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Der Pinocchio-Test − Wie viel Lüge verträgt die Politik?

Eine schwere Vertrauenskrise hat Deutschland erfasst. Bereits Mitte 2008 hatten nur noch 60 Prozent aller Deutschen Vertrauen in das demokratische System der Bundesrepublik, der sozialen Marktwirtschaft stimmte nur noch jeder Zweite zu (Leipziger Institut für Marktforschung und Allensbach, 2008). Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat diesen Vertrauensverlust noch verstärkt. Die Ursachen der mangelnden Akzeptanz von wirtschaftlicher und politischer Ordnung liegen jedoch nicht allein in den von Bankmanagern aufgetürmten Milliardenrisiken oder in Steuer- und Korruptionsaffären. Ein Gutteil des Vertrauensverlustes geht auf das Konto der Verharmlosungs- und Verdrängungslügen, der falschen Versprechungen und Wortbrüche von Politikerinnen und Politikern, besonders in Zeiten des Wahlkampfes.

Niedrige Wahlbeteiligung bei der Hessen-Wahl als Konsequenz? Die Beteiligung der hessischen Wähler an der Landtagswahl am 18. Januar 2009 wird auf einen neuen Tiefpunkt sinken. Dies erwartet der ehemalige Handelsblatt-Chefredakteur Rainer Nahrendorf. Der Autor des zum Wahljahr 2009 erschienen Buches „Der Pinocchio-Test - Wie viel Lüge verträgt die Politik?“ begründet seine Einschätzung mit dem Wortbruch der hessischen SPD-Vorsitzenden Andrea Ypsilanti und dem starken Druck der SPD auf die Abgeordneten, die ihrem Gewissen folgen wollten.

Das Eingeständnis des SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel, der Wortbruch sei ein Fehler gewesen, habe den Vertrauensschaden nicht wettgemacht, meint Nahrendorf. Der Fall Ypsilanti schade nicht nur der SPD. Er habe die Politikverdrossenheit verstärkt und die Vertrauenskrise verschärft, in der die deutsche Demokratie stecke. „Der Pinocchio-Test“ von Rainer Nahrendorf geht mit den Anhängern Machiavellis, die es im Kampf
um Macht und Machterhalt mit der Wahrheit nicht genau nehmen, hart ins Gericht. Dabei macht das Buch Politikern Mut, bei der Wahrheit zu bleiben und die kommenden Wahlen zu nutzen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

„Der Pinocchio-Test“ ist ein streitbares Plädoyer für Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit – gerade in der Politik, denn Demokratie ist auf Wahrheit und Vertrauen angewiesen. „Wir begreifen nicht, dass wir es mit einer Ordnung zu tun haben, deren Wirksamkeit eine hohe Übereinstimmung über ihre Richtigkeit und ihre Verbindlichkeit voraussetzt. ... Über diese grundlegende Bedingung einer demokratischen Ordnung wird viel zu wenig gesprochen. Auch in der
Wirtschaft nicht.“ Prof. Dr. Kurt Biedenkopf; aus dem Gesprächsbeitrag im Buch zur Frage "Wie viel Wahrheit verträgt der Wähler?”

Quelle: Adatia Verlag

(Redaktion)


 


 

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