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Green City

Frankfurt will weg von Kohle, Öl und Erdgas

Als eine der ersten deutschen Städte will Frankfurt ein Konzept für eine Kohlendioxid-freie Energieversorgung bis zum Jahr 2050 erarbeiten. Frankfurt habe sich deshalb für das Projekt „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums beworben, teilte Umweltdezernentin Manuela Rottmann am Montagabend bei der ersten Green City-Bürgerveranstaltung im alten Kesselhaus des Heizkraftwerks West mit.

Der Leiter des Energiereferats, Werner Neumann, legte erstmals Zahlen vor, wie dieses Ziel erreicht werden könnte. Er geht davon aus, dass sich der Gesamtenergieverbrauch der Stadt bis 2050 um bis zu 50 Prozent senken lässt – unter anderem durch Passivhäuser, Gebäudesanierung, Stromsparen und die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung (Fernwärme und Blockheizkraftwerke). „Energieeffizienz und Einsparung sind unsere größte Energiequelle“, sagte Neumann. Dadurch würden in 40 Jahren bis zu 40 Milliarden Euro an Mitteln frei, die in die neue grüne Infrastruktur investiert werden könnten. „Frankfurts Energierechnung liegt heute bei rund zwei Milliarden Euro im Jahr. Diese Mittel fließen dann nicht mehr nach Russland oder Saudi-Arabien, sondern kommen der Stadt selbst und der Region zu Gute.“

70 mal so viel Solarstrom wie heute

Neumann zufolge kann etwa ein Viertel des heutigen Energiebedarfs auf dem Stadtgebiet erzeugt werden. Er geht davon aus, dass bisher erst zwei Prozent des Potenzials für Solarstrom genutzt werden. Statt zehn Gigawattstunden im Jahr soll die Photovoltaik Mitte des Jahrhunderts etwa 700 Gigawattstunden zum Stromverbrauch beitragen. Dreimal höher liegen die Potenziale der Heizung mit Solarwärme. Ein gut gedämmtes Haus kann heute auch im Winter schon mit Solarenergie beheizt werden. Bei der Nutzung von Reststoffen, Altholz und Bioabfällen ist Frankfurt heute schon recht gut. Dennoch lässt sich die Energieausbeute aus städtischer Biomasse noch von 190 auf rund 500 Gigawattstunden erhöhen. Windräder auf dem Stadtgebiet sollen 20 Gigawattstunden liefern – die ersten Anlagen sind gerade im Genehmigungsverfahren.

Windkraft soll auch Fahrzeuge bewegen

„Wir werden uns aber nicht wie ein Bioenergiedorf autark versorgen können“, stellte Neumann klar. Etwa 25 Prozent des heutigen Energiebedarfs müssten auch Mitte des Jahrhunderts importiert werden, vorzugsweise aus der Region. Für Neumann kommt dabei der Windkraft die größte Rolle zu, die künftig auch als Energiequelle für Wärme und Verkehr genutzt werden könne. Aus Windstrom kann Wasserstoff erzeugt werden und in Verbindung mit Kohlendioxid kann daraus Methangas, so genanntes Windgas gewonnen werden, ein speicherbarer Energieträger, der als Kraftstoff und zur Versorgung der Heizkraftwerke verwendet werden kann.

Wie genau Frankfurts Fahrplan zu „100 Prozent Klimaschutz“ aussehen wird, soll in den nächsten drei Jahren durch Studien, Diskussionsforen und Maßnahmen gemeinsam mit der Bürgerschaft und der Wirtschaft ausgearbeitet werden. „Wir setzen auf Ihre Ideen, Ihre Vorschläge und vor allem Ihre konkreten Beiträge“, sagte Neumann.

Nähere Infos unter www.frankfurt-greencity.de und auf der Facebook-Seite Frankfurt Green City

(Stadt Frankfurt am M Presse- und Informationsamt)


 


 

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