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Oiltanking bestimmt das Bild

Der Hanauer Mainhafen begeht 2009 sein 85-jähriges Bestehen

Von 1921 bis 1924 entstanden, diente der Bau damals vor allem dazu, vielen Arbeitslosen zu Lohn und Brot zu verhelfen. Heute gehört Hanau zu den deutschen Häfen an Main und Donau mit den höchsten Frachtumschlägen. 2008 verzeichneten die Stadtwerke Hanau als Hafenbetreiber eine Gesamtmenge von 3,23 Millionen Tonnen, erzielt von sieben Firmen rund ums Hafenbecken. Zu diesen zählt Oiltanking Deutschland, unter den gewerblichen Betreibern von Tanklägern mit 13 Standorten im Land der zweitgrößte und ebenfalls weltweit an Nummer Zwei.

Der Januar 2009 ist bisher kalt wie selten. Dort wo auf der Südseite des Hafenbeckens die für den Hanauer Mainhafen markanten 24 weißen Lagertanks von Oiltanking stehen, herrscht auch bei Dauerfrost Normalbetrieb. Immer wieder befüllen an der Saarstraße Spediteure ihre Tanklaster selbständig per Stutzen mit Benzin oder Heizöl. Anomal sei an diesem Tag nur gewesen, dass die eingefrorenen Weichen der Hafenbahn-Gleise früh morgens hätten enteist werden müssen, berichtet Oiltanking-Betriebsleiter Michèl Hofmann.

Rund 80 Prozent von Benzin, Diesel und Heizöl werden per Zug angeliefert, der Rest davon per Schiff. Die Tanks von Oiltanking können rund 63.000 Kubikmeter Mineralöle aufnehmen. Damit ist der Hanauer Standort einer der kleinen bis mittelgroßen der Firmentochter des in Hamburg ansässigen Marquard & Bahls Konzerns.

Das Rolltor an der Saarstraße ist für Tanklaster, die in Hanau beladen werden, sonntags von 22 Uhr bis samstags 12 Uhr geöffnet. Die Beladung wird stets nur wegen der Lkw-Fahrverbote wochenends vorübergehend gestoppt. Aber auch in dieser Zwischenzeit sind insgesamt 20 Beschäftigte von Oiltanking in Hanau aktiv, sie löschen Schiffe oder Züge mit ankommenden Mineralölprodukten.

Die Qualität der Mineralöle zu prüfen und zu sichern, gehört für die Mitarbeiter zur alltäglichen Arbeit. Zu der zählt auch, Armaturen instand zu halten. „Das gilt bei unseren Hochleistungspumpen erst recht, wenn uns der Frost zu schaffen macht“, berichtet der Betriebsleiter.

Hofmann, seit 1994 im Hanauer Hafen arbeitend und seit 1999 Betriebsleiter bei Oiltanking, betont den hohen Serviceaufwand des Unternehmens: „Wir sind ein Vollschicht-Betrieb.“ Das war nicht immer so. Das Mineralöl-Lager im Hanauer Hafen besteht schon seit 1960, anfangs unter einem anderen Betreiber. 1994 begannen zwölf Mitarbeiter den Dreischicht-Betrieb. 1999 übernahm Oiltanking das Lager. Das ist über die Jahre stetig gewachsen. Zum Vergleich: Der Tagesumsatz 1994 betrug noch eine Million Liter, heute das Fünf- bis Sechsfache.

200 bis 300 Tankwagen steuern werktags die Saarstraße an, um mit ihren Ladungen Tankstellen und Betreiber von Ölheizungen beliefern zu können. Größter Kunde ist ein französischer Mineralölkonzern, für dessen Tankstellen-Kette ist Hanau der zweitgrößte Umschlagspartner in Deutschland. Er liefert seine Kraftstoffe zu 70 Prozent per Zug aus seiner Raffinerie in Leuna nach Hanau.

Das Haupteinzugsgebiet von Oiltanking in Hanau liegt bis zu 300 Kilometer Entfernung in nordöstlicher Richtung. „Was aber nicht ausschließt, dass auch Speditionen aus dem tiefsten Bayern uns anfahren“, berichtet Hofmann. Das hänge damit zusammen, wo im Land gerade der günstigste Bezugspreis vom Tanklager aus zu erzielen ist.

Was spricht für den offenkundig beliebten Mainhafen Hanau als Standort? „Von den Anfahrtswegen her ist er über die Bundesstraße 43a optimal erreichbar. Hinzu kommt, dass Hanau im Zentrum Deutschlands liegt“, begründet Hofmann. Oiltanking will seine Lagerkapazität im Hanauer Mainhafen erweitern, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Denn das Unternehmen kann sich „vor weiteren Kundenanfragen kaum retten“, erläutert Hofmann. Darunter vor allem die bekannten Mineralölkonzerne.

Und wenn es mit den Ölreserven der Erde mal zu Ende geht, was wird aus solchen Tanklagern dann? „Bis ich in Rente gehe, wird es diesen Rohstoff noch geben“, ist Hofmann sicher; er ist 40 Jahre alt. Außerdem ist er zuversichtlich, dass der weltweit tätige Konzern diese Entwicklung auf dem Energiemarkt bedenkt und Alternativen entwickelt. „Die Umwelt liegt uns am Herzen, das Wohlergehen unserer Mitarbeiter ebenso“, bekräftigt der Hanauer Betriebsleiter. Oiltanking sei ein sozial eingestelltes Unternehmen. Und für das ökologische Engagement nennt er ein Beispiel aus dem Alltag: „Die beim Benzinverladen entweichenden Gase saugen wir ab, verflüssigen sie und führen sie führen sie in die Tanks zurück.“ So werden monatlich 60.000 Liter Benzin „recycelt“. Zwei- bis vierfache Abdichtungen der Tanks seien selbstverständlich, fügt Hofmann als weiteren Beleg für den Umweltschutz hinzu.

Oiltanking betreibt 63 Tanklager in 20 Ländern. Die fassen insgesamt mehr als zwölf Millionen Kubikmeter Mineralöle, Chemikalien und Gase. Neben der Tanklagerung zählt der unabhängige Mutterkonzern Marquard & Bahls den Mineralölhandel, die Flugzeugbetankung und das Voranbringen erneuerbarer Energien wie Biomasse zu seinen zentralen Geschäftsfeldern. Weltweit beschäftigt er rund 4100 Menschen. Sie erwirtschaftete 2007 rund 307 Millionen Euro nach Steuern. Marquard & Bahls wurde 1947 gegründet und hat seinen Sitz seither in Hamburg.

Weitere Infos unter www.mbholding.de

Quelle: Stadt Hanau

(Redaktion)


 


 

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