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Hauptversammlung

Deutsche-Bank-Aktionäre kritisieren Nachfolgesuche für Ackermann

Aktionärsschützer haben auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank eine baldige Weichenstellung für die Nachfolge von Vorstandschef Josef Ackermann angemahnt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Börsig müsse den ins Kraut schießenden Spekulationen bald den Boden entziehen, forderte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Klaus Nieding, am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Er könne nur hoffen, dass Börsig diesmal den richtigen Kandidaten finde, sagte Nieding mit Blick auf 2009, als mangels eines geeigneten Nachfolgers Ackermanns Vertrag bis Mai 2013 verlängert worden war.

Nieding lobte Ackermanns "großes Verdienst, unser Schiff Deutsche Bank gut durch die Finanzkrise gesteuert zu haben". Über Ackermanns Nachfolger lasse sich leider nur mutmaßen: Einige spekulierten über den früheren Bundesbank-Präsidenten Axel Weber mit seinem Netzwerk von nationalen und internationalen Kontakten.

Andere riefen nach Investmenbanking-Chef Anshu Jain, "der weiß, wie man mit der Bank Geld verdient". Und wieder andere favorisierten Risikovorstand Hugo Bänziger, "der weiß, wie man das Geldverdienen am Ende auch überlebt", sagte Nieding. Könnten sich die Aktionäre einen Vorstandschef backen, "hätte er von jedem etwas", fügte der DSW-Geschäftsführer hinzu.
Doppelspitze gefordert

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung institutioneller Privatanleger (VIP) kritisierte Börsig: "Das bisherige Vorgehen bei der Nachfolgesuche schadet nicht nur möglichen Kandidaten, sondern auch dem Unternehmen Deutsche Bank." Er rate zu einer Doppelspitze, denn die Bank habe bereits gute Erfahrung mit Vorstandschefs im Doppelpack gemacht.

Wolfgang Packeisen von der ADP - Banque LB Lux sagte, das Weltfinanzsystem hänge am seidenen Faden, die Schuldenblase sei gigantisch, und Investmentbanker Jain habe ideologisch "Pate gestanden bei der Havarie des Weltfinanzsystems". Der ebenfalls als Kandidat gehandelte Finanzvorstand Stefan Krause habe bisher "keine Visitenkarte für unternehmerisches Talent" abgegeben.

(Michael Winckler und Claudia Pietsch/dapd)


 


 

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