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  • 14.12.2016, 10:03 Uhr
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Energie

Fraunhofer Institut testet Stromspeicher für erneuerbare Energien im Bodensee

Damit sich erneuerbare Energien durchsetzen, muss der gewonnene Strome gespeichert und ins Netz eingespeist werden können. Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung testet das Fraunhofer Institut einen solchen Speicher auf dem Grund des Bodensees. Dabei soll herausgefunden werden, wie sich Energie aus Windkraftanlagen effektiv zwischenspeichern lässt.

Energie aus Windkraft mithilfe von Betonkugeln speichern

Der Test des neuen Speichersystems findet vor Überlingen statt. Dabei handelt es sich um eine hohle Betonkugel, die auf dem Grund des Sees versenkt wird. An dieser Stelle soll der Speicher vier Wochen lang getestet werden. Die Funktionsweise der Kugel entspricht dabei der eines Pumpspeicherkraftwerks. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Speicher hier mit nur einem Reservoir ausgestattet ist. Sobald nun ein Windkraftwerk mehr Strom erzeugt, als eingespeist wird, geht der überschüssige Strom in den unterseeischen Speicher über. Dort pumpt eine elektrisch betriebene Pumpe Wasser aus der Kugel, wodurch gegen den Wasserdruck ein Vakuum erzeugt wird. Wenn die gespeicherte Energie schließlich genutzt werden soll, genügt es, das Ventil zu öffnen. Dann strömt wieder Wasser in die Kugel und eine Turbine wird angetrieben.

Modellversuch soll Effizienz des Verfahrens prüfen

Die beim Test zum Einsatz kommende Kugel wird einen Durchmesser von drei Metern haben und in einer Tiefe von 100 Metern befestigt. Wie Matthias Puchta, Leiter des Projekts beim Fraunhofer Institut, erklärte, werde man verschiedene Tests durchführen, um „Detailfragestellungen zu der Konstruktion, der Installation, der Auslegung des Triebstrangs und des elektrischen Systems“ klären. Weiterhin sollen die Betriebsführung, die dynamische Modellierung und Simulation des Gesamtsystems sowie die Zustandsüberwachung überprüft werden.

Tipp: Wenn Sie sich für weiterführende Informationen aus dem Bereich der Windenergie interessieren, finden Sie unter dem Informationsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie alle wichtigen Fakten zusammengefasst.

Die Kugel, die später einmal zum Einsatz kommen soll, wird annähernd zehn Mal so groß sein. Außerdem soll sie in sehr viel größeren Tiefen versenkt werden. Dabei profitiert man vor allem von dem großen Wasserdruck, der dort herrscht. Mithilfe von Hohlkörpern lässt sich auf diese Weise sehr viel Stromenergie speichern. Bei einer 30 Meter großen Kugel in einer Wassertiefe von 700 Metern geht man von einer Speicherkapazität von etwa 20 Megawattstunden aus. Wenn sich das System als effizient erweist, sollen später Speicher in großer Zahl auf dem Meeresboden positioniert werden.

Entwickelt wurde der Speicher von Horst Schmidt-Böcking von der Universität Frankfurt und Gerhard Luther von der Universität Saarbrücken. Schirmherr des Projekts Stored Energy in the Seas (Stensea) ist das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel.

Tipp: Weitere Informationen zu diesem und anderen Themen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien finden Sie bei Green City Energy. Das Unternehmen wurde 2005 als Tochter der gemeinnützigen Umweltorganisation Green City e.V. gegründet. Der Fokus des Unternehmens liegt auf dem Ausbau des eigenen Ökokraftwerkparks. Zu den Leistungen zählen darüber hinaus ökologische Geldanlagen und kommunale Energieberatung.

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Doch nicht nur im Bodensee wird der Vormarsch der erneuerbaren Energie vorangetrieben. Auch führende Ölkonzerne wie BP und Royal Dutch Shell leisten ihren Beitrag. Mit einem gemeinsamen Investitionsfonds zur Förderung erneuerbarer Energien wollen sie Technologien wie sparsame Automotoren und niedrige Abgasemissionen unterstützen. Das wird vor allem in Hinblick auf den wachsenden Druck, dem sich die Ölindustrie ausgesetzt sieht, und das Pariser Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung immer wichtiger.

Neben BP und Royal Dutch beteiligen sich noch viele weitere Unternehmen an der Initiative. Hierzu gehören Eni, Repsol, Total und Saudi Aramco. Nicht vertreten ist bisher der US-Konzern Exxon, obwohl er zu der Branchengruppe gehört, die sich bereits vor zwei Jahren zu einer Klimaschutz-Initiative vereinigt hat, damals sogar mit Unterstützung der UN.

Was bedeutet die Wahl Donald Trumps für die erneuerbaren Energien?

Nun, wo klar ist, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird, rechnen Experten mit schweren Zeiten für die Erneuerbaren Energien. Wie er in seinem Wahlkampf oft deutlich gemacht hat, wird er sich stark darauf konzentrieren, die Beschränkungen für fossile Brennstoffe zu lockern und die erneuerbaren Energien zu verdrängen. Damit sollen vor allem Jobs in der Ölwirtschaft und Kohleindustrie geschaffen werden. Branchenkenner argwöhnen dabei, ob es überhaupt möglich sein wird, mit einheimischem Öl die Energiepreise zu senken.

(Redaktion)


 


 

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