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Enttäuschung über GM-Entscheidung

Opelaner wollen sich gegen Verbleib beim Mutterkonzern wehren

(bo/ddp-hes). Die Entscheidung von General Motors (GM)gegen einen Verkauf von Opel ist in Hessen auf scharfe Kritik gestoßen.

Für die Landesregierung sei die Entscheidung «schwer nachzuvollziehen», sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Die Grünen bezeichneten das Verhalten des Autokonzerns als verantwortungslos gegenüber den Arbeitnehmern. Die IG Metall kündigte bereits am Donnerstag Proteste gegen den Verbleib von Opel bei General Motors an.

Ministerpräsident Koch zufolge hätten sich die Beteiligten «viele Hundert Verhandlungsstunden» sparen können. Jetzt müsse US-amerikanisches Geld nach Europa fließen, um alle Standorte liquide zu halten, forderte Koch. Der Ministerpräsident attestierte dem Management in Detroit einen «erheblichen Verlust an Glaubwürdigkeit».

Mit dem kostbaren Gut der Loyalität der Beschäftigten sei der Konzern nicht gut umgegangen, kritisierte der Ministerpräsident. Koch wies gleichzeitig Kritik aus Reihen der Sozialdemokraten zurück, des bisherige Bundeswirtschaftsminister Theodor zu Guttenberg (CSU) habe die Verhandlungen verschleppt. «Wenn wir bereits im Sommer hätten abschließen können, wäre das geschehen», sagte Koch. Der Opel gewährte Brückenkredit müsse nun bis Ende November zurücküberwiesen werden. «Ab 1. Dezember hat es dann für den Steuerzahler nie eine Sicherheitszahlung gegeben.»

Auch die Grünen forderten GM auf, die gewährten Staatskredite zurückzuzahlen. Gleichzeitig äußerste Grünen-Chef Tarek Al-Wazir «volles Verständnis» für die vom Opel- Betriebsrat und der IG-Metall angekündigten Warnstreiks.

Bereits am Donnerstag werde es bundesweit vor allen Opel-Werken zu Protestaktionen kommen, kündigte der Frankfurter IG-Metall-Chef Armin Schild an. Schild, gleichzeitig auch Mitglied im Opel-Aufsichtsrat, bezeichnete die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats als «schweren Fehler».

«Wer zwölf Monate braucht, um zu erkennen, dass die eigene Tochter überlebensfähig ist und sechs Monate braucht, um zu entscheiden, ob sie heiraten darf, hat sich als verantwortlicher Arbeitgeber selbst disqualifiziert», kritisierte Schild. Da die Forderungen der IG Metall nicht umgesetzt worden seien, verlange die Gewerkschaft «mit sofortiger Wirkung» die Umsetzung der Tariferhöhungen des Jahres 2009.

GM werde nun versuchen, Regierungen und Arbeitnehmer «in einen provinziellen Standortpoker» zu treiben. Die Arbeitnehmerschaft lasse sich jedoch nicht «gegeneinander ausspielen», betonte Schild.

 Auch die Oberbürgermeister der deutschen Opel-Standorte demonstrierten Einigkeit. GM müsse nun ein schlüssiges Sanierungskonzept vorlegen, forderte Rüsselsheims Oberbürgermeister Stefan Gieltowski nach Rücksprache mit seinen Amtskollegen. «Wir fordern gemeinsam, dass GM die nötige Klarheit schafft und Opel in seiner Existenz nachhaltig sichert», sagte Gieltowski.

Bei einer Kundgebung am Donnerstag vor den Opel-Toren in Rüsselsheim wird neben Gieltowski und Ministerpräsident Koch auch Betriebsratschef Klaus Franz als Redner erwartet.

(Redaktion)


 


 

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