Weitere Artikel
Deutsche-Bank-Chef Ackermann ist top

DAX-Chefs verdienen im Schnitt etwa 4,86 Millionen Euro

(bo/ddp.djn). Seit Monaten kämpfen viele Arbeitnehmer in Deutschland um höhere Gehälter. In der Stahlbranche, im Einzelhandel oder im öffentlichen Dienst traten die Beschäftigten unter anderem in Warnstreiks, um Lohnforderungen im einstelligen Prozentbereich durchzusetzen. Die Chefs einiger DAX-Unternehmen kamen ohne Streiks und Demonstrationen zu kräftigen Gehaltserhöhungen.

Trotz eines verlustreichen Geschäftsjahres 2007 und einer miserablen Finanzlage erhielt beispielsweise der Chef des Chipherstellers Infineon, Wolfgang Ziebart, ein Gehaltsplus von 90 Prozent. Mit verbesserten Altersbezügen stiegen seine Bezüge laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Managementberatung Towers Perrin auf 4,3 Millionen Euro. Allerdings muss Ziebart laut Medienberichten derzeit auch jederzeit mit einem Rauswurf rechnen.

Sein Nachfolger wird es dann wohl schwerer haben, dieses Gehalt ebenfalls zu erhalten. Laut der Studie verdienten die 2006 und 2007 neu eingestellten DAX-Vorstandsvorsitzenden deutlich weniger als ihre Vorgänger. Bei einer Gesamtbetrachtung von 29 der 30 DAX-Unternehmen stagnierte 2007 nämlich die durchschnittliche Vergütung der Konzernlenker. Die Bezüge verharrten nach Angaben der Studie bei 4,86 Millionen Euro. SAP legte bisher noch keine Zahlen vor.

Bei den 22 Konzernlenkern, die allerdings mindestens seit 2006 ihr Amt innehaben, stiegen die Bezüge durchschnittlich um 8,7 Prozent auf 5,25 Millionen Euro. Nach Ziebart verzeichnete Daimler-Chef Dieter Zetsche den größten Zuwachs. Seine Gesamtvergütung mit der Altersversorgung und den variablen Bezügen erhöhte sich um 36,5 Prozent auf 10,7 Millionen Euro. Damit lag Zetsche auch auf dem zweiten Platz der Topverdiener.

Den ersten Platz mit deutlichem Abstand nahm laut der Studie erneut der Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann ein. Er verdiente im vergangenen Jahr 14,3 Millionen Euro. Das entsprach bei der Gesamtvergütung einem Plus von 5,5 Prozent. Der Jahresüberschuss des größten deutschen Kreditinstituts erhöhte sich 2007 um sieben Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Den dritten Rang hatte Linde-Lenker Wolfgang Reitzle mit 8,2 Millionen Euro inne.

Einige der DAX-Chefs mussten auch deutliche Einbußen bei ihren Gehältern in Kauf nehmen. So bekam der Vorstandsvorsitzende von Lufthansa, Wolfgang Mayrhuber, von seinem Konzern im vergangenen Jahr 36,6 Prozent weniger als im Vorjahr überwiesen. Damit lag sein Gehalt noch bei 3,2 Millionen Euro. Ähnliche Einbußen, die vor allem mit einem Rückgang der variablen Vergütungen zusammenhingen, hatte der Chef des Münchener Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Georg Funke verlor, auch infolge des verfehlten Geschäftsziels seines Unternehmens für 2007, rund 33 Prozent seiner Gesamtvergütung. Damit erhielt er nur noch 2,3 Millionen Euro und war der DAX-Geringverdiener des vergangenen Jahres.

(rheinmain)


 


 

DAX
Chefs
Gehälter
Deutsche Bank
Lufthansa

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "DAX" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: