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Großer Markt, der da wächst

Frankfurt beteiligt sich als Modellregion an bundesweitem Projekt zur Elektromobilität

Am 17. September beginnt die 63. Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt - trotz Wirtschaftskrise die größte Autoschau der Welt. Die Organisatoren versprechen ein Innovationsfeuerwerk: Mit Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität will die Branche aus der Krise fahren. Da passt es gut, dass Frankfurt/Rhein-Main Teil des neuen Bundesprogramms Modellregion Elektromobilität ist.

Zusammen mit den Nachbarstädten Darmstadt, Mainz, Offenbach und Wiesbaden sowie Unternehmen und Forschungseinrichtungen erprobt die Kommune in den kommenden zwei Jahren, wie sich umweltverträgliche Mobilität und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut bringen lassen. Frankfurt setzt mit der Teilnahme an dem Bundesprogramm "Modellregion Elektromobilität" auch einen Beschluss des Stadtparlaments um: Verkehr soll CO2-neutral und ohne Feinstaubbelastung für die Bürger weiter entwickelt werden. Das Ziel der Rhein-Main-Region umreißt der Leiter des Kompetenz-Zentrums Logistik und Mobilität bei der Frankfurter Wirtschaftsförderung, Ansgar Roese: "Lebenswerte, wirtschaftlich attraktive und sozialverträglich Stadtr äume schaffen." Als Vorbild hat er London vor Augen. In der britischen Hauptstadt sind Fahrten in die City für Autos mit herkömmlichem Antrieb mautpflichtig, Elektrofahrzeuge haben freie Fahrt. Die Konsequenz: Weniger Abgase, weniger Feinstaub, weniger Lärm für die Bürger und ein Gewinn an Lebensqualität.

Optimales Testgebiet in der Rhein-Main-Region

Frankfurt/Rhein-Main ist wegen der vielen Verkehrsströme ein optimales Testgebiet. Ein Teil der Menschen, die täglich aus dem Umland nach Frankfurt pendeln und die Stadt zur Millionenmetropole anwachsen lassen, könnte bequem mit einem Elektroauto zur Arbeit kommen. Entfernungen bis zu 120 Kilometer entsprechen etwa der Reichweite der Wagen; ihre Batterie würde während der Arbeitszeit wieder aufgeladen. Auch auf Kurzdistanzen innerhalb der City wären die Fahrzeuge ideal. Der Alltag sieht anders aus: Es gibt weder eine Infrastruktur , noch serienreife bezahlbare Wagen. Testfahrzeuge kosten zum Beispiel 34.000 Euro, während herkömmliche Modelle weniger als die Hälfte kosten, so Ansgar R oese. Und die Fahrt in den Urlaub würde an der knapp bemessenen Reichweite scheitern. Bei dem Modellprojekt suchen die Planer deshalb Antworten auf Frage: Wie machen wir Elektrofahrzeuge konkurrenzfähig?

Die elektromobile Welt der Zukunft auf 17 Kilometern

Geplant sind Ladestationen mit Strom aus regenerativen Quellen in Parkhäusern. Schon jetzt hat Frankfurts eine erste Solar-Tankstelle mitten in der City an der Hauptwache, die zum Aufladen der bei Touristen und Messegästen beliebten Velotaxis dient. Zum elektromobilen Netzwerk, das die Region entwickelt, gehören auch Fahrräder an den S-Bahnstationen und Segway-Transporter für kleine Dienstfahrten. Damit zielen die Planer auf die Warenwirtschaftsströme der Metropolregion. Zum Beispiel böten Kurier- und Paketdienste ein Potenzial für den Einsatz von Elektrofahrzeugen: Unzählige Touren zwischen den Finanzinstituten - so das Szenario - könnten künftig umweltschonend rollen. In einem ersten Test haben Bürger und Unternehmen vom kommenden Mittwoch an die Möglichkeit, auf 15 Rollern die Praxistauglichkeit der neuen Technologie ausprobieren. Kern der übergreifenden Aktivitäten in Frankfurt und der Region ist die Buslinie 103. Entlang einer 17 Kilometer langen Strecke, die vom Frankfurter Stadtteil Bornheim nach Offenbach und Mühlheim führt, wird sich aufreihen, was die elektromobile Welt der Zukunft ausmacht: Wohngebiete mit E-Tankstelle im Quartier, Roller für den Weg zur S-Bahn; Mietstationen und Batterie-Busse. Voraussichtlich zur Europäischen Woche der Mobilität vom 16. bis 22. September sollen erste Aktionen starten, damit Bürger Elektromobilität im Wortsinn "erfahren" können. Gedacht ist an den Einsatz eines mit modernsten Lithium-Ionen-Batterien ausgestatteten Busses.

Technologische Zeitenwende

Der Bund fördert das Modellprojekt Elektromobilität finanziell: Insgesamt erhalten die acht bundesweit ausgewählten Regionen 115 Millionen Euro, um die E-Mobilität in den Verkehr zu integrieren, die Infrastruktur zu schaffen und Fahrzeuge umzurüsten. Frankfurt habe sich auch deshalb beworben, "um möglichst früh so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln", so Frankfurts Verkehrsdezernent Lutz Sikorski zur Vorreiterrolle der Stadt. Von den Erfahrungen der "Zero Emission Best Practice Rhein Main Area" - ZEBRA - sollen später möglichst alle Städte der Region bis hin hinauf in das nordhessische Kassel profitieren. Nicht zuletzt will die Stadt das wirtschaftliche Potenzial der Zukunftstechnologie nutzen: "E s ist ein großer Markt, der da wächst", sagt Sikorski. Frankfurt vertraut dabei auch auf die Aufgeschlossenheit der Unternehmen. Einige haben bereits Förderanträge gestellt und sind interessiert, für ihre Mitarbeiter Elektroräder zu leasen. Oberbürgermeisterin Petra Roth hat eine klare Botschaft: "Die technologische Zeitenwende vorantreiben."

Quelle: Margarete Lausberg , Stadt Frankfurt

(Redaktion)


 


 

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