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  • 24.06.2016, 09:35 Uhr
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Energiewende

Biokraftstoffe – die Zukunft des Tankens?

Man könnte denken, alle Anstrengungen der Bundesregierung, den Ausstoß an Schadstoffen im Sinne der Energiewende zu vermindern, hätten nichts gebracht. Denn fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas sorgen nach wie vor für dicke Luft. Auch die Umstellung auf Biokraftstoffe und Elektroautos hat nur zum Teil das bewirkt, was sich Umweltschützer und Regierung von ihnen erhofft hatten. Dass die Energiewende im Straßenverkehr nicht in Fahrt kommt, liegt zum einen an den energiepolitischen Rahmenbedingungen, aber auch an der mangelnden Akzeptanz auf Seiten der Verbraucher. Nicht nur Wirtschaftsexperten fragen sich daher, wie die Mobilität der Zukunft aussehen soll.



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Im Rahmen der Energiewende sollen nicht nur Atomkraftwerke wie das AKW in Fessenheim abgeschaltet, sondern auch die CO²-Emissionen auf Deutschlands Straßen reduziert werden. An der Umsetzung der – u.a. im Pariser Klimaabkommen formulierten – Ziele hapert es jedoch noch. Das AKW Fessenheim bspw. sorgte erst kürzlich für Aufsehen, da laut Medienberichten ein Atomunfall vor zwei Jahren vertuscht worden sein soll und das Kraftwerk voraussichtlich nicht im Laufe des Jahres vom Netz genommen wird, wie ursprünglich angekündigt worden war. Auch im Bereich der nachhaltigen Mobilität bleiben die großen Sprünge aus.

Biokraftstoffe zur Entlastung der Umwelt?

Nachdem zunächst der Bioskraftstoff E10 als das Wundermittel gegen Treibhausgase und Umweltverschmutzung deklariert wurde, sollen es nun Elektroautos richten. Denn fünf Jahre nach der Einführung von E10 stellten sich weder Verkaufserfolge ein noch sichtbare Vorteile für die Umwelt heraus. Auch die Beimischung von zehn Prozent Bioethanol in Benzin sowie der preisliche Vorteil gegenüber Superbenzin konnten die deutschen Autofahrer nicht überzeugen. Dabei spielt auch die Verträglichkeit des Kraftstoffs für die Motoren eine Rolle – viele misstrauen dem Biosprit. Eine Alternative könnte laut diesem Artikel von Sensiseeds aus Hanfsamen extrahiertes Öl sein, das in Biodiesel umgewandelt wird. Durch seinen Trübungspunkt und die kinematische Viskosität würden keine Ablagerungen im Motor oder Funktionsstörungen hervorgerufen. Im Gegensatz zu fossilen Kraftstoffen setzt die Verbrennung des Hanf-Kraftstoffes zumindest nur CO² frei, das die Pflanzen aus der Luft aufgenommen haben. Zudem handelt es sich bei Cannabis Sativa nicht um eine Nahrungs- oder Futterpflanze wie Mais, Zuckerrohr, Soja oder Raps, aus denen zum Teil heute noch Bioethanol gewonnen wird. Voraussetzung für den Einsatz der Cannabispflanze wäre jedoch, dass der Anbau legalisiert wird. Bis dahin könnte sich nach Schätzungen von Agrarforschern rund ein Viertel des EU-Treibstoffbedarfs aus Stroh gewinnen lassen.

Energieautos als Alternative?

Auch die Debatten um die Förderung von Elektroautos und deren Nutzen nehmen kein Ende – zum einen, weil die von der Koalition auf dem Autogipfel im Kanzleramt festgelegten, staatlichen Kaufprämien von bis zu 4.000 Euro nur für E-Autos bis zu einem Verkaufspreis von 60.000 Euro gelten sollen. Kunden des Herstellers Tesla würden somit leer ausgehen – reine Elektro-Modelle wie der Tesla S kosten in Deutschland mindestens 82.700 Euro, genauso wie die Hybrid-Varianten von BMW. Bei den günstigen E-Autos stellt währenddessen die geringe Reichweite noch ein Problem dar. Zum anderen ergab eine aktuelle Studie vom Verkehrsinstitut der technischen Universität Dänemark, dass der Stromverbrauch in der Fahrpraxis bei einem Großteil der Modelle höher sei als vom Hersteller angegeben. Ob vor diesem Hintergrund in Zukunft mehr Autofahrer elektrifiziert werden, bleibt daher fraglich.

(Redaktion)


 


 

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