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Noro- und Rotaviren in Hessen

Immer mehr schwere Magen-Darm-Infektione

Die Zahl der schweren Magen-Darm-Infektionen ist in Hessen innerhalb der letzten acht Jahre um das Vierfache angestiegen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen erkrankten im Jahr 2002 fast 3.200 Menschen in Hessen an den so genannten Noro- und Rotaviren, 2009 waren es mehr als 12.600.

Die Erreger sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Verursachern von schweren Brechdurchfällen. Die TK bezieht sich auf eine Statistik des Robert Koch-Instituts.

"Da man sich bereits über kleinste virushaltige Luftpartikel anstecken kann, besteht gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Altenheimen und Krankenhäusern verstärkte An-steckungsgefahr", erklärt Denise Jacoby, Sprecherin der TK in Hessen. Die Erkrankungsfälle zeigen, dass vor allem Kinder und ältere Menschen betroffen sind: Dieses Jahr wurden dem Robert Koch-Institut bereits fast 11.000 Fälle gemeldet – darunter mehr als 2.500 Kinder unter zehn Jahren und über 5.400 Menschen im Alter von über 60 Jahren.

Wer sich infiziert hat, bemerkt das nach ein bis drei Tagen: Die Krankheit zeichnet sich durch starkes Erbrechen, Durchfälle, Übel-keit, Kopf- und Bauchschmerzen aus. "Die Betroffenen verlieren viel Flüssigkeit und sollten deshalb viel trinken", rät Jacoby. Da die Viren noch bis zu acht Tagen nach der Erkrankung ausgeschieden werden können, sind Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen mit Seife besonders wichtig.

Toiletten und Oberflächen sollten mit handelsüblichem Haushalts-reiniger geputzt und Kleidung besonders heiß gewaschen werden. Wer einen akut Erkrankten pflegt oder besucht, sollte auf die Händedesinfektion achten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen, um eine Tröpfcheninfektion zu vermeiden.

Die Darminfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern werden vor allem durch Rotaviren ausgelöst. "Kinder kann man vor den teils heftigen Folgen einer Infektion schützen. Die TK übernimmt seit 2008 die Kosten für die Impfung gegen Rotaviren", so Jacoby. Je nach Impfstoff besteht die Impfung aus zwei oder drei Einzeldosen und muss bis zur 24. beziehungsweise 26. Lebenswoche ab-geschlossen sein, denn die Impfstoffe sind nur bis zu diesem Alter zugelassen. Der Schutz soll zwei bis drei Jahre anhalten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Rotavirus-Impfung bisher zwar nicht in ihre Empfehlungsliste aufgenommen, sagt aber, dass Säuglinge, die zum Beispiel in Kindertagesstätten versorgt werden, von der Impfung profitieren können. Die TK in Hessen rät Eltern, sich in jedem Fall vom Kinderarzt beraten lassen, der die individuelle soziale und gesundheitliche Situation am besten be-urteilen kann. Die Eltern sollten Nutzen und Risiko abwägen und gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, ob eine Impfung individuell sinnvoll ist. Zu den Nebenwirkungen, die von den beiden Herstellern der Impfstoffe als "sehr häufig" oder "häufig" klassifiziert werden, gehören zum Beispiel Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauch-schmerzen, Fieber oder Infektionen der oberen Atemwege.

(Denise Jacoby)


 


 

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