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Gründung lohnt sich

Erfolg mit essbarer Knete und Bridge-Reisen

10 Jungunternehmer erhalten Gründerpreis der Wiesbadener Gründerregion

Sie stellen essbare Knete her, planen Wohnkonzepte, begleiten Trauernde oder haben das Bridge-Spiel zu ihrem Unternehmenszweck gemacht: 10 Jungunternehmer sind am Donnerstag, 9. Dezember, bei einem Festakt in der IHK Wiesbaden mit dem Gründerpreis der Wies-badener Gründerregion ausgezeichnet worden. Eine unabhängige Jury hatte aus 64 Bewerbungen ihre Geschäftsidee, ihre Zielgruppe, den wirtschaftlichen Erfolg und die Rahmenbe-dingungen ihres Starts als herausragend bewertet. „Gründung lohnt sich“, betonte IHK-Präsident Dr. Gerd Eckelmann als Hausherr in seiner Begrüßung, „volkswirtschaftlich und persönlich“. In Wiesbaden und der Region sei das Interesse an der Gründung eines eigenen Unternehmens ungebrochen. Der Preis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben wird, ist eine gemeinsame Initiative der der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, der Exina Existenzgründungs-Agentur, der Landeshauptstadt und des Rheingau-Taunus-Kreises. Prämiert wurden die drei erfolgreichsten Gründungen im handwerklich-technischen Bereich, im Dienstleistungsbereich sowie Gründungen aus der Arbeitslosigkeit, außerdem wurde ein Sonderpreis vergeben.
Unter den Erstplatzierten ist der Bestatter und Tischlermeister Stefan Wortmann, der mit seinem Dienstleistungskonzept rund um einen Trauerfall überzeugte – „auch durch seine ernsthafte, seriöse und unaufgeregte Unternehmerpersönlichkeit“, so die Jury. Sein als gut tragfähig bewertetes Konzept baut unter anderem auf der Gelegenheit auf, eine ehemalige Kirche in Taunusstein für sein Bestattungsunternehmen zu nutzen. Das Angebot des Anfang 2008 gegründeten Unternehmens endet nicht bei Abwicklung aller bürokratischen und tech-nischen Einzelheiten, sondern schließt auch kombinierte Dienstleistungsangebote ein der gastronomischen Betreuung einer Trauerfeier über Bereitstellung von Trauer-Literatur bis hin zur Organisation eines Gesprächskreises für trauernde Menschen.
Den ersten Platz für ihre Gründung aus der Arbeitslosigkeit erhielt Dagmar Faltenbacher mit ihrem im August 2008 in Wiesbaden gegründeten Unternehmen „wohn.fühl“, das eine origi-nelle Form der Wohnberatung und der Erstellung von Wohnkonzepten verspricht. Die Dip-lom-Betriebswirtin mit Architekturstudium will Kunden ansprechen, für die ein „schönes Zu-hause wichtig“ ist, ohne dabei allzu hohe Ausgaben zu machen zu müssen. Dabei bietet die Gründerin eine Rundum-Betreuung an. So könnten Kunden sogar in Urlaub fahren, während ihre Wohnung verschönert wird. Die Jungunternehmerin arbeitet dafür mit einem Netzwerk an Handwerksbetrieben zusammen.
Von der Informationstechnologie zur Knete: Stefan Kaczmarek war viele Jahre im Vertrieb und in der Geschäftsführung mehrerer IT-Unternehmen tätig, bevor er sich entschloss, in Idstein die Nährmittel GmbH zu gründen, die essbare Knete herstellt. Damit sicherte sich der 38-Jährige den ersten Platz in der Kategorie Gründung im Dienstleistungsbereich. Seine beiden Töchter hatten ihn auf die Idee gebracht, nachdem sie beim Spielen festgestellt hatten, dass Knete schrecklich schmeckt. Inzwischen arbeitet der Idsteiner mit Supermärkten wie Rewe und Edeka sowie mit dem Spielwarenfachhandel zusammen. „ Herr Kaczmarek hat eine innovative Idee sehr professionell und schnell zur Marktreife entwickelt, umgesetzt und vermarktet. Der Gründer ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand ein hohes Risiko eingegangen“, begründet die Jury ihre Wahl.
Einen Sonderpreis erhielt Christian Fröhner, der mit seiner Bridgeakademie in Wiesbaden dem Klischee entgegenwirkt, dass Bridge ein klassisches Spiel für Kaffeekränzchen sei. Der Mathematiker hat seine Spielleidenschaft zum Beruf gemacht – seit Oktober 2007 ist die Bridgeakademie Fröhner eine ins Handelsregister eingetragene Firma, die inzwischen sogar Reisen für Bridge-Begeisterte anbietet. Seit Sommer 2007 darf sich Fröhner zu den rund 40 ausgebildeten Bridgelehrern in Deutschland zählen, seit Oktober organisiert er hauptberuflich Kurse und Übungsturniere. Den Start seines Haupterwerbs finanzierte der Jungunternehmer aus eigener Tasche. Geld habe er vor allem in die Hand genommen, um sein Angebot be-kannt zu machen. Dazu wird sicher auch der Gründerpreis beitragen, mit dem sein junges Unternehmen nun ausgezeichnet wurde.
Überblick Preisträger
Gründung im handwerklich-technischen Bereich
• Bestattungen Stefan Wortmann: Bestattungshaus, Taunusstein (1. Platz, 2.000 Euro)
• Firma Pascale Bicher: Dachdeckermeisterbetrieb, Bad Schwalbach (2. Platz, 1.000 Euro)
• Metallbau Kantreiner, Susanne Kantreiner, Wiesbaden (3. Platz, 500 Euro)
Gründung aus der Arbeitslosigkeit
• „wohn.fühl": Wohnberatung, Konzept, Organisation, Dagmar Faltenbacher, Wiesbaden (1. Platz, 2.000 Euro)
• ModeMobil: Verkauf von Bekleidung an Senioren, Bärbel Anacker, Idstein (2. Platz, 1.000 Euro)
• Natur-, Umwelt- und Zoopädagogik, Elke Schumacher, Wiesbaden (3. Platz, 500 Euro)
Gründung im Dienstleistungsbereich
• Nährmittel GmbH: Herstellung und Vertrieb von essbarer Knete, Stefan Kaczmarek, Idstein (1. Platz, 2.000 Euro)
• Gassner Professionals & Resources: Personal- / Unternehmensberatung, Doris-Paula Gassner, Wiesbaden (2. Platz, 1.000 Euro)
• Augenpulver GbR : 3D-Design, Illustration und Visualisierung, Adrian Maleska, Wiesbaden (3. Platz, 500 Euro);
Sonderpreis (2.000 Euro): Bridgeakademie Fröhner, Christian Fröhner, Wiesbaden
Sponsoren
Dyckerhoff, Naspa, R+V Versicherung, Taunus-Auto (Hauptsponsoren); DG Verlag, Wiesbadener Volksbank, Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden, Sparkassen Versicherung, Kalle

(Redaktion)


 


 

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