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Museum für Angewandte Kunst

Der Qianlong-Kaiser auf dem Thron

(bo/pia) "Sitzen ist Setzung" heißt eine Redewendung, die einleuchtet: Wie man sitzt, zeigt an, welche gesellschaftliche Stellung man hat. Die Art des Stuhles zeigt Konventionen, aber auch Tabus und Privilegien an. Konventionen waren im "Reich der Mitte" jahrtausendelang der gesellschaftliche Kitt; anlässlich der Frankfurter Buchmesse beleuchtet das Museum für Angewandte Kunst nun die Kultur des Sitzens im Ehrengastland China und zeigt Stühle und Sessel aus einem halben Jahrtausend chinesischer Design-Geschichte.

Die Ausstellung "Sit in China. Ein Streifzug durch 500 Jahre Kultur des Sitzens" beginnt am 8. Oktober und kann bis 31. Januar besucht werden. Eröffnet wird die neue Design-Schau zur Buchmesse am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr im Museum für Angewandte Kunst (Schaumainkai 17).

 Neben einer überblicksartigen Darstellung der Kultur-Geschichte des Sitzens in China stellt die Ausstellung auch die Frage, wie sich chinesische Gestalter in der globalisierten Welt heute positionieren und welches Selbstverständnis sie haben. Bedeutsame Exponate der Ming- und Qing-Zeit sind zu sehen, die einen Zeitrahmen von fünf Jahrhunderten aufspannen. Zudem blättert die Ausstellung das Thema "Sitzen" auch zeitgenössisch auf.

Neben oft aus purer Not improvisierten alltäglichen Sitzgelegenheiten, die europäische Augen ebenso verblüffen wie faszinieren, werden auch zeitgenössische Designer-Entwürfe gezeigt - etwa von Shao Fan, Freeman Lau, XYZ-Design und Ji Liwei, der auch das Raumdesign des chinesischen Pavillons auf der Buchmesse kreiert hat. Ebenso sind studentische Entwürfe der CAFA (Central Academy of Fine Arts Peking) zu sehen. Im Bild werden auch öffentliche wie private "Sitz-Situationen" gezeigt: ein Literat der Ming-Zeit, der Qianlong-Kaiser auf dem Thron, Mao und Nixon in den markanten Sesseln aus Maos privatem Arbeitszimmer, aber auch Sitzen auf der Straße, Stühle in heutigen Künstlerateliers oder in Wohnungen der chinesischen Oberschicht. Zwei Installationen der chinesischen Künstler Wang Shugang und Yin Xiuzhen ergänzen das Thema "Sitzen in China", indem sie sich ihm kommentierend nähern.

Insgesamt ergibt sich so ein Bild der chinesischen Gesellschaft und Kultur, welches die jahrhundertealte vibrierende Dynamik des Reichs der Mitte reflektiert und anschaulich vor Augen stellt.

Quelle: Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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