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Gegen Burschenschaften

100 Menschen protestieren in Darmstadt

(bo/dapd-hes). Rund 100 Menschen haben nach Polizeiangaben am Samstag gegen ein Treffen von Studentenverbindungen in der Orangerie in Darmstadt protestiert.

In der Nacht zuvor war das Gebäude mit Farbanschlägen verwüstet worden. Die Täter schmierten an die Fassade des Schlösschens mehrfach mit Farbe die Aufschrift: "Keinen Raum mehr für Burschenschaften". Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 50.000 Euro.

Die Täter hatten in der Nacht zum Samstag zehn mit Farbe gefüllte Gläser gegen die Südseite der Orangerie geworfen. Dabei wurden zehn Scheiben zerstört. Zudem wurden 50 weitere Fenster sowie die Hausfassade durch die Farbe verschmutzt. Im Innenbereich wurden Vorhänge, Wand und Parkettböden beschädigt. Die Studentenverbindungen konnten nach Angaben der Polizei in den Räumen jedoch wie geplant ihre Feierlichkeiten abhalten. Erwartet wurden etwa 200 Alte Herren und Verbindungsstudenten.

Der AStA der TU Darmstadt und linke Gruppen hatten unter dem Motto "Der Reaktion ins Bier spucken" zum Protest gegen die Veranstaltung aufgerufen. Die Demonstranten zogen am Samstagnachmittag vom Luisenplatz zur Orangerie. Der Polizeisprecher sagte, dass es dort zu Schmährufen und Beleidigungen gekommen sei, vereinzelt seien auch Böller geworfen worden. Die Lage habe sich aber bald wieder beruhigt. Der Protest habe aber keine Auswirkungen auf die Veranstaltung gehabt.

Die Jubiläumsveranstaltung des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA) hatte eigentlich in Frankfurt stattfinden sollen. Doch nach öffentlichem Protest zog die IHK die Erlaubnis für die Nutzung ihrer Räume zurück. Daraufhin wich der Verband für seinen sogenannten Akademikertag und anschließenden Kommers auf die Orangerie in Darmstadt aus. Linke Gruppen kündigten Gegenkundgebungen an und forderten die Auflösung von Verbindungen. Sie kritisieren das "reaktionäre Weltbild" der Korporationen und werfen ihnen Nähe zu rechtsextremen Burschenschaften vor. Der Verband wehrt sich gegen die Vorwürfe. "Rechts- wie Linksextreme haben bei CDA keinen Platz", heißt es auf der Homepage. Zum Akademikertag würden "nur ungescholtene Bürger" Zugang haben.

(dapd )


 


 

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