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Bankenmetropole

Occupy-Frankfurt demonstriert gegen drohendes Ende

Protest im strömenden Regen - Kritik an Oberbürgermeister Feldmann

Rund 300 Menschen haben am Samstag in Frankfurt am Main gegen die von der Stadtverwaltung verfügte Schließung des Occupy-Camps in der Bankenmetropole protestiert. Angesichts der kurzen Mobilisierungszeit für die Demonstration sei die Teilnehmerzahl ein Erfolg, sagte ein Sprecher der Kapitalismuskritiker, die seit Oktober auf dem Platz vor der Europäischen Zentralbank ( EZB ) campieren. Das Ordnungsamt hatte vergangene Woche mit Verweis auch auf Hygienemängel die Genehmigung für die Zeltstadt über den 31. Juli hinaus nicht verlängert.

In teils strömendem Regen forderten die Demonstranten die Verlängerung der Camp-Genehmigung. "Gegen rassistische Saubermänner" hieß es auf einem Transparent. Der Hinweis zielt auf eine Erklärung von Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU), der die Zeltstadt auch deswegen nicht länger genehmigen will, weil "sich das Protestlager immer mehr zu einem Camp sozialer Randgruppen mit den entsprechenden inakzeptablen Begleitumständen gewandelt" habe. Derzeit stehen vor der EZB rund 70 Zelte, viele davon gehören Roma-Familien.

Occupy muss bleiben "als Laus im Pelz der Finanzindustrie"

Dem Protestzug hatten sich auch Vertreter von Kirchen, Gewerkschaften und Parteien angeschlossen. In einem "persönlichen Bekenntnis" erklärte Wolf Gunter Brügmann-Friedeborn vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt, das Occupy-Camp müsse bleiben als "Laus im Pelz der Finanzindustrie".

Redner forderten die Frankfurter SPD und die im Rathaus mitregierenden Grünen auf, den Ordnungsdezernenten nicht allein entscheiden zu lassen. Kritisiert wurde ebenso, dass sich der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) - in der Vergangenheit bekennender Occupy-Sympathisant - derzeit nicht ausreichend positioniere. Gegen eine mögliche Räumung des Camps Anfang August kündigten die Besetzer Widerstand an.

Sollte das Ordnungsamt den Abbau der Zelte wie erwartet polizeilich durchsetzen, will Occupy-Frankfurt als Minimalziel eine Genehmigung für den Verbleib eines Infostands am Rand des jetzt noch besetzten Areals erreichen. Der antikapitalistische Protest werde auch nach einem Verschwinden der Zeltstadt nicht nachlassen, sagte eine Camp-Bewohnerin.

(Stefan Höhle)


 


 

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