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Finanzkrise drückt Aktienmärkte weiter ins Minus

Die anhaltenden Sorgen über die Verschärfung der Finanzkrise haben den US-Börsen zugesetzt und kräftige Verluste eingebracht. Der Dow Jones Index schloss mit einem Minus von 4,06 % bei 10.607 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sowie die Nasdaq mussten den höchsten prozentua-len Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 hinnehmen.

Aufgrund der sich verschärfenden Finanzkrise und der Angst vor neuen Hiobsbotschaften vom Finanzmarkt halten sich Spekulationen auf sinkende Leitzinsen, obwohl die US-Notenbank jüngst den Leitzins bei 2,00 % belassen und im Statement keine Hinweise auf eine Lockerung gegeben hat. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass die Fed bis zum Jahresende eine weitere Zinssenkung vornehmen wird. Wir sind skeptisch und haben den Eindruck, dass die Zentralbank die Finanz-marktturbulenzen lieber mit Liquiditätsspritzen bekämpfen will als mit weiteren Zinssenkungen.

Eines ist jedoch klar: Die Verschärfung der Finanzmarktkrise hat negative Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Die Finanzierungskosten der Banken erhöhen sich und die Kreditvergabebedin-gungen werden restriktiver. Heute stehen von konjunktureller Seite die Erstanträge auf Arbeitslo-senhilfe auf dem Programm. Die Zahl liegt mit Werten deutlich oberhalb der Marke von 400 Tau-send auf hohem Niveau. Auch der 4-Wochendurchschnitt ist in den vergangnen Wochen gestiegen und liefert für die Nonfarm Payrolls eine negative Indikation. Für die heutigen Zahlen gibt es keine Hinweise auf eine geringere Zahl neuer Anträge. Insofern bleiben die Aussichten für den Arbeitsmarkt getrübt.

Der Anstieg der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung im August spricht dafür, dass sich der Index der Frühindikatoren, der heute auf dem Programm steht, schwach ent-wickeln wird. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die Konsensschätzung eines Rückgangs um 0,2 % unterschritten wird. Für Aufmerksamkeit sorgt der Philadelphia-Fed-Index, ein wichtiger Stimmungsindikator der Industrie. Der positive Einfluss sinkender Ölpreise wird zu einem großen Teil durch die Aufwertung des US-Dollars konterkariert. Auch die anhaltendeFinanzmarktkrise und die zur Schwäche neigenden Aktienmärkte sprechen gegen eine Stim-mungsaufhellung. Insofern wird es keine positiven Hinweise auf eine konjunkturelle Bodenbil-dung geben, weshalb der Aktienmarkt auch von dieser Seite unter Druck bleiben dürfte.

Die Stimmung an den Aktienmärkten ist getrübt. Ständig neue Gerüchte um neue Opfer der Fi-nanzkrise machen die Runde und verunsichern die Anleger. Entsprechend hat sich der DAX mit einem Minus 1,8 % aus dem Handel verabschiedet. Entgegen dem Börsentrend legten die Aktien von Volkswagen infolge der Meldung des Vortages zu (+6 %), wonach der Sportwagenhersteller seine Beteiligung an den Konzern aufstocken will und damit faktisch die Kontrolle über das Un-ternehmen übernimmt. Demgegenüber brachen die Aktien des Spezialmaschinenherstellers Singu-lus um 4, % ein. Sie wurden zeitweise sogar vom Handel ausgesetzt, nachdem die Firma mitteilte, sich künftig nur noch auf das Geschäft mit Bluray-Maschinen und Solartechnik zu konzentrieren. Die Neuausrichtung zwingt das Unternehmen zu Abschreibungen von 41,2 Millionen Euro. Die Vorgaben für den heutigen Aktienhandel sind insgesamt negativ. Der DAX-Future spricht für eine Eröffnung bei 5.850 Punkte. Auch von technischer Seite ist der Ausblick getrübt. Sollte der DAX das Vortagstief von 5.825 unterschreiten, steht einem Test der Marke von 5.737 nichts im Wege.

Quelle: Ulrich Wortberg, Helaba FloorResearch

(rheinmain)


 


 

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