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Griechenland-Krise

EZB-Chefvolkswirt hält Griechenland-Krise für lösbar

(bo/dapd). Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, hält die Schuldenkrise in Griechenland für lösbar. "Aus meiner Sicht, und da widerspreche ich vielen Politikern, ist Griechenland kein Fass ohne Boden - vorausgesetzt, die notwendigen Maßnahmen auf griechischer Seite werden umgesetzt", sagte Stark der "Welt am Sonntag".

Das Land müsse sich anstrengen und Reformen voranbringen. Das Privatisierungsprogramm stehe erst noch bevor. "50 Milliarden Euro soll es bis 2015 bringen - und man sollte hier ehrgeiziger sein", sagte Stark. Die ablehnende Haltung der EZB gegenüber einer Umschuldung Griechenlands bekräftigte Stark. "Die Annahme, es gäbe für Griechenland eine einfache Lösung, die weniger schmerzhaft ist, halten wir bei der EZB für eine Illusion. Wenn Sie sanft starten, indem Sie zum Beispiel die Laufzeiten der Bonds verlängern, ändert sich an der Höhe der Schulden wenig. Gleichzeitig aber erlahmen die Anpassungsanstrengungen", erklärte der Volkswirt. Außerdem drohe bei einer Umschuldung die Pleite des griechischen Bankensystems, fügte Stark hinzu. "Mit einem harten Schuldenschnitt würde das Bankensystem kollabieren - die Wirtschaft auch." Er stellte überdies weitere Zinserhöhungen in Aussicht: "Wir schauen sehr genau auf die aktuelle Entwicklung der Preise und der Risiken für Preisstabilität. Wir werden das tun, was wir tun müssen, um unser Mandat zu erfüllen." Harte Kritik übte der Notenbanker am Krisenmanagement der Politik. "Es ist nicht nur eine Krise der Staatsschulden in einigen Ländern, es ist auch eine Krise, wie Europa selbst mit diesen Problemen umgeht", sagte er. "Ich finde es sehr bedauerlich, dass die europäischen Institutionen und Regierungen nicht in der Lage sind, den Mehrwert Europas besser herauszustellen."

(Michael Winckler und Claudia Pietsch/dapd)


 


 

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