2011
sollen betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen sein.

Dagegen befürchten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der
Dresdner Bank bei der Fusion einen Stellenabbau vor allem zu Lasten
der eigenen Mitarbeiter. «Das Signal an die Mitarbeiter ist
erschreckend», sagte Claudia Eggert-Lehmann, stellvertretende
Aufsichtsratsvorsitzende der Dresdner Bank, der Nachrichtenagentur
Dow Jones Newswires. Die sich abzeichnende Struktur des neuen
Instituts zeige bereits, wo der größte Teil des Personalabbaus zu
erwarten sei. In der neunköpfigen Führungsriege der neuen Bank ist
lediglich Herbert Walter von Seiten der Dresdner Bank vertreten. Die
anderen Vorstände kommen von der Commerzbank.

Bei den Gesprächen habe sich der Commerzbank-Vorstand weder auf
Kündigungsverzicht noch auf Standortsicherung festlegen wollen, sagte
Eggert-Lehmann. «Er wollte auch nicht festhalten, dass der
Stellenabbau gleichmäßig auf beide Institute verteilt wird.»

Die Betriebsräte der Dresdner Bank und deren Konzernmutter Allianz
sehen die Fusion kritisch. Das Problem des Investmentbankings sei
alleine durch das Zusammengehen nicht gelöst, erklärten die
Betriebsräte der Dresdner Bank und des Münchener Allfinanzkonzerns am
Montagabend. Außerdem sei die vollständige Finanzierung des Kaufs von
den zukünftigen Beschlüssen abhängig und deshalb mit Risiko behaftet.

Die Kernpunkte der betriebsrätlichen Forderungen seien nach wie
vor der Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen über 2011
hinaus, kein Outsourcing mit Verschlechterung der Arbeitsbedingungen
und Standortgarantien. Von der Commerzbank sei eine Erklärung
abgegeben worden, die einen «unzureichenden Kündigungsschutz»
enthalte. Hier erwarteten die Betriebsräte Zusagen, mit denen den
Mitarbeitern beider Banken Zukunftssicherheit gegeben wird.

(rheinmain)


 


 

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