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Der demografischen Herausforderung mit Zeitwertkonten begegnen

Zeitwertkonten sind ein wichtiges personalpolitisches Instrument, um die anstehenden demografischen Herausforderungen zu meistern. Zu den wichtigsten zählen hier die längerfristige Auslastungssteuerung sowie die Gestaltung von Vorruhestandsregelungen.

Allerdings unterstützen aktuell implementierte Systeme diese Zielstellungen noch nicht in jedem Fall optimal. Um mit dem Personalinstrument Zeitwertkonto die vom Arbeitgeber gewünschten Mitarbeitergruppen im Unternehmen besser zu erreichen, ist der Aufbau von flexiblen und vor allem stärker differenzierten Modellen notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der auf Personalmanagement-Themen spezialisierten Unternehmensberatung Rauser Towers Perrin unter rund 100 großen und mittleren Unternehmen.

Zeitwertkonten als wichtiges Personalinstrument

Vor dem Hintergrund der gesetzlich geregelten Anhebung des Rentenregeleintrittsalters und neuen Bedingungen für die Altersteilzeit werden Zeitwertkonten noch stärker als attraktives personalpolitisches Instrument bewertet. So geben 94 Prozent der Studienteilnehmer an, dass Zeitwertkonten eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der demographischen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt spielen. Im Wesentlichen wird dies begründet mit der Finanzierung des vorgezogenen Ruhestands in Kombination mit künftigen ungünstigeren Bedingungen der Altersteilzeitregelung.

Bei knapp einem Drittel der Befragten sind Zeitwertkonten bereits im Unternehmen etabliert. Dabei handelt es sich vor allem um mittelständische bis große Unternehmen. Betriebe mit weniger als 5.000 Mitarbeitern zeigen sich dagegen deutlich zurückhaltender im Hinblick auf den Einsatz dieses Instruments. "Das wird sich ändern", erwartet Dr. Claudio Thum, Studienautor und Experte für betriebliche Versorgungssysteme bei Rauser Towers Perrin in Reutlingen, "denn von der zunehmenden Verbreitung standardisierter und kostengünstigerer Verwaltungslösungen werden vor allem kleinere und mittlere Betriebe profitieren."

Neue Zielstellung: Steuerbarer Vorruhestand

Fast drei Viertel der Studienteilnehmer (74%) geben an, dass das Hauptziel von Zeitwertkonten in ihrem Unternehmen die Finanzierung des vorgezogenen Ruhestands ist. Bei Unternehmen, die ihre Zeitwertkonten in Geld führen, liegt dieser Wert sogar bei nahezu 100%. Christian Schulz, Studienautor und Berater bei Rauser Towers Perrin, interpretiert dies als Anlass für eine notwendige Neuausrichtung der Zeitwertkontenmodelle: "Wir sehen, dass sich mit der Änderung der Ziele auch die Anforderungen an die Modellgestaltung ändern. Freiwillige Modelle zum Bruttosparen sind in aller Regel ungeeignet für den Vorruhestand. Stattdessen werden auf Mitarbeitergruppen abgestimmte und für den Arbeitgeber steuerbare Lösungen benötigt."

Kontenführung in Geld dominierend

Durchschnittlich werden jährlich ca. 2250 Euro in die in Geld geführten Konten eingebracht, was in etwa vier bis fünf Prozent des jährlichen Einkommens entspricht. Auch bei den in Zeit geführten Konten bewegt sich die Durchschnittsdotierung in einer ähnlichen Größenordnung.

Zunehmend, so ein weiteres Ergebnis der Analyse, werden Wertguthaben im Rahmen von Zeitwertkonten in Geld geführt. Während das Verhältnis zu den in Zeit geführten Konten vor fünf Jahren noch nahezu ausgewogen war, belief sich ihr Anteil bei den im vergangenen Jahr eingeführten Lösungen auf weniger als 20 Prozent.

(Quelle: ots)

(Redaktion)


 


 

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