20.03.2012  16:38 Uhr

Nachhaltigkeit
Deutsche Bank bremst Wetten auf Nahrungsmittelpreise aus

Rhein-Main. (bo/dapd). Die Deutsche Bank will vorerst keine neuen Wetten auf Nahrungsmittelpreise mehr anbieten. Ein interner Arbeitskreis soll jetzt die Auswirkungen von Spekulationen mit essbaren Gütern an Rohstoffbörsen auf Hungersnöte untersuchen, teilte die Bank am Dienstag in Frankfurt am Main mit.

Hilfsorganisationen, die das Institut schon lange als weltweit führenden Preistreiber brandmarken, bezeichneten den Schritt als halbherzig.

Es handele sich um eine Neuigkeit "für die Hochglanzbroschüren", sagte der stellvertretende Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch, Matthias Wolfschmidt. Die Bank lasse offen, ob sie weiterhin mit spekulativen Produkten Hungerkrisen befeuern werde.

Die Hilfsorganisation Oxfam bedauerte ebenfalls, dass die Deutsche Bank nicht endgültig von der Spekulation mit Nahrungsmitteln abrücke. "Solange die Deutsche Bank weiter mit Essen spielt, riskiert sie den Hungertod von Menschen", erklärte Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthal.

"Mit Besorgnis verfolgt auch die Deutsche Bank, dass immer wieder Menschen unter Nahrungsmittelknappheit leiden müssen", hieß es im Bericht zur gesellschaftlichen Verantwortung, den die Deutsche Bank am Dienstag vorlegte. Ergebnissen der internen Arbeitsgruppe zufolge seien Spekulanten jedoch nicht die Hauptverantwortlichen für steigende Preise. "Unsere Analyse zeigt, dass die steigenden Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe vor allem Folge einer steigenden Nachfrage sind, mit der das Angebot nicht Schritt halten kann".

Immer mehr Menschen auf der Welt müssten versorgt werden. Reichere Bürger in den Schwellenländern veränderten zudem ihre Ernährungsgewohnheiten. Hinzu komme die Produktion von Biotreibstoffen, schreiben die Experten.


 

(Redaktion)

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