Occupy Frankfurt
Occupy-Bewegung demonstriert erneut in Frankfurt - Kritik am Euro-Rettungsschirm
Rhein-Main. Die Bankenkritiker der Occupy-Frankfurt-Bewegung setzen ihren Protest auch im neuen Jahr fort.
Die Redebeiträge der Auftaktkundgebung thematisierten insbesondere den im Dezember auf dem EU-Gipfel beschlossenen Euro-Rettungsschirm ESM. Demonstranten kritisierten den ESM als Instrument zur finanziellen Diktatur einiger Euroländer über die europäischen Schuldenstaaten und deren Bürger. Sie bemängelten zudem den ihrer Meinung nach autoritären Charakter der europäischen Beschlüsse zur Euro-Rettung. Auch die im Dezember abgeschaffte Beteiligung privater Banken an der Euro-Rettung stand in der Kritik.
Macht der Finanzmärkte im Blick
Ihren Ursprung hat die Bewegung in New York. Dort lautete die Forderung, dass sich die Menschen nicht der Gier der Finanzmarktakteure unterwerfen dürften. Bei einer Zwischenkundgebung vor dem Frankfurter Römer sagte ein Redner vor rund 500 Demonstranten. "Wenn jährlich weltweit mit Waren und Dienstleistungen 70 Billionen Dollar umgesetzt werden, mit spekulativen Finanzprodukten aber über 700 Billionen Dollar, kann das nicht gut gehen."
Seit über drei Monaten zelten vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt Aktivisten von Occupy. Ihr Vorbild ist die Occupy-Wall-Street-Bewegung aus den USA, die die New Yorker Börse besetzen möchte. Sie sieht in den Akteuren an den Börsen und weltweiten Finanzmärkten die Schuldigen der derzeitigen Finanzkrise und wirft ihnen vor, von dieser auch noch zu profitieren.
Bereits am Samstag hatte die Occupy-Bewegung in der Frankfurter Innenstadt Kundgebungen abgehalten. Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich daran mehr als 100 Menschen.
(Sandra Schipp)
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