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Neuerungen im DB-Fernverkehr wirken sich auf den Nahverkehr in Mittelhessen aus

Vor- und Nachteile bringt ein neues Fernverkehrs-Konzept der Deutschen Bahn (DB) für die Kundinnen und Kunden des Rhein-Main- Verkehrsverbundes (RMV) in Mittelhessen. Auslöser ist der Wunsch der DB, ihren Fernverkehr zu verbessern, konkret die Züge der IC-Linie 26 Hamburg – Kassel – Gießen – Frankfurt – Karlsruhe mit einer neuen Streckenführung um bis zu 30 Minuten zu beschleunigen. Logische Folge: Aufgrund der neuen Zeitlage der IC-Züge mussten auf dem stark genutzten Korridor für die dort bislang fahrenden Züge des MittelHessenExpress (RMV-Linie 30/40) neue Lagen gesucht werden. Gemeinsam mit den Vertretern der betroffenen Landkreise und Städte und der Deutschen Bahn informierte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in mehreren Pressekonferenzen entlang der Strecke über die einzelnen Veränderungen, die zum bevorstehenden Fahrplanwechsel am 13. Dezember in Kraft treten.

Stefan Schubert, Sprecher Fahrplan / Leiter Jahresfahrplan von DB
Fernverkehr, erläuterte zunächst das Konzept der Deutschen Bahn: Im
Fahrplan 2010 komme es im Fernverkehr zu einer systematischen
Beschleunigung der IC-Linie 26 (Stralsund -) Hamburg - Göttingen - Gießen -Frankfurt - Karlsruhe. Die Linie wird dazu zwischen Hannover und Göttingen neu über die Schnellfahrstrecke statt via Leinetal geführt. Dadurch ergibt sich südlich von Göttingen eine um 30 Minuten veränderte Zeitlage mit dem entsprechenden Reisezeitgewinn bis und ab Frankfurt. Schubert: “Aus der Region Mittelhessen gelangt man dann künftig umsteigefrei 30 Minuten schneller nach Norddeutschland“.

Der Fernverkehr möchte dadurch eine verbesserte Auslastung der Linie 26 im Abschnitt Hamburg - Gießen/Frankfurt und eine Entlastung der stark besetzten ICE-Linien 20/22 (Hamburg – Basel/Stuttgart) erreichen. Außerdem biete die Deutsche Bahn ab Dezember eine attraktive Eurocity- Verbindung von Siegen über Wetzlar, Gießen und Bad Nauheim nach Frankfurt am Main an, ergänzte Schubert von der Deutschen Bahn: „Damit entstehen auch direkte Reisemöglichkeiten nach Stuttgart, München, Salzburg und Klagenfurt. Die Verbindung ist sowohl für Pendler ins Rhein- Main-Gebiet als auch für Touristen interessant.“ Konkret heißt das für die Nutzer der RMV-Angebote, dass ab 13. Dezember zweistündlich in den geraden Stunden der MittelHessenExpress Richtung Frankfurt in Gießen überholt wird.

Er rutscht damit alle zwei Stunden zwischen Gießen und Frankfurt in die bisherige Fahrplan-Lage einer RegionalBahn und hält wie diese auf seinem Weg nach Frankfurt zusätzlich in Großen-Linden, Langgöns, Kirch-Göns, Ostheim und Bad Vilbel. Diese Orte sind damit aufgrund des Flügelungskonzeptes des MittelHessenExpress sowohl aus Richtung Dillenburg als auch aus Richtung Marburg künftig umsteigefrei zu erreichen. Die Fahrtzeit des MittelHessenExpress verlängert sich allerdings alle zwei Stunden um 20 Minuten. Das Gleiche gilt für die Gegenrichtung: Aus Richtung Frankfurt startet der MittelHessenExpress in den geraden Stunden 20 Minuten früher. Auswirkungen gibt es auch auf die schnelleren RegionalExpress-Züge der RMV-Linie 40, die von Siegen kommend nach Frankfurt unterwegs sind. Sie fahren künftig alle zwei Stunden in der Zeitlage, in der bislang der InterCity verkehrt.

Sie können daher nicht mehr in Großen-Linden, Langgöns und Bad Nauheim halten, bieten allerdings für die Zusteiger in Haiger, Dillenburg, Herborn, Wetzlar und Gießen schnellere Fahrtzeiten von bis zu 20 Minuten nach Frankfurt. Diese kürzeren Fahrtzeiten wird es auch in der Gegenrichtung geben. Zusätzlich werden gute Anschlüsse in Gießen Richtung Marburg geboten, ab dem übernächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2010 dank eines weiteren Flügelungskonzeptes sogar umsteigefrei. Es gibt auch Auswirkungen auf die Züge der S 6 (Friedberg – Frankfurt- Süd): jedoch begrenzt auf das Fahrplanjahr 2010 und indirekt, indem der  verlegte RE Richtung Frankfurt die S 6 alle zwei Stunden in Nieder- Wöllstadt überholt, was mit Wartezeiten von einigen Minuten verbunden ist. Was sich auf der Nord-Süd-Achse tut, hat natürlich auch Folgen für die Anschlusszüge. So mussten Fahrtzeiten angepasst werden auf der Lahntalbahn (RMV-Linie 25) und der Horlofftalbahn (RMV-Linien 31/32). Der Leiter der Verkehrs- und Mobilitätsplanung beim RMV, Thomas Busch bedankte sich in diesem Zusammenhang bei allen für den Nahverkehr lokal Verantwortlichen und bei den beteiligten Sparten der Deutschen Bahn Nahverkehr, Fernverkehr und Netz für das gute Zusammenwirken.

 „Der neue Fahrplan mit seinen unterschiedlichen Taktzeiten entspricht zwar nicht dem RMV-Ideal. Aber in gemeinsamer Arbeit haben wir das Ziel erreicht, die für die Region bedeutsamen Anschlüsse ans Fernverkehrsnetz zu erhalten und gleichzeitig die Nahverkehrsverbindungen unter den neuen Rahmenbedingungen zu optimieren. Und das trotz der beengten Verhältnisse auf der sehr stark ausgelasteten zweigleisigen Strecke der Main-Weser-Bahn.“ Wie das Ergebnis im Detail aussieht, können die Fahrgäste den Fahrplanheften entnehmen, die speziell zu „Änderungen auf der Main- Weser-Bahn“ erstellt wurden. Sie werden spätestens in den ersten Dezembertagen in den RMV-Mobilitätszentralen und den großen Bahnhöfen an der Strecke ausliegen. Auch eine Verteilung in Zügen ist vorgesehen. Im persönlichen Gespräch erteilt die RMV-Hotline Auskünfte (01805/7 68 46 36 beziehungsweise 01805/rmvinfo) – übrigens auch neu zum Fahrplanwechsel künftig rund um die Uhr. In der elektronischen Fahrplanauskunft unter www.rmv.de sind die veränderten Verbindungsdaten ebenfalls bereits abrufbar.

Änderungen bei Anschlusszügen im Einzelnen:

Linie S6 Friedberg – Bad Vilbel - Frankfurt: Täglich sieben Fahrten (zweistündlich 1. Abfahrt 9:10, letzte Abfahrt 21:10 Uhr ab Friedberg): Sieben Minuten früher in Friedberg ab als bisher.

Linie 25: Koblenz – Limburg – Wetzlar – Gießen (Lahntalbahn) Die Abfahrtszeit der RegionalBahn 25340 (Gießen ab 5.23 Uhr musste Montag bis Freitag aufgrund der veränderten Angebotskonzeption auf der Linie 40 vorverlegt werden (neue Abfahrt in Gießen 5.18 Uhr), es konnte der Übereckanschluss in Eschhofen auf den RegionalExpress 15123 (Abfahrt 6.29 Uhr Richtung Frankfurt) hergestellt werden.

Die RegionalBahn 25341 fährt Montag bis Freitag früher in Limburg (4.37 Uhr statt 4.44 Uhr) ab In Wetzlar bestehen Anschlüsse um 5.42 Uhr auf StadtExpress nach Gießen sowie auf den „RegionalExpress-Sprinter“ von Siegen nach Frankfurt. Aufgrund der Doppelüberholung in Gießen kommt RB 25340 erst um 6.00 Uhr in Gießen an (bisher 5.57 Uhr). Um 6.07 Uhr besteht auch in Gießen ein weiterer Anschluss auf den RegionalExpress nach Frankfurt.

Linie 31/32: Wölfersheim-Södel - / Nidda – Beienheim – Friedberg – Frankfurt (Horlofftalbahn) In Folge der veränderten Fahrpläne und Trassenbelegung auf der Main- Weser–Bahn werden die durchgehenden Züge Nidda – Frankfurt Hauptbahnhof Montag bis Freitag teilweise in neuen Zeitlagen verkehren.

Der erste Zug ab Nidda um 5.23 Uhr (bisher 5.17 Uhr) fährt jetzt durch nach Frankfurt (an 6.33 Uhr), der Zug 5.46 Uhr ab Nidda endet nun in Friedberg, hier besteht Anschluss nach Frankfurt. In Frankfurt Hauptbahnhof sind die neuen Abfahrten nach Nidda um 16.44 Uhr (bisher 16.15 Uhr) und um 18.45 Uhr (bisher 18.27 Uhr). In Folge der geänderten Fahrzeiten der Züge nach/von Frankfurt Hauptbahnhof werden die Anschluss-Züge zwischen Beienheim und Wölfersheim-Södel angepasst, um die Umsteigemöglichkeiten sicher zu stellen.

Linie 33: Friedberg – Hanau Der Montag bis Freitag bisher um 13.45 Uhr in Friedberg beginnende Zug nach Hanau fährt bereits um 13.32 Uhr ab Bad Nauheim. Die neue umsteigefreie Verbindung in Richtung Nidderau und Hanau kommt vor allem dem Schülerverkehr zugute. In Nidderau besteht Anschluss in Richtung Stockheim.

RMV-Linie 34 Glauburg-Stockheim – Bad Vilbel – Frankfurt (Niddertalbahn) Der Montag bis Freitag bislang um 18.44 Uhr in Frankfurt Hauptbahnhof startende Zug beginnt erst in Bad Vilbel seine Fahrt (ab 19.03 Uhr). Dafür gibt es in Frankfurt eine neue Verbindung 19.15 Uhr ab Frankfurt über Bad Vilbel nach Stockheim. Zusätzlich kann man um 18.45 Uhr mit der RMVLinie 32 nach Bad Vilbel zu fahren und dort um 19.03 Uhr in den bereits genannten Zug umzusteigen.

RMV-Linie 35: Gießen – Alsfeld – Fulda (Vogelsbergbahn) Statt 5.03 Uhr ab Alsfeld startet man bereits um 4.57 Uhr, damit man in Gießen um 6.07 Uhr eine neue Anschlussverbindung mit einem RE nach Frankfurt nutzen kann. Außerdem ist alle zwei Stunden aus Richtung Alsfeld ein direkter Anschluss nach Frankfurt nur noch mit dem IC möglich. Auf die Weiterfahrt mit dem Nahverkehr muss man dann einige Minuten länger warten als bisher.

 RMV-Linie 36: Gießen – Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) keine Änderungen RMV-Linie 41: Betzdorf – Haiger – Dillenburg (Hellertalbahn) keine Änderungen

(Redaktion)


 


 

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