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„Fannie und Freddie“ stellen inakzeptables Risiko dar“ und werden unter die Kontrolle der US-Regierung gestellt

Auch am Freitag standen die führenden US-Indizes lange Zeit unter Druck. Nicht zuletzt die sehr schwachen US-Arbeitsmarktdaten aber auch die wieder steigenden Ölpreise und die weiterhin latent vorhandenen Befürchtungen einer (deutlichen) Konjunkturabschwächung belasteten das Sentiment der Marktteilnehmer. Die Nachricht des Tages ist, dass die beiden halbstaatlichen Hy-pothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae unter die Kontrolle der US-Regierung gestellt werden.

Das Finanzministerium übernimmt zudem Anteile an den beiden Gesellschaften. Laut Aussagen von Finanzminister Henry Paulson hätte deren Kollaps erhebliche Turbulenzen auf den Finanzmärkten nach sich gezogen. Weiter hieß es, die amerikanische Konjunktur werde sich so-lange nicht erholen, bevor sich nicht der Markt für Immobilienfinanzierungen erholt. Die direkten und indirekten Maßnahmen haben einen Gesamtumfang von rund 12 Billionen Dollar. Dass sich diese „vorläufige“ Summe nochmals deutlich erhöht, kann nicht ausgeschlossen werden. Die Aktien der beiden Gesellschaften sind am Freitag im nachbörslichen Handel um mehr als 20 % eingebrochen. Es ist zu befürchten, dass die Anteilsscheine durch die „Staatsübernahme“ nahezu wertlos werden. In den USA werden in dieser Woche relativ wenig Daten veröffentlicht. Erst zum Wochenschluss wird es interessanter, wenn die Import- und Erzeugerpreise, das Michigan Senti-ment und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht werden. Für Letztgenannte sind die Rahmenbe-dingungen nicht gerade als positiv zu bezeichnen, dennoch könnte es, auf Grund der im August gestiegenen Pkw-Verkaufszahlen, zu einer Stagnation der Zahlen gekommen sein.

Die „Verlustserie“ des Dax hat sich auch am Freitag fortgesetzt. Damit wurde das bestätigt, was das technische Bild schon erahnen ließ. Zum Xetraschluss notierte der Leitindex bei 6.127 Punk-ten um 2,4 % schwächer. Am Nachmittag hatte der schwächere Ausblick von Nokia und die sehr enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten belastet. Einzigster Gewinner im Dax war die Aktie der Dt. Postbank. MAN (-5,14 %), ThyssenKrupp (-5,01 %) und Daimler (- 4,24 %) verloren hingegen deutlich.

Auch hierzulande wird die Rettungsaktion von Freddie Mac und Fannie Mae heute im Blickpunkt stehen. In der Folge wird der Dax heute deutlich fester starten. Die aktuelle Indikation liegt bei 6.301 Punkten. Fraglich erscheint jedoch, wie lange der „positive Aspekt“ der Aktion für die Märkte anhält.

In dieser Woche stehen nur recht wenige Unternehmensdaten zur Veröffentlichung an. Zu nennen sind die Verkehrszahlen der Deutschen Lufthansa am Dienstag, am Donnerstag wird Fraport ent-sprechende Zahlen präsentieren. In der abgelaufenen Woche hat sich das technische Bild ( hier im Weekly-Chart) nochmals verschlechtert. Insbesondere bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Dax exakt an den fallenden Fibonacci-Fans auf der Oberseite gescheitert ist, um in der Folge die Abwärtsbewegung zu „dynamisieren“. Deutlich wird dies am ansteigenden ADX und an dem sich weitenden Spread zwischen DI- und DI+. Noch am Freitag musste man anhand des Charts davon ausgehen, dass ein Test der letzten Verlaufstiefs unmittelbar bevorsteht. Bedingt durch die Fan-nie/Freddie-Transaktion wird sich der Dax von seinem Unterstützungslevel bei 6.084 Zählern zunächst deutlich entfernen und sich in Richtung der Widerstandsmarken bei 6.416 bzw. 6.475 Punkten bewegen. Im weiteren Verlauf wird sich dann zeigen müssen, wie nachhaltig die „Erho-lungsbewegung“ tatsächlich ist. Einige Fragezeichen dürften mehr als angebracht sein.

(rheinmain)


 


 

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