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Flatrate - Kolumne

Die unendliche Geschichte – oder eine verrückte Liebesgeschichte

Ein Umzug in eine neue unbekannte Stadt bringt generell viele Veränderungen mit sich. Da sind ein neues Umfeld, neue Kollegen, neue Freunde und die Suche nach einem neuen Internet- und Telefonanbieter. Aber 1&1 nach dem anderen….

Die ganze Geschichte beginnt mit einem harmlosen, aber genervten Preisvergleich im Internet. Mir doch egal, welche Flatrate! Bei den sich stark ähnelnden Angeboten gibt der Normalverbraucher sowieso rasch auf. Also wählt der Konsument ein Produkt, das er sich leicht merken kann.

Nachdem sich der Normalverbraucher durch das Bestellungsmenü durchgeklickt hat, muss er darüber hinaus auch seine Bankverbindung angeben. Das ist ja auch einfacher, billiger und überhaupt kommt man sich viel weltoffener vor, wenn die Kontodaten für die Telekom, Bahn, Lidl und andere sichtbar sind.

Der Normalverbraucher wartet voller Vorfreude auf den Anschluss an die Zivilisation, wird aber rasch von der brutalen Realität eingeholt. Nachdem der Anbieter schon einmal so freundlich war und die Gebühr für den Monat bereits abgebucht hat, entsteht beim Normalverbraucher der irreführende Eindruck, dass dieser Anbieter ein ganz besonders schneller ist. Wieder schlägt die Realität brutal zu! Nachdem sich der Monat dann Tag für Tag dem Ende zuneigte, wird der Normalverbraucher langsam ein wenig unruhig. Warum soll er für eine nicht erbrachte Leistung knapp 45 Euro bezahlen? Er beschließt, bei dem Anbieter anzurufen und hofft durch ein klärendes Gespräch alle Missstände aus der Welt zu schaffen. Erneut kennt die Realität keine Gnade!

Statt mit Menschen zu reden, verbringt der Normalverbraucher einen relativ langen Abschnitt seines Lebens damit, sich mit einer Computerstimme (weiblich, zwischen 22 und 27 Jahre alt, ledig, Studentin der evangelischen Publizistik, er nennt sie in Gedanken Bianca) zu unterhalten. Der Flirtfaktor hält sich jedoch in Grenzen und Bianca scheint wenig Interesse an den Liebesbekundungen zu zeigen. Der Normalverbraucher gibt nach 20 Minuten sinnlosem Baggern entnervt auf und überlegt sich eine andere Taktik, die Angebetete doch noch umzustimmen.

Der zurückgewiesene Romeo beschließt, seiner neuen Liebe einen Brief zu schreiben. Natürlich der Neuzeit angepasst: also per E-Mail. Dort wird das Problem in aller Kürze geschildert: Der Normalverbraucher sei nicht bereit, für eine Leistung Geld zu bezahlen, von der er den ganzen Monat nichts gehabt hätte. Auf die Vernunft und das 1&1-malige Verständnis des Anbieters bauend, wiegt sich der Normalverbraucher in Sicherheit. Abermals soll ihm die Realität einen harten Schlag versetzen.

Ein so genanntes Outbound-Team müsse das vor Ort klären. Aber kein Wort von dem Verlangen und den Bedürfnissen des Normalverbrauchers. Geschweige denn von dem Geld und der fehlenden Leistung. Die Kälte in Biancas Ton ist unerträglich. So langsam braut sich Unheil am Horizont zusammen, was an unserem Normalverbraucher nicht spurlos vorüber geht. Er beschließt, abermals eine E-Mail zu schreiben, um seiner Bitte mehr Nachdruck zu verleihen. Allerdings reagiert Bianca erneut nicht, um die Gefühle des Normalverbrauchers zu erwidern.

Mittlerweile ist der Monat fast rum und unser Normalverbraucher wartet nun schon fast vier Wochen auf seinen Anschluss. Wie lange wohl ein Anschluss in Point Hope, Alaska, dauern würde? Fragen über Fragen quälen den Normalverbraucher, doch er erhält keine Antwort. Bianca kann er nicht noch einmal fragen; das ließe der Stolz von Romeo nicht zu. Auf Briefe reagiert die Angebetete auch nicht und jedes Mal treffen die Zurückweisungen den Normalverbraucher tief in seinem Herzen. Da bleibt nur ein radikaler Schritt:

Der Normalverbraucher muss sich Bianca irgendwie aus dem Kopf schlagen. Am besten, indem er sich neu orientiert. Andere Anbieter haben auch hübsche Computerstimmen. So sieht es aus!

Mittlerweile sind sechs Wochen vergangen und unser Normalverbraucher sitzt immer noch ohne Telefon und Internet in seiner Wohnung und er überlegt sich, Brieftauben zu züchten oder zumindest die fremde Kunst der Rauchzeichen zu erlernen.

Fazit: Fernbeziehungen scheitern meistens an der Kommunikation!

(Sebastian Meyer)


 


 

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