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Fortis Finanz

Fortis zieht sich teilweise aus Deutschland zurück

(bo/ddp.djn). Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis zieht sich teilweise aus Deutschland zurück und stellt den Direktvertrieb von Konsumentenkrediten, Kreditkarten und Immobilienfinanzierungen ein. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mitteilte, wird Fortis Finanz wegen des derzeitigen Finanz- und Wirtschaftsumfelds in Deutschland geschlossen. Der Konzern hatte das Geschäft 2006 gestartet und über ein Netzwerk von 90 Filialen verfügt.

«Ein Grund für unsere Entscheidung ist der wachsende Wettbewerb im deutschen Massenkundengeschäft», erläuterte der Chef des Bereichs Consumer Finance Deutschland, Charles McArthur, gegenüber dem «Handelsblatt» die Entscheidung. Das Vertrauen deutscher Kunden in Finanzdienstleister sei generell gesunken. «Sie wenden sich nun an die Institute, die sie gut kennen», sagt er. Die Maßnahme werde 340 von bislang 970 Mitarbeitern in Deutschland den Job kosten.

Erst 2006 war Fortis richtig in das Verbraucherkreditgeschäft eingestiegen. Damals kaufte der Konzern die Von Essen GmbH & Co KG Bankgesellschaft, schreibt das «Handelsblatt» am Mittwoch auf seiner Webseite weiter. Dieses Institut vertreibt Konsumenten- und Immobiliendarlehen über Makler, hat also keinen Kontakt zu den Endverbrauchern. Im gleichen Jahr wurde die Vertriebstochter Fortis Finanz an die Von Essen Bank angehängt, die über Credit Shops direkt an Verbraucher herantrat. Beide Institute gemeinsam bilden den Bereich Fortis Consumer Finance, der von McArthur geleitet wird.

Hätte Fortis das Filialgeschäft und den Direktvertrieb nicht eingestampft, wären kurzfristig hohe Investitionen nötig gewesen. Das hätte das Kerngeschäft der Von Essen Bank gefährden können, argumentiert der Konzern laut Zeitung. Doch an der Von Essen Bank halte Fortis weiter fest. «Da sie ihre Produkte rein über Makler vertreibt, sind wir sicher schon in naher Zukunft wieder profitabel. Wir gehen davon aus, dass die Deutschen zunehmend über Makler nach Krediten suchen werden», sagte McArthur.

Mit Fortis scheitert ein weiterer ausländischer Anbieter am harten Wettbewerb im deutschen Verbraucherkreditgeschäft. Der Finanzkonzern ist nicht das erste ausländische Institut, das sich aus dem Markt zurückzieht. 2008 hatten bereits der US-Mischkonzern General Electric und die britische Royal Bank of Scotland ihre Konsumentenkreditsparten an die spanische Santander verkauft.

(Redaktion)


 


 

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