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Materialwissenschaften & Bolognaprozess

Prof. Dr. Wolfram Jägermann von der TU Darmstadt zu Gast bei Heraeus

Der Darmstädter Professor Dr. Wolfram Jägermann stellte im Rahmen des „Heraeus Gesprächs“ die Arbeit seines Fachbereiches Materialwissenschaften vor und skizzierte die Umsetzung des Bolognaprozesses an der TU Darmstadt.

Studierende vieler Universitäten streiken in diesen Tagen. Grund dafür ist der vor zehn Jahren eingeführte „Bolognaprozess“. Dieser Prozess verfolgt das Ziel, dass Studierende der deutschen Universitäten mobiler und wettbewerbsfähiger werden, da die Abschlüsse nun international standardisiert sind. Durch die Teilung des Studiums in einen „Bachelor“- und einen „Master“-Abschluss soll auch die Beschäftigungsfähigkeit steigen, denn Studierende erwerben nun bereits mit dem Bachelor einen qualifizierenden Berufsabschluss. Die Realität führt jedoch zu Protesten: Studierende und Professoren beklagen sich über ein verschultes System, in dem vernetztes, ganzheitliches Denken zu kurz komme und Unternehmen sind hinsichtlich der Abschlussqualität und der tatsächlichen Vergleichbarkeit der Abschlüsse verunsichert.

Die TU Darmstadt geht hier ihren eigenen Weg: „Wir wollen, dass alle, die bei uns ihr Studium aufnehmen, nicht nur ihren Bachelor-Abschluss machen, sondern ihren Master“, erläuterte Prof. Dr. Wolfram Jägermann das Darmstädter Konzept. „Deshalb haben wir den Diplomstudiengang 1:1 auf das Master-Format umgestellt“. Konkret heißt das, dass ein Student an der TU Darmstadt nach sechs Semestern statt eines Vordiploms nun einen Bachelor-Abschluss macht und dann nach vier weiteren Semestern mit einem Master-Titel, dem vorherigen Diplom, abschließt. Viel geändert habe sich somit an der TU Darmstadt nicht, führt Jägermann aus. Allein ein anderer Titel und ein um ein Jahr verlängertes Studium sind die Folgen des Bolognaprozesses an der TU Darmstadt.

Jägermann, ein Schüler des Chemie-Nobelpreisträgers von 2007 Gerhard Ertl, vertiefte seinen Vortrag über die Uni-Welt, indem er eingehend die Arbeit seines in der Öffentlichkeit oftmals weniger bekannten Fachbereiches Materialwissenschaften präsentierte. Wussten Sie beispielsweise, dass ein PKW aufgrund der in ihm verbauten Technik um ein Vielfaches schwerer wäre, wenn es nicht die Materialwissenschaften gäbe? Auf diesen Aspekt wies Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding, hin und betonte, dass Materialwissenschaften ein wichtiges Forschungsgebiet, aber in der Öffentlichkeit ein schwer vermittelbares Thema sei. Viele Technologien erfordern neue Werkstoffe und Materialien und wären ohne sie gar nicht denkbar. Denn nur durch die Erkenntnisse der Materialwissenschaften und Werkstofftechnologie kann erreicht werden, dass technologische Anwendungen wie beispielsweise Solarzellen immer kleiner, preisgünstiger und leistungsfähiger werden. Herausforderungen der Zukunft sieht Jägermann hier besonders in der Entwicklung von Hochtemperaturwerkstoffen, also Materialien, die beständiger gegenüber hohen Temperatureinwirkungen sind. Ein Thema, das auch Heraeus in Zukunft noch stärker beschäftigen wird.

Heraeus pflegt zur TU Darmstadt enge Verbindungen, um frühzeitig qualifizierte Nachwuchskräfte für Heraeus zu gewinnen.

(Redaktion)


 


 

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