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Nazi-Beute

Bund gibt Gemälde an Erben einer jüdischen Frankfurter Familie zurück

(bo/ddp-hes). Die Bundesrepublik gibt vier Gemälde an die Erben der früheren jüdischen Frankfurter Kaufmannsfamilie Flersheim zurück. Die Werke waren nach Mitteilung des zuständigen Bundesamts für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten requiriert worden.

Seit Mitte der 1960er Jahre seien drei der Gemälde in Museen als Dauerleihgaben des Bunds ausgestellt gewesen, sagte eine BADV-Sprecherin am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp in Berlin. Das vierte Werk sei im Archiv des BADV geblieben und bereits zurückgegeben.

Bei den Gemälden handelt es sich um Hans Thomas «Blick auf
Mammolshain», Wilhelm Trübners «Kloster Frauenchiemsee», Carl
Spitzwegs «Beim Wäscheaufhängen» und Fritz von Uhdes «Die alte
Näherin». Ob die Erben der Familie Flersheim die Werke den Museen
weiterhin als Dauerleihgaben überließen, wie es in ähnlichen Fällen
oft geschehe, sei noch unklar, sagte die BADV-Sprecherin.

Die Flersheim-Erben sind den Angaben zufolge «über die ganze Welt
verstreut» und waren erst nach intensiver Suche infolge der
Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust im Dezember 1998 gefunden worden. Der Kaufmann Martin Flersheim war Vorstandsmitglied des Städelschen Kunstvereins. Er starb Anfang 1935. Ihm und seiner Ehefrau Florence gehörte eine private Kunstsammlung. Florence Flersheim verließ Deutschland 1938. Als Gegenleistung für die Erlaubnis zur Ausreise verlangten die Nationalsozialisten die Herausgabe mehrerer Gemälde.

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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