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Marktkommentar Aktien

Deutschland – England 4:1

Die US-Börsen gingen am Freitag mit einem gemischten Bild aus dem Handel. Während der Dow leichte Abschläge hinnehmen musste, notierten die anderen, führenden Indizes im Plus. Am deut-lichsten ging es für den marktbreiten Russel 2000 (+1,89 %) nach oben.

Die beste Tagesperformance vollzog der Sektor Financials (+2,8 %). Nach der Ursache dafür muss nicht lange gesucht werden. Der Kompromiss im Kongress zur geplanten Finanzmarktreform wurde positiv aufge-nommen.

Demnach müssen sich die Banken zwar von einem Teil des Derivatehandels trennen, grundsätzlich darf das Geschäft aber weiter betrieben werden. Damit fielen die Einschränkungen geringer aus, als dies im Vorfeld befürchtet worden war. Neben den Finanzwerten verbuchten auch die Bereiche Materials (+1,4 %) und Utilities (+0,6 %) Zugewinne. Bei den Einzelwerten standen u.a. Oracle (+1,7 %) und Research in Motion (-10 %) im Blickpunkt. Erstgenannte hatten ein über den Erwartungen liegendes Quartalsergebnis präsentiert, RIM verkaufte in den letzten Monaten weniger Geräte als erwartet. An der NYSE wurden 2,55 Mrd. Aktien umgesetzt, was ein verhält-nismäßig hohes Volumen darstellt.

In dieser Woche stehen die Quartalsberichte von Micron Technologies, General Mills, Apollo Group, Monsanto und Constellation Brands auf der Agenda. Darüber hinaus gilt es weiter die anstehenden Konjunkturdaten im Blick zu haben. Jedoch wird es erst ab Donnerstag richtig spannend werden, wenn der ISM Index für das verarbeitende Gewerbe ver-öffentlicht wird. Am Freitag steht mit dem monatlichen Arbeitsmarktbericht ein weiteres „Schwergewicht“ auf der Agenda.

Die zuletzt etablierte Abwärtsbewegung des Dax setzte sich auch am Freitag fort. Der Index ging mit einem Abschlag von 0,73 % bei 6.070,60 Zählern aus dem Handel. Erneut machten Zweifel an der langfristigen Zahlungsfähigkeit Griechenlands die Runde, hinzu machte man sich an den Märkten über die weltweite Konjunkturerholung Sorgen, nachdem das Wachstum in den USA geringer als erwartet ausfiel. Die Commerzbank führte mit einem Kursplus von 1,95 % die Gewinnerliste des Dax an. Deutsche Telekom (+1,67 %) und Beiersdorf (+1,41 %) folgten. Daimler (-3,25 %) musste hingegen die deutlichsten Kursabschläge hinnehmen. Von Unternehmensseite stehen kaum entscheidende Nachrichten auf der Agenda.

Hingegen könnten die Aktienmärkte vom Ergebnis des G20-Gipfels etwas Rückenwind bekommen. Vor allem die Tatsache, dass man sich nicht auf eine Neuregulierung der Finanzmärkte verständigen konnte, ist zu erwähnen. Darüber hinaus haben sich die Teilnehmer auf einen Aus-stieg aus den staatlichen Stützungs- und Konjunkturmaßnahmen geeinigt, ohne dies genauer zu spezifizieren. Weiterhin sehr spannend stellt sich das charttechnische Bild des Dax dar. Wie zu erkennen ist, wurde die für den weiteren Verlauf sehr wichtige Unterstützungszone im Bereich von 6.050 Zählern am Freitag bereits erreicht, jedoch konnte das Level auf Schlusskursbasis verteidigt werden. Entsprechend muss davon ausgegangen werden, dass ein nachhaltiger Ausbruch auf der Unterseite zu einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung führen wird. Angesichts der sich im „short-Modus“ befindlichen Trendfolgeindikatoren (wie z.B. der DMI) sollte die Wahrscheinlich-keit dafür hoch sein. Die nächsten Kursziele finden sich dann bei 5.970 und 5.885 Punkten.

(Christian Schmidt)


 


 

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