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Umweltauflagen

EU einigt sich auf Klimaauflagen für Automobilbranche

(bo/ddp.djn). In der Europäische Union hat sich auf weniger strenge Umweltauflagen für die Autoindustrie geeinigt als bislang geplant. Mitglieder des Europäischen Parlaments haben sich am Montagabend mit Vertretern der EU-Länder und der Kommission auf eine schrittweise Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2) bei Neuwagen bis 2015 verständigt, wie am Montagabend von EU-Parlamentariern zu erfahren war.

Die EU-Kommission wollte den Kohlendioxid-Ausstoß bei Neuwagen
ursprünglich auf 120 Gramm pro Kilometer begrenzen, von gegenwärtig
etwa 160 Gramm. Dem Kompromissvorschlag zufolge sollen nun bis 2012
lediglich 65 Prozent aller Neuwagen diese Grenze einhalten. Über
weitere Stufen werde diese Regelung bis 2015 dann auf 100 Prozent
aller Neuwagen ausgeweitet.

Die Autoindustrie hatte die Pläne der EU-Kommission im Vorfeld
kritisiert. Die strengeren Klimaauflagen führten zu höheren Kosten,
außerdem habe die Branche nicht genug Zeit, um sich auf die neuen
Regelungen einzustellen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kritisierte den Kompromiss
als «Schönfärberei» und warf der Bundesregierung Versagen vor. «Mit
ihrer permanenten Bremsertätigkeit sind Merkel, Glos und Gabriel
Schuld an diesem schlechten Kompromiss, der jetzt droht.
Arbeitsplätze der Zukunft wird es nur mit Klimaschutz geben, auch in
der Autoindustrie», sagte Künast der «Passauer Neuen Presse»
(Dienstagausgabe). Der »Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe) sagte
Künast, Deutschland habe im Klimazug die Rolle als Lokführer
aufgegeben und sitze jetzt im Bremserhäuschen.

Die Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) wies die Kritik
zurück. «Es ist vernünftig und geboten, den Branchen, die tief in der
Krise stecken, nicht noch zusätzlich die Daumenschrauben anzuziehen»,
sagte Reiche der «Passauer Neuen Presse» (Dienstagausgabe). Auch
SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber stellte sich hinter den
EU-Kompromiss. «Wenn die Vorgaben 2012 nur für 65 Prozent der Autos
gelten, kommt der Klimaschutz nicht ins Stocken», sagte Kelber
derselben Zeitung.

(Redaktion)


 


 

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