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Institut für Wirtschaftsforschung

Experten warnen vor zu hohen Abschlüssen in der Metallindustrie

(bo/ddp.djn). Der Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, warnt vor einem zu hohen Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie. «Die höchsten Forderungen seit 16 Jahren, noch höher als im guten Konjunkturjahr 2007, kommen zur absoluten Unzeit», schrieb Zimmermann laut Vorabbericht in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Rundschau» (Dienstagausgabe). «Die Gewerkschaft sollte deshalb in einem 'Pakt für Beschäftigung' die gute Branchenlage für einen mehrjährigen Tarifabschluss - am besten für 3 Jahre mit jährlichen Zuwächsen unter 3 Prozent - nutzen, der sich an den längerfristigen Produktivitätsfortschritten und den unvermeidbaren Preissteigerungen orientiert», schlug Zimmermann vor.

Der Wirtschaftsexperte Peter Bofinger plädierte dafür, dass sich
die Lohnpolitik an der mittelfristigen wirtschaftlichen Entwicklung
und nicht an konjunkturellen Ausschlägen orientiert. «Es wäre
sinnvoll, wenn die Löhne 2009 im bundesweiten Durchschnitt um drei
Prozent steigen würden. Damit wäre die Zielinflationsrate der EZB von
knapp zwei Prozent und ein mittelfristiger Produktivitätszuwachs von
rund einem Prozent abgedeckt», schrieb er in dem Blatt.

Alkis Otto vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI),
bezeichnete die Forderungen der Arbeitnehmer nach hohen
Lohnsteigerungen als nachvollziehbar. Im Gegensatz zur letzten
Tarifrunde habe sich jedoch das konjunkturelle Umfeld gewandelt.
Weltweit und auch in Deutschland wachse die Wirtschaft derzeit
langsamer. «Um beschäftigungsneutral zu sein, dürfte das
gesamtwirtschaftliche Lohnwachstum höchstens der Summe aus
Produktivitätswachstum und Zielinflation, also etwa 3,5 Prozent
entsprechen», forderte Otto in der Zeitung.

HWWI-Konjunkturchef Michael Bräuninger sagte der «Berliner
Zeitung» (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht, solange es
Arbeitslosigkeit gebe, sei weitere Lohnzurückhaltung angebracht.
Angesichts der abflauenden Konjunktur sollten die Lohnforderungen
jetzt nicht weit über den Abschluss von 2007 hinausgehen. Das
Argument der Gewerkschaft, dass höhere Löhne die Kaufkraft im Inland
stärke, ließ er nicht gelten. Die Binnennachfrage profitiere in
erster Linie von der wachsenden Beschäftigung und nicht von höheren
Löhnen.

(rheinmain)


 


 

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