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Neues Zuhause für 5 Przewalksi-Stuten

Die Urwildpferde sind da!

Endlich hatte das Warten auf die Przewalski-Pferde ein Ende. Am Nachmittag des 15. September rollten die Wagen mit Pferdehänger aus dem Zoo Nürnberg und dem Tierpark Hellabrunn in München auf das ehemalige US-Army-Trainingsgelände Campo Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim und parkten mit Ihrer kostbaren Fracht hinter dem Gatter der 25 Hektar großen Koppel, die in den vergangenen Wochen extra für die Tiere errichtet worden war. In den Boxen warteten insgesamt fünf Stuten nervös und Hufe scharrend darauf wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Aus Nürnberg kamen Sira und Ajala und aus München Barioja, Sibebschka und Ebola um die neue Herde auf Campo Pond zu gründen. „Wir freuen uns sehr, dass die Tiere endlich hier bei uns ankommen sind und alles so gut geklappt hat.“, strahlte Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold, der gemeinsam mit Martin Bieberle, dem Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bürgerservice, die Pferde im Namen der Stadt in Empfang nahm.

„Wir hätten uns keine bessere Nutzung für dieses Gelände vorstellen können und unterstützen dieses großartige Projekt mit allen Kräften“, fügte Piesold hinzu. Auch Vertreter des Bundesforsts und der Deutschen Bahn, sowie eine ganze Reihe von Kamerateams, Fotografen und Journalisten hatten sich versammelt, um dem denkwürdigen Erlebnis beizuwohnen. „Um die Tiere zu schonen, haben wir die Nachricht von der bevor stehenden Ankunft der Pferde bewusst nicht veröffentlicht“, erklärte Piesold.

Gegen vier Uhr nachmittags war es auch dann endlich so weit: Prof. Dr. Henning Wiesner, Direktor des Tierpark Hellabrunn und Leiter der internationalen Przewalski-Zuchtprogramms, öffnete gemeinsam mit den anwesenden Tierärzten und Pferdepflegern die Türen der Pferdeboxen. Vorsichtig steckten die ersten Pferdedamen die Köpfe hinaus und blinzelten ins helle Licht der Sonne, die gerade noch rechtzeitig hinter den Wolken hervorgebrochen war. Nach einander stolperten die ersten vier Stuten aufs freie Feld, blieben zur Freude der Anwesenden einen Moment stehen, um sich zu orientieren, bevor sie geschlossen Richtung Wald galoppierten.

Nur Pferdedame Ajala ließ sich länger bitten, bevor sie sich schließlich entschied den Hänger zu verlassen. Verwirrt blickte sie in die Runde bevor sie dann in die entgegen gesetzte Richtung davon stieb. Als Ajala auch nach längerer Zeit keine Anstalten machte ihre neue Herde aufzusuchen, beschloss Tierexperte Wiesner einzugreifen. „Die müssen wir wieder zusammenbringen“, orderte der Veterinär kurz entschlossen an und forderte alle Anwesenden auf zu helfen. Und so kam es, dass rund 20 Menschen eine Kette auf freiem Feld bildeten und die Irrläuferin wieder zur restlichen Herde trieben. Die Tiere begrüßten sich mit freudigem Wiehern und galoppierten dann gemeinsam übers Feld davon. „Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis“ waren sich alle einig.
„Jetzt kann ich beruhigt nach München zurück fahren“, kommentierte Wiesner zufrieden. „Etwas Schöneres hätte ich mir in meinem letzten Jahr als Zoodirektor in München nicht vorstellen können“, sagte der renommierte Tierforscher, der seit über 30 Jahren Przewalski-Pferde züchtet und in wenigen Wochen in Pension geht. „Die Projekt ist hier in Hanau wirklich in Rekordzeit umgesetzt worden“, lobte Wiesner, „so viel unbürokratische Unterstützung habe ich bisher selten erlebt.“

In den kommenden Jahren werden voraussichtlich noch ein bis zwei weitere Pferdegruppen in Großauheim angesiedelt werden. Doch vorerst bleiben die Pferdedamen auf Campo Pond noch unter sich. Im Frühjahr wird dann ein Hengst zu der Gruppe dazu stoßen und für Nachwuchs sorgen.

Die Öffentlichkeit muss sich noch ein wenig gedulden, bis sie die Pferde vor Ort bewundern kann. „Die Tiere müssen jetzt erst mal eine Weile unter sich bleiben und sich und ihre neues Zuhause kennenlernen“, erklärte Wiesner.
Sobald sich die Tiere dann alle gut eingelebt will die Stadt Hanau im neuen Jahr erste geführte Touren auf das Gelände und zu den Pferden anbieten.

Anmeldungen werden unter der Internetadresse [email protected] oder Tel. 06181-304 9148 (Umweltzentrum Hanau) entgegen genommen. Interessierte können sich schon jetzt die Bilder von der Ankunft auf www.hanau.de ansehen.

Quelle: Stadt Hanau

(Redaktion)


 


 

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