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Buchvorstellung

Aus bester Familie: Eine Chronik deutscher Familienunternehmen

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Die vielen kleinen und großen Familienunternehmen sind die tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft. Jedes hat eine ganz eigene Geschichte und seine Region zumeist über Generationen hinweg mit geprägt. Die Publikation „Aus bester Familie“ stellt über hundert dieser Familien vor, darunter viele hessische Erfolgsstorys, Buntes und auch weniger Bekanntes aus den deutschen Familiendynastien.

Zwieback der Marke Brandt und Schuhe von Deichmann haben eines gemeinsam, sie werden von traditionsreichen Familienunternehmen hergestellt. Noch bis vor Kurzem standen familiengeführte Unternehmen im Verdacht, wenig innovationsfreudig zu sein. Weit gefehlt, denn sie stellen nicht nur das Rückgrat der deutschen Wirtschaft dar, sie sind aufgrund kurzer Entscheidungswege auch oft äußerst innovationsstark. Sie erwirtschaften rund zwei Drittel des deutschen Bruttoinlandsprodukts, mehr als 40 Prozent aller Umsätze und stellen den Großteil der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Sogar mehr als 90 Prozent der deutschen Unternehmen befinden sich in Familienbesitz.

„Fragte man sich noch vor zehn Jahren, wie können Familienunternehmen überleben, so fragt man heute, was können wir von Familienunternehmen lernen?“, bringt Dr. Florian Langenscheidt, Herausgeber und Verleger, den Wandel in der Wahrnehmung von Familienunternehmen auf den Punkt. Zur Buchpremiere „Aus bester Familie – Über 100 vorbildliche deutsche Familienunternehmen“, würdigte er deren Leistungen über Generationen hinweg. Mit Text und Bild werden die Geschichten der traditionsreichen Betriebe erzählt, ihre Erfolgsgeheimnisse verraten, bedeutende Persönlichkeiten vorgestellt sowie die unternehmerischen Leitbilder erläutert.

Vertreten ist natürlich auch das Rhein-Main-Gebiet in seiner großen Bandbreite unterschiedlicher Branchen, darunter etwa das Frankfurter Bankhaus Metzler, der Edelmetall-Spezialist Heraeus Holding aus Hanau und die Darmstädter Informationstechniker Profi Engineering Systems.

Familienunternehmen sind anders, besonders. Sie stehen für Tradition, Stabilität, Verantwortung und Nachhaltigkeit. Die wichtige Rolle, die Familienunternehmen für ihre Region übernehmen, betont Emmerich Müller, Partner bei B. Metzler seel. Sohn & Co., denn das Traditionshaus ist tief in Frankfurt am Main verwurzelt und nimmt aktiv am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teil. „Wir engagieren uns unter anderem im Städel sowie dem Senckenberg Museum und stehen damit auch in der Tradition der Frankfurter Bürgerschaft. Als Unternehmen brauchen wir schließlich auch das gesellschaftliche Umfeld.“
Ähnlich sieht es auch die Interessenvertretung der Familienunternehmer ASU e.V.: „Der Familienunternehmer repräsentiert das verantwortliche Unternehmertum. Er führt seine Firma eigenständig und haftet mit seinem Kapital, ist in seiner Region verwurzelt und steht für einen motivierenden und menschlichen Umgang mit seinen Mitarbeitern.“

Das Nachschlagewerk ist auf Initiative der Unternehmensberatung Ernst & Young in Kooperation mit der INTES Akademie für Familienunternehmen und des Verbands der Familienunternehmen, ASU, entstanden. Herausgeber des Titels sind der bekannte Publizist Dr. Florian Langenscheidt und Prof. Dr. Peter May, Gründer der INTES. Mit einem Vorwort der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Interview mit Otto Metz, Senior Vice President Profi Engineering Systems, Darmstadt

Herr Metz, auf dem IT-Sektor kann man keine jahrhundertealten Dynastien erwarten, sind sie dennoch ein typisches Familienunternehmen?
„Ja, wir zählen eindeutig dazu, denn wir denken in Generationen, sind eigenfinanziert und haben eine sehr enge Bindung an unsere Mitarbeiter. Wir sind zwar noch in der ersten Generation, aber bereits 28 Jahre am Markt und von Darmstadt aus flächendeckend gewachsen mit zurzeit 14 Standorten in Deutschland. “

Von Darmstadt hinaus in die Welt – wie kam es zur Gründung in dieser Region?
„Mit dem Rhein-Main-Gebiet sind wir historisch verbunden, denn unser Gründer Dr. Udo Hamm stammt aus Rüsselsheim. Er begann als Ein-Mann-Unternehmen und beschäftigt heute 300 Mitarbeiter. Anfangs arbeiteten wir für ein Produkt von IBM, heute bedienen wir das gesamte Portfolio.“

Inwiefern unterscheiden Sie sich vielleicht vom Gro der hier vertretenen Unternehmen?
„Als Dienstleistungsunternehmen unterscheiden wir uns insofern, dass unsere Mitarbeiter und Knowhow-Träger unser Vermögen darstellen, sie sind unser höchstes Gut.
Ein weiter Unterschied mag unsere enge Beziehung als Geschäftspartner von IBM darstellen. “

Welche Brüche hat das Unternehmen in dieser Zeit erlebt?
„Das sind Einige. Doch tiefgreifend war ein schwerer Unfall des Gründers Dr. Hamm. Umso mehr freuen wir uns, dass er nun in die Geschäftsführung zurückkehrt.“

Welche Grundsätze aus Gründungszeiten werden auch heute noch hoch gehalten?
„Eigenständig sein und eigenständig bleiben.“

Iris Vollmann

(Redaktion)



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Bild Nr. 1 © Redaktion


 

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