11.05.2012  09:50 Uhr

Stiftugsmetropole am Main
Frankfurt ist die Stadt mit der zweitgrößten Stiftungsdichte

Frankfurt. Frankfurt ist bundesweit die Stadt mit der zweithöchsten Stiftungsdichte, am Wochenende treffen sich die Initiativen zu Fachtagung und Stiftungsmarkt

Sie setzen sich für hochbegabte Kinder, bildungsferne Schüler oder ehrenamtlich tätige Senioren ein: Die mehr als 530 Stiftungen in Frankfurt fördern viele unterschiedliche Projekte. In der Stadt mit der nach Würzburg zweitgrößten Stiftungsdichte in Deutschland sind Schwergewichte wie die bundesweit tätige Hertie-Stiftung beheimatet, die über ein Stiftungsvolumen von 800 Millionen Euro verfügt.

Aber auch viele kleine und mittlere Initiativen entstehen am Main. Die älteste ist vor mehr als 800 Jahren gegründet worden, in den vergangenen zwei Jahren gab es je 17 Neugründungen - die Stiftungslandschaft blüht. Beim Stiftungstag am Wochenende präsentieren sich die Initiativen den Bürgern.

Frankfurt habe schon immer wichtige Einrichtungen wie Museen und Schulen aus dem Bürgertum hervorgebracht, sagt Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Initiative Frankfurter Stiftungen. Talente zu finden, zum Beispiel aus Zuwandererfamilien, sei eines ihrer wichtigsten Anliegen.

"Innovationstreiber, Impulsgeber und Vorbilder"

Die Stiftungen seien in der vorteilhaften Position, anders als der Staat nicht für die flächendeckende Bildungsversorgung zuständig zu sein. "Stiftungen werfen einen anderen Blick auf gesellschaftliche Probleme und können deswegen auch andere Lösungen aufzeigen", erläutert der 58-Jährige. Diese würden sich dann im Idealfall in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand verbreiten. Stiftungen seien "Innovationstreiber, Impulsgeber und Vorbilder", betont Kaehlbrandt. Als Beispiel nennt er die "NaturNotizen". Schüler widmen sich demnach sich einmal wöchentlich während eines ganzen Schuljahres der künstlerischen Erforschung der Natur.

Ein typisches Stiftungsprojekt sei auch der "DeutschSommer". In den ersten drei Wochen der Sommerferien werden seit 2007 jährlich 150 Kinder aus 40 Frankfurter Grundschulen in deutscher Grammatik geschult. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Kaehlbrandt auch als Vorstandsvorsitzender vorsteht, arbeitet dabei mit anderen Stiftungen, der Stadt und dem Schulamt zusammen.

Das Projekt verbreite sich auch über Frankfurt hinaus, inzwischen sei es in Offenbach gestartet und solle in Kassel initiiert werden, betont Kaehlbrandt. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft wende aus ihrem Vermögen von 400 Millionen Euro für all ihre Projekte jährlich rund fünf Millionen Euro auf.


 
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Edith Ochs / pixelio.de



 


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