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Muslime wollen informieren

Der Offene Kanal in Fulda sendet jeden Monat «Die Stunde des Islam»

(bo/ddp-hes). Die Töne klingen fremd für einen Fernsehkanal in Osthessen. Die Kamera zeigt einen Jungen, der Suren des Koran in der Art eines christlichen Psalms singt. Es ist Donnerstagabend, kurz nach 18.30 Uhr, und beim Medienprojektzentrum Offener Kanal in Fulda wird gerade die Sendung «Stunde des Islam» aufgezeichnet. Einmal im Monat produzieren Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde das Live-Format, bei dem auch Zuschauer anrufen können. Produzentin der Sendung, die seit September 1998 ausgestrahlt wird, ist Shahida Naeem.

Die rund 70 Mitglieder umfassende Muslim-Gemeinde wolle mit der «Stunde des Islam» nicht missionieren, sondern informieren, sagt sie. «Viele Menschen haben ein falsches Bild vom Islam, wir wollen die Schönheiten des Glaubens zeigen», erläutert sie das Ziel der Sendung. Dabei geht es zwar primär - aber nicht nur - um die Auslegungen des Koran. Thema ist mitunter auch das Christentum - zum Beispiel mit der provokanten These «Jesus starb nicht am Kreuz». Das stößt im konservativen Fulda nicht unbedingt auf Verständnis. «Am Anfang waren einige Katholiken schon aufgebracht», erinnert sich Moderator Volker Quasir, ein Konvertit. Doch dann habe man Gespräche miteinander geführt und die erste Aufregung habe sich schnell gelegt. Trotzdem nehmen die Produzenten der Sendung kein Blatt vor den Mund.

So deutete etwa Hadayatullah Hübsch, der Imam der Ahmadiyya-Gemeinde, an, viele Pfarrer bräuchten erst eine Flasche Rotwein, bevor sie die Sonntagspredigt verfassen. «Das war offensichtlich ein Affront», kommentiert er die wütenden Proteste lapidar. Es habe schon Sendungen gegeben, in denen vier bis fünf Anrufer ihrem Unmut Luft gemacht hätten, sagt er fast ein wenig stolz. Die Vorbereitung jeder Sendung dauere im Schnitt eine Woche, wobei die Themen im Team abgesprochen werden. Primär versuche man, aktuelle Aufhänger zu finden, betonen die Produzenten. Vielfach diskutiert werden einige der Sendungen im Internet-Videoportal Youtube. «Ihre Interpretation der Bibel ist schon sehr 'eigenwillig' und als 'Beweise' sollte man sie auf keinen Fall bezeichnen», schreibt etwa ein Nutzer. Ein anderer warnt gar vor Ahmadiyya als «gefährlicher Sekte».

Beim Bistum Fulda sieht man manche Beiträge eher kritisch. «Wir als katholische Kirche empfinden solche Äußerungen als verzerrte und unsinnige Darstellung des christlichen Glaubens», sagt Bistumssprecher Christof Ohnesorge. Aber nicht nur katholische Christen fänden es «stillos, dass Christus diffamierend dargestellt wird», erläutert er. Auch evangelische Christen störten sich an dem Programm. «Würden wir über den Islam auf diesem Niveau sprechen, wäre der Aufschrei groß», ist Ohnesorge überzeugt: «Das ist nämlich schon oftmals unter der Gürtellinie.» Den Programmleiter des Offenen Kanals, Rolf Strohmann, ficht all das nicht an. Er ist stolz auf das Format: «Das ist die einzige mir bekannte Sendung, in der nicht nur über Muslime gesprochen wird, sondern in der sie selbst sprechen.» Allerdings möchte er den Offenen Kanal nicht darauf reduziert wissen - was vielfach geschehe: «Wir leisten mit unseren Projekten einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Außerdem stiften wir mit dem Bürgerfernsehen, in dem sich Vereine und auch Verbände präsentieren, ein Stück lokale Identität.»

(Redaktion)


 


 

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9 Kommentare

von tahaar
18.04.09 04:13 Uhr
...

endlich mal leute die die wahrheit über christentum sagen

von Haseeb
18.04.09 10:57 Uhr
Keine Diffamierung von Jesus!

Hallo,

ich möchte hier einmal betonen, dass die Stunde Des Islam Jesus Christus (Friede Sei auf ihm) nicht diffamiert, sondern ihn sehr hoch und in ehren hält. Lediglich der Glaube an Jesus als Übermensch, gar als gottähnliche Gestalt wird angeprangert, da er ein Mensch war. Ein Prophet, ein hoher Mensch mit vorzüglichen Charaktereigenschaften und ohne Frage einem hohen Namen, aber eben "nur" ein Mensch und nichts anderes wird in diesem einen Video auch gesagt. Wer Ohren hat, der höre!!!

von tahaar
20.04.09 12:47 Uhr
...

genau das mein ich ja!
jesus war ein prophet aber kein teil von gott wie im christentum behauptet wird (3 einigkeit vater sohn und heiliger geist)

von Thomas
22.04.09 09:32 Uhr
und er ist doch Gottes Sohn

Jesus Christus ist wahrhaft Gottes Sohn, wir Christen verehren den einen Gott in drei Personen - und das ist die Wahrheit.

von tahaar
22.04.09 23:55 Uhr
3=1?

wie kann man ein gott 3 personen sein und auserdem warum sollte gott seinen einzigen sohn opfern weil er sonst nicht vergeben kann? -schwachsinn
achja erbschaftssünde ist das eine krankheit die vererbt wird? gibt es viren die sünde heißen?
die bibel wurde schon vor über tausend jahren verfälscht und umgeschrieben man braucht nur das erste kapiteldurchlesen versuchen es mit logischen denken zu verbinden und schon ist eine ganze religion zerstört...

von Volker
27.05.09 10:28 Uhr
Unwahre Fakten in diesem Artikel!

Mal ganz abgesehen von dem Stil dieses Artikels enthält er ziemlich viele schlichtweg unwahre Fakten über die Sendung. - Die Sendung gibt es zwar schon sehr lange, aber nicht seit September 1998, sondern seit April 1999. - Die Gemeinde in Fulda umfasst nicht 70 Mitglieder, sondern in Fulda selbst mindestens über 200 (kann auch mehr sein) den Landkreis mit einbezogen sind es jedenfalls 540 um genau zu sein. Die Stunde Des Islam macht so viele Sendungen und hat so viele unterschiedliche Themen und der Verfasser sucht sich eine heraus und beruft sich auf "Youtube Kommentare", also wenn das nicht super recherchiert ist...

von Thomas G.
04.10.09 17:32 Uhr
Keine Diffamierung von Jesus?

Man kann sich unter dem Schlagwort, Jesus werde nicht diffamiert, natürlich gut herausreden. Nun, der einzige, der hier nicht diffamiert wird, ist der Jesus (Isa) des Islam bzw. nach dem islamischen Verständnis. Wer bzw. was aber - erklärtermaßen - diffamiert wird, ist...

1. der Jesus nach dem Verständnis des Neuen Testaments und der sich daraus ergebenden Lehre. Der ist - als Gottes- und Menschensohn - naturgemäß von dem "Isa ibn Maryam" des Islam sehr weit entfernt, in weiten Teilen sogar diametral entgegengesetzt. Damit aber wird ...

2. der christliche Glaube an sich diffamiert. Wenn auch einige Dinge aus dem o. a. Artikel als recht ungenau recherchiert erscheinen, ist doch die eine Aussage richtig, daß es wohl einen großen Aufschrei geben würde, wollten die Christen sich dermaßen abwertend über den Islam auslassen wie dies hier von der entsprechenden Seite über den christl. Glauben getan und - das ist im Grunde der Affront - in die Öffentlichkeit hinein propagiert wird. Nein, meine Herren. Sie wollen nicht einfach nur "informieren". Sie wollen verletzen, polarisieren und insofern "propagieren". Das ist ein kleiner, aber entscheidender Unterschied.

von Anonym
29.06.10 09:34 Uhr
Start der Youtube-Sendung?

Sehr geehrte Damen und Herren von der Stunde des Islam !
Wir, die Ethikklasse der 6. aus der Lichtbergschule möchten gerne benachrichitgt werden, wann unser besuch veröffentlicht wird !
Da sie uns gesagt hatten das dies innerhalb von 4 Wochen gezeigt wird. Wir warten nun schon sehr lange darauf. Wir bitten sie um eine zeitnahe Rückmeldung.
Grüße von Melody, Merve, Adelina und Sofie!

von Anonym
29.06.10 09:37 Uhr
EINE BITTE...

Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Ehtikgruppe der Klasse 6 warten schon sehr lange auf die Aufnahme wir bitten sie etwas um Zeitnaheme.
Mit freundlichen grüßen:
Merve,Sofie,Melody,Adelina und Frau Spiegel.

 

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