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Frankfurt spart energisch Energie

Die Stadt Frankfurt ist beim Planen und Bauen Vorreiter für den Klimaschutz

Wer ein besseres Klima will, muss auch energiesparend bauen. Die Stadt Frankfurt legt bei Planung und Bau von städtischen Gebäuden, zum Beispiel von Wohnungen oder Schulen, besonders strenge Maßstäbe an. Aber auch private Bauherren streben Energieeffizienz für ihre Gebäude an, denn die zahlt sich aus - nicht nur für das Klima.

Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG-Holding, wunderte sich, als er vor kurzem eine mehr als 60 Personen große Delegation aus Freiburg im Frankfurter Rathaus begrüßen konnte: Die Freiburger waren an den Main gekommen, um sich über die Erfahrungen mit dem Bau von Passivhäusern zu informieren. "Früher", erinnerte er sich, "wären wir eher nach Freiburg gefahren, um dort zu sehen, welche Möglichkeiten es gibt, um energiesparend zu bauen". Rund 300 Wohnungen hat die Stadt bislang im Passivhaus-Standard gebaut und hält damit bundesweit eine Spitzenstellung. Im Jahr 2007 hatte die Stadtverordnetenversammlung in einem Beschluss festgelegt, dass stadteigene oder städtisch genutzte Gebäude ausschließlich im besonders energiesparenden "Passivhaus-Standard" errichtet werden dürfen. Dies gilt auch für Schulen: In der Mainstadt wurde mit der Riedbergschule bereits 2004 die erste Schule in Passivhaustechnik errichtet. Die Energie einer Solaranlage für den Warmwasserbedarf und die in den Räumen entstehende Wärme reichen aus, um eine behagliche Temperatur zu erzielen. Inzwischen wurden eine weitere Schule und zahlreiche Kindertagesstätten ebenfalls in der energiesparenden Bauform fertig gestellt.

Sportliche Herausforderung

Nachdem die ABG-Holding ihre Energiespar-Wohnungen auch erfolgreich vermarkten konnte, wie Geschäftsführer Junker berichtet, werden zurzeit weitere 220 Wohnungen gebaut. Bis zum Jahr 2010 will die städtische Wohnungsgesellschaft 2315 Wohnungen im Passivhausstandard neu errichten oder Altbauten energetisch sanieren. Zu den schon fertig gestellten Projekten zählt auch die Sanierung zweier Wohnblöcke aus den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Als "durchaus sportliche Herausforderung" beschreibt Junker die Probleme, die sich dabei gestellt hätten. Wenn daher in diesem Fall der Passivhausstandard zwar nicht ganz erreicht worden sei, habe man dennoch beachtliche Einsparerfolge erreicht: Während vor der Sanierung für jede Wohnung im Jahr 1.100 Liter Heizöl verbrannt wurden, reduzierte sich der Verbrauch danach auf 150 Liter pro Woh-nung und Jahr!

Nachhaltiges Bauen in der Hochhausstadt

Nicht nur städtische Planer, auch private Bauherren von Bürogebäuden suchen die Energiebilanz ihrer Projekte zu verbessern. "Wir müssen heute bei der Fertigstellung schon an die im Jahr 2014 kommenden Vorschriften für die Nachhaltigkeit von Gebäuden denken", sagt Stefan Blümm von der Deutsche Immobilen Chance (DIC), die in der Innenstadt das 21.000 Quadratmeter große Gelände der früheren Degussa AG als "MainTor" entwickelt. Denn, so Blümm, auch künftige Investoren und Mieter hätten die weitere Entwicklung der Energiepreise im Blick. Für die Suche nach neuen energiesparenden Technologien habe man viel Zeit investiert. Den privaten Entwicklern haben in der Hochhausstadt Frankfurt die städtischen Planer mit dem "Hochhausrahmenplan" im übrigen anspruchsvolle Ziele gesteckt: Angestrebt wird, dass der gesamte Primärenergieverbrauch bei neuen Hochhäusern auf unter 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter begrenzt wird. Dabei soll mindestens die Hälfte durch Nutzung von Erdwärme, Erdkälte, Photovoltaik oder aus anderen erneuerbaren Energien gewonnen werden. Mehrere ältere Hochhäuser sind inzwischen schon saniert und energetisch verbessert worden. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) wird beim Bau ihrer beiden neuen Hochhäuser besonders hohe energetische Standards anwenden.

Energieeffizienz auch beim Flughafenausbau?

Auch beim Betreiber des Frankfurter Flughafens, der Fraport AG, spielt die Reduzierung der Energiekosten eine wichtige Rolle. Hier untersucht man zunächst alle Altbauen auf Einsparmöglichkeiten. Bis Ende dieses Jahres soll eine erste Machbarkeitsstudie für mögliche Optimierungen vorliegen. Bei Sanierungen, etwa der Brandschutztechnik im 1972 eröffneten Terminal 1, wurden durch den Einsatz neuer Technologien bereits Energiekosten in Höhe von 30 bis 40 Prozent eingespart. Fraport-Chef Wilhelm Bender hat erst kürzlich ein ambitioniertes "Sechs-Punkte-Programm für mehr Klimaschutz und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen in der Region" vorgelegt, das auch vorsieht, die "nationale Zukunftsaufgabe Flughafenausbau" ohne zusätzlichen Ausstoß von Kohlendioxid zu bewältigen. Dieses hoch gesteckte Ziel möchte man dadurch erreichen, dass der durch den Ausbau entstehende zusätzliche Energieverbrauch an anderer Stelle durch Einsparungen kompensiert wird. Bender kündigte an, das geplante neue Terminal 3 solle mit Hilfe energieeffizienter Gebäudetechniken wie Geothermie und Photovoltaik als "low emission terminal" errichtet werden.

Passivhaustagung in Frankfurt

Mit dem Thema Passivhausbau ist Frankfurt auch Treffpunkt für Teilnehmer aus aller Welt, die vom 17. bis 18. April 2009 zur "13. Internationalen Passivhaustagung" auf das Messegelände kommen werden. Öffentliches Bauen und öffentliche Initiativen zur Förderung des Passivhaus-Standards sind Schwerpunkte der Tagung, zu der mehr als tausend Gäste am Main erwartet werden.

Quelle:Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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