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1914-1918

Gedenken an im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten

(bo/dapd-hes). Mit einer Kranzniederlegung ist am Sonntag in Frankfurt an die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten erinnert worden.

Es sei das erste Mal, dass sich auch Vertreter der Bundesregierung, der Bundeswehr und verschiedener westlicher Armeen an der Gedenkveranstaltung beteiligten, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bunds jüdischer Soldaten, Gideon Römer-Hillebrecht, bei der Zeremonie auf dem alten jüdischen Friedhof. An der Veranstaltung nahmen der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU), der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, sowie Vertreter Israels, Österreichs und der USA teil.

12.000 deutsch-jüdische Soldaten starben im Ersten Weltkrieg

Staatssekretär Schmidt sagte, im Ersten Weltkrieg seien insgesamt rund 12.000 jüdische Soldaten im Kampf für das deutsche Kaiserreich gefallen. Das sei von der Öffentlichkeit wenig beachtet und von den Nationalsozialisten negiert worden. Viele jüdische Bürger seien als deutsche Patrioten in den Krieg gezogen. Trotzdem seien Juden nach 1918 als "Sündenböcke" angeprangert und später von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet worden. Es sei höchste Zeit und eine Verpflichtung, sich das Schicksal der Soldaten in Erinnerung zu rufen.

Gedenken auch an Holocaustopfer

Römer-Hillebrecht wies darauf hin, dass mit der Zeremonie nicht nur der gefallenen Soldaten gedacht werden solle, sondern auch deren Angehörigen und Kameraden, die vom Nazi-Regime ermordet wurden. "Wegen der Shoa gibt es heute kaum noch Angehörige, die gemeinsam mit uns die Toten ehren können", fügte er hinzu. Römer-Hillebrecht erinnerte daran, dass jüdische Soldaten in der kaiserlichen Armee auch Kämpfer gegen Intoleranz und Ausgrenzung gewesen seien. "Erst heute in der Bundeswehr sind jüdische Soldaten gleichberechtigte Bürger in Uniform", sagte er.

Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal wurden die Namen der 50 auf dem alten jüdischen Friedhof bestatten toten Soldaten verlesen. Darunter befinden sich nach Angaben des Bundes jüdischer Soldaten auch drei Angehörige der österreichisch-ungarischen Armee, die in Frankfurter Lazaretten gestorben sind. Den Angaben zufolge sind im Ersten Weltkrieg 467 jüdische Soldaten aus Frankfurt ums Leben gekommen.

(dapd )


 


 

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