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Geldpolitik

EZB bestätigt Leitzinsniveau

(bo/dapd). Die Europäische Zentralbank (EZB) hält erwartungsgemäß weiter am niedrigen Leitzins-Niveau in der Eurozone fest. Am Donnerstag bestätigte die EZB den seit Mai 2009 geltenden Leitzinssatz.

Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibe bei 1,00 Prozent, teilte die EZB nach einer Ratssitzung in Frankfurt am Main mit. Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im September 2008 hatten die Währungshüter den Leitzins in sieben Schritten gesenkt.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) betrachtet das aktuelle Leitzinsniveau weiterhin als angemessen und sieht mittelfristig einen nur moderaten Inflationsdruck. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, unter Berücksichtigung aller neuen Informationen und Analysen gehe der Rat weiterhin davon aus, dass die Preisentwicklung über die geldpolitisch relevante mittlere Frist moderat bleiben werde. Auch die monetäre Analyse bestätige, dass der Inflationsdruck mittelfristig begrenzt bleibe. Kurzfristig dürften die Teuerungsraten auf dem aktuellen Niveau bleiben. Für das kommende Jahr rechnet die EZB mit einem leichten Rückgang.

Mit Blick auf das Wirtschaftswachstum äußerte sich Trichet optimistisch. Daten und Umfragen deuteten auf eine positive Wachstumsdynamik im Euroraum. Während die Risiken für den Inflationsausblick leicht aufwärtsgerichtet seien, wiesen jene für den Wachstumsausblick jedoch leicht abwärts. Zugleich verteidigte Trichet erneut alle während der akuten Finanzmarktspannungen ergriffenen Sondermaßnahmen, die vollständig im Einklang mit dem EZB-Mandat stünden und vorübergehender Natur seien.

"Hinsichtlich der Geldpolitik hat es keine Neuigkeiten gegeben", merkte ein Volkswirt an. Es seien fast wortwörtlich die Ausführungen nach der vorhergehenden Sitzung wiederholt worden.

Zuvor hatte auch die Bank of England an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festgehalten. Der Geldpolitische Ausschuss veränderte am Donnerstag erwartungsgemäß weder das Niveau der Leitzinsen noch das Anleihekaufvolumen.

Fed flutet erneut den Markt

Derweil hat die US-Notenbank ihre Geldpolitik erneut gelockert. Die Fed kündigte am Mittwochabend an, zur Stützung der Konjunktur zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 600 Milliarden Dollar (rund 430 Milliarden Euro) zu kaufen. Bis Mitte 2011 sollen monatlich Staatsanleihen im Wert von rund 75 Milliarden Dollar von den privaten Banken erworben werden. Damit sollen die Zinsen auf Hypotheken und andere Schulden weiter gedrückt und Konsumanreize geschaffen werden.

Im geldpolitischen Statement des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC) hieß es, Produktion und Beschäftigung stiegen nur langsam. Der Konsum der privaten Haushalte nehme ebenfalls nur schwach zu, was an der hohen Arbeitslosigkeit, dem niedrigen Einkommenswachstum, den gesunkenen Immobilienvermögen und der rigiden Kreditvergabe liege. Ferner seien die Infrastrukturinvestitionen schwach und die Unternehmen zögerlich mit Einstellungen.

Kritiker äußerten jedoch zweifel an der Wirksamkeit des Ansatzes, da die Zinsen ohnehin schon auf einem historischen Tiefstand seien. Zugleich verwiesen sie auf Inflationsgefahren. Weiter merkten Skeptiker an, dass ein Großteil der Liquidität in Rohstoffmärkte und in die Schwellenländer fließen dürfte, wobei der Dollar als billige Währung für Zinsdifferenzgeschäfte genutzt werde. Dadurch steige die Gefahr neuer Vermögensblasen und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten.

An der Börse wurde die Fed-Entscheidung positiv aufgenommen. "Die Fed hat geliefert", hieß es im Frankfurter Handel. Ein Teil dieser zusätzlichen Liquidität dürfte auch den Weg an die Aktienmärkte finden. Zusätzlich wurde der Handel von der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison gestützt. In der Folge kletterte der DAX in der Spitze bis auf 6.757 Punkte. An der Wall Street erklomm der Dow-Jones-Index im frühen Handel ein neues Jahreshoch bei 11.427 Punkten.

(dapd )


 


 

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