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Deutsche Bank schreibt im dritten Quartal schwarze Zahlen

(bo/ddp.djn). Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal von den gelockerten Bilanzierungsregeln profitiert und schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings brach der Nettogewinn deutlich von 1,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 435 Millionen Euro ein, wie das größte deutsche Kreditinstitut am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Positiv wirkte sich eine auf 321 Millionen Euro erhöhte Steuergutschrift aus. Eine Prognose zur weiteren Geschäftsentwicklung gab die Bank nicht ab.

Zudem machte das Frankfurter Institut mit Beteiligungsverkäufen Kasse. Insgesamt führte dies zu einem Sondergewinn von 273 Millionen Euro. Allein mit dem Verkauf der Allianz-Beteiligung, von der sich die Deutsche Bank komplett trennte, verdiente das Unternehmen 229 Millionen Euro. Zudem verringerte die Bank ihre Beteiligung am Gase-Konzern Linde.

Doch ließen sich Verluste im operativen Ergebnis damit nicht ausgleichen. Vor allem beim Handelsergebnis bekam die Deutsche Bank die schwachen Märkte deutlich zu spüren. Hier weitete sich der Verlust von 835 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Euro aus. Im Investmentbanking stieg der Verlust auf 789 Millionen Euro nach 179 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite schmolz von 12 auf 1 Prozent zusammen.

Wegen der schwierigen Marktbedingungen wagt Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann keine Prognose. Die schlechten Markbedingungen setzen sich vielmehr im vierten Quartal fort. Auch bei der Frage nach der Dividende will Ackermann die «notwendige Bewahrung unserer Kapitalstärke in diesen schwierigen Zeiten angemessen berücksichtigen». Die Aktien- und Kreditmärkte seien nach wie vor extrem schwierig, erklärte er. Im September habe sich die Finanzmarktkrise «eklatant verschärft».

Experten hatten der Bank keinen Gewinn zugetraut. Dabei erschwerten neben dem Abschreibungsbedarf auch die neuen Bilanzierungsregeln für Banken im dritten Quartal die Prognosegenauigkeit. Da die meisten Analysten die neue Bilanzierung noch nicht berücksichtigt hatten, gingen sie von einem Verlust im dritten Quartal aus. Die Bundesregierung hat bestimmte Bilanzierungsregeln gelockert, deren Anwendung von Experten für die zunehmende Verschärfung der Finanzkrise mitverantwortlich gemacht wurde.

(Redaktion)


 


 

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